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Mehmet Scholl ist ab sofort nicht mehr Experte bei der ARD. Nach einem Streit während des Confed Cup einigen sich beide Seiten auf eine Vertragsauflösung.

Ex-Nationalspieler Mehmet Scholl wird nicht mehr als Fußball-Experte in der ARD zu sehen sein. Der 46-Jährige einigte sich am Donnerstag mit dem Ersten auf eine Vertragsauflösung. Zwar sagten beide Parteien in der offiziellen Erklärung zum Abschied nette Worte, Scholl habe "immer sehr viel Spaß gehabt" - Hintergrund der Trennung dürfte aber die Meinungsverschiedenheit über die Doping-Berichterstattung während des Confed Cup gewesen sein.

Scholl bevorzugte anderes Thema bei Confed Cup

Wie Scholl später im BR-Hörfunk betonte, habe das Thema für ihn "nichts in der Sendung verloren" gehabt. Es ging um die schweren Anschuldigungen gegen Russland, den Gastgeber der Mini-WM, die Deutschland am Ende gewann. "Es hatte in dem Moment überhaupt keine Relevanz", sagte Scholl, der die Sportschau deshalb quasi boykottiert hatte.

Der langjährige Bayern-Publikumsliebling wollte lieber ein Gespräch über die Erfolge der verjüngten Auswahl des Weltmeisters führen. Als nicht auf ihn gehört wurde, habe er gesagt: "Ich gehe. Und dann bin ich gegangen." Im Anschluss wurde "Scholli" von Thomas Hitzlsperger ersetzt.

Seit 2008 war der ehemalige Bundesliga-Profi (München und Karlsruher SC) für die ARD im Einsatz. Wegen seiner meist sympathisch flapsigen Art war er bei den Zuschauern beliebt, auch wenn der Doping-Streit nicht der erste war, für den er Kritik einstecken musste.

Spitze gegen Mario Gomez

Während der EM 2012 kritisierte er Mario Gomez für angeblich mangelnde Laufbereitschaft, so dass Scholl fürchte, Gomez habe "sich wundgelegen". Später entschuldigte sich der Ex-Nationalspieler. Zu Beginn des Confed Cups hatte Scholl über eine mögliche Gefängnisstrafe für Portugals Weltfußballer Cristiano Ronaldo (32) gesagt: "Vielleicht kommt er ja wirklich in den Knast. Dann mache ich mir Sorgen, dass er als Miss September endet."

ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky bedankte sich am Donnerstag "für die großartige Zeit mit einem meinungsstarken, streitbaren und originellen Experten, der unsere Sendungen extrem bereichert hat". Scholl habe "den Zuschauern einen tiefen Einblick in den Fußball ermöglicht und sie bestens unterhalten."

Abschied kommt überraschend

Unmittelbar nach der Mini-WM hatte es nicht nach Abschied ausgesehen. "Es ist alles prima zwischen der ARD und mir. Ich freue mich auf die WM 2018", hatte Scholl noch gesagt - allerdings bevor er sich im BR zu den Details äußerte.

Dort wies er zudem die Anschuldigungen zurück, das Doping-Thema herunterspielen zu wollen. "So ein Käse. Doping ist das Schlimmste für den Sport, das macht den Sport kaputt, den Sportler kaputt, das macht die Glaubwürdigkeit kaputt. Ich habe da eine ganz klare Meinung, Doping muss ganz, ganz hart bestraft werden", sagte er.

Allerdings: Scholl hatte vor zweieinhalb Jahren bereits bei einer ARD-DFB-Pokal-Übertragung sonderbare Einlassungen zum Thema Doping gemacht. Er vertrat die Auffassung, dass die Einnahme von stimulierenden Mitteln im Fußball keinen positiven Effekt hätten: "Nimmst du was für die Kondition, wirst du langsamer."

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