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Gelsenkirchen - Trainer Domenico Tedesco feiert mit dem FC Schalke 04 einen Auftakt nach Maß. Gegen RB Leipzig schlägt sein Team in den richtigen Momenten eiskalt zu.

Domenico Tedesco genoss den Moment seines erfolgreichen Bundesliga-Einstands.

"Es fühlt sich gut an, die Atmosphäre war gigantisch", sagte der neue Trainer des FC Schalke 04 nach dem verdienten 2:0 (1:0)-Erfolg über Vize-Meister RB Leipzig bei Sky. Unter Weinzierls Vorgänger mussten die Königsblauen im Vorjahr bis zum sechsten Spieltag auf den ersten Sieg warten, nun gelang gleich am 1. Spieltag ein Ausrufezeichen. (Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

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"Es war ein leidenschaftliches Spiel unsererseits, deswegen haben wir das Spiel gewonnen. Die Mannschaft will, sie ist sehr aufmerksam und stellt viele Fragen", sagte Tedesco, der offenbar die passenden Antworten parat hat.

Goretzka lobt Tedesco

"Er hat eine große soziale Kompetenz", sagte Leon Goretzka über den neuen Coach. "Er sucht mit allen das Gespräch. Danach sehnt sich der ein oder andere Spieler. Er nimmt alle mit ins Boot, so kann man eine Einheit formen."

Vor Yevhen Konoplyanka, der unter Weinzierl einen schweren Stand hatte und mit seinen "Feigling"-Äußerungen in Richtung des damaligen S04-Coaches für viel Wirbel sorgte, blüht unter Tedesco auf. Gegen Leipzig traf der Ukrainer zum Endstand - nach glänzender Vorlage des Neuzugangs Amine Harit nach, der zwei Gegenspieler ausgedribbelt und dann maßgerecht in die Tiefe gepasst hatte. (Highlights bei Bundesliga Pur - So., 9.30 Uhr im TV auf SPORT1)

Unmittelbar vor der Pause hatte Nabil Bentaleb die Gastgeber auf die Siegerstraße gebracht: Der Algerier verwandelte einen Foulelfmeter zum 1:0 (43.).

Heidel: "Mannschaft ging ans Limit"

"Wir haben nicht gegen Irgendjemanden gespielt, sondern gegen RB Leipzig. Ich finde, dass die Mannschaft genau das umgesetzt hat, was der Trainer ihr gesagt hat", sagte S04-Manager Christian Heidel bei Sky: "Die Mannschaft ist ans Limit gegangen, deshalb sind wir rundherum zufrieden."

Der 31-jährige Tedesco, aus dem Zweitliga-Abstiegskampf von Erzgebirge Aue gekommen, will auf Schalke einen offensiven Stil pflegen, er hatte aber bei seinem 3-4-3-System in der Sturmspitze keinerlei Alternativen.

Burgstaller muss passen

Klaas-Jan Huntelaar hat den Verein verlassen, Breel Embolo ist noch nicht wieder fit, Guido Burgstaller fiel spontan mit einer Fußprellung aus - somit spielte vorne Franco Di Santo. Der von Tedesco abgesetzte Ex-Kapitän Benedikt Höwedes saß auf der Bank, der feingliedrige Harit (FC Nantes) und Bastian Oczipka (Eintracht Frankfurt) waren die Neuen in der Startelf. (Tabelle der Bundesliga)

Eine neue Spielidee konnten die Schalker anfangs mangels Ballbesitz nicht umsetzen. Auch ohne den zur Halbzeit eingewechselten Emil Forsberg (Erkältung) kombinierten die Leipziger flinker und sicherer, sie zwangen den Gegner zum Reagieren. Der in jeder Szene ausgepfiffene Nationalspieler Timo Werner drang mehrmals von rechts in den Strafraum ein, blieb aber stets am guten Thilo Kehrer hängen. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Bentalebs Hammer rüttelt Schalke wach

Einen Hauch von Schalker Gefahr brachte nur ein Di-Santo-Kopfball (14.) - bis Nabil Bentaleb aus 25 Metern abzog und Peter Gulacsi im RB-Tor glänzend rettete (29.). Der Fußball der Gäste war nun nett anzuschauen, aber zunehmend ineffizient, zudem schenkte Dayot Upamecano den zielstrebiger werdenden Königsblauen mit tollpatschigem Verhalten gegen Di Santo den Elfmeter: Er rannte den Argentinier im Strafraum ohne Not um.

"Der Elfmeter vor der Halbzeit war ein Selbstfaller, er darf aber nicht so hingehen", sagte RB-Trainer Ralph Hasenhüttl anschließend. "Uns hat ein bisschen das Spielglück gefehlt, trotzdem bin ich nicht restlos unzufrieden. Wir haben viel versucht. Es war unterm Strich kein guter Start, aber mir ist nicht angst und bange."

Nach der Pause meldete sich RB mit Forsberg, der im Zentrum sofort das Aufbauspiel an sich riss, und einem flatternden Fernschuss von Marcel Sabitzer (55.) zurück. Der neue Schalke-Kapitän Ralf Fährmann musste nachfassen.

Poulsen trifft aus dem Abseits

Weltmeister Höwedes lief sich währenddessen mit den Ersatzspielern warm und feuerte seine Mannschaft an. Die stand defensiv meist sicher, allerdings verlor besonders Linksverteidiger Oczipka den Ball viel zu schnell. Yussuf Poulsen traf für Leipzig aus dem Abseits (62.) - nach Vorarbeit Forsbergs, der RB eine neue Qualität verlieh. Harits glänzender Moment war kurz darauf ausschlaggebend für das 2:0 von Konoplyanka.

In der Schlussphase warf Leipzig nochmals alles nach vorne, aber Naby Keita scheiterte aus kurzer Distanz an Ralf Fährmann (81.).  Auf der anderen Seite traf Schalkes Daniel Caligiuri in der Nachspielzeit noch den Pfosten (90.+5).

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