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Dortmund - Zweimal Videobeweis, zweimal Aubameyang, zweimal Philipp: Der BVB schießt den 1. FC Köln in einer denkwürdigen Begegnung vollends in die Krise.

Jede Menge Tore, noch mehr Diskussionen: Ein entfesseltes Borussia Dortmund hat die Krise des Schlusslichts 1. FC Köln dramatisch verschärft und selbst souverän die Liga-Spitze zurückerobert.

Im Duell der Europapokal-Verlierer fegte der BVB die punktlosen Gäste am 4. Spieltag 5:0 (2:0) vom Feld, er verdrängte damit Hannover 96 vom ersten Tabellenplatz.

Überforderte Kölner hingegen setzten den schlechtesten Start ihrer Bundesliga-Historie fort. Zwei Spiele fehlen nur noch zum Negativrekord von Fortuna Düsseldorf (sechs Niederlagen zum Start der Saison 1991/92) (Die Tabelle der Bundesliga).

Großer Diskussionen um Videobeweis

Maximilian Philipp brauchte nur 111 Sekunden für sein erstes BVB-Tor, das 2:0 durch Sokratis (45.+2) war heftig umstritten und wurde erst nach Videobeweis gegeben - in den Augen von Kölns Sportdirektor Jörg Schmadtke klar regelwidrig.

"Das war eine klare Fehlentscheidung, und durch die ist das Spiel entschieden worden", sagte Schmadtke und kündigte einen Einspruch ein: "Wenn gegen das Regelwerk entschieden wird, dann ist das eine Neuansetzung. Wir werden auf jeden Fall Protest einlegen."

Auch dem Handelfmeter vor dem 3:0, den Pierre-Emerick Aubameyang (59.) verwandelte, ging eine Videoentscheidung voraus. Selbst die BVB-Fans sangen danach: "Ihr macht unseren Sport kaputt." Aubameyang legte das 4:0 nach (60.), dann traf erneut Philipp (69.). (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker).

Hector-Ersatz gegen Yarmolenko überfordert

Trainer Peter Stöger hatte die Kölner nach dem 1:3 beim FC Arsenal am Donnerstag auf vier Positionen verändert und ihnen ein 4-5-1-System der moderaten Zurückhaltung verordnet.

Das behielten die Gäste auch nach dem frühen 1:0 bei. Jannes Horn hatte sich links, wo üblicherweise der verletzte Jonas Hector verteidigt, von Andrey Yarmolenko überlaufen lassen. Dessen Flanke verlängerte Philipp ins Tor.

Der FC war dadurch zum Mitspielen gezwungen. Ab und an wagte er sich auch nach vorne, zog sich aber gleich wieder zurück. Dennoch wirbelten besonders Philipp, der links offensiv für Christian Pulisic spielte, und Jarmolenko die FC-Abwehr durcheinander. Auch Dan-Axel Zagadou (17.), Nuri Sahin (32.), Ömer Toprak (35.) oder Aubameyang (47.) hätten noch treffen können.

Stöger, nach sechs Duellen ohne Niederlage im Ruf des BVB-Experten stehend, wusste kein Mittel - obwohl den Dortmundern neben einer Reihe von Ausfällen kurzfristig auch Mario Götze (Kieferverletzung) fehlte. Die schwarz-gelbe Bank hatte sogar einen Platz frei. Immerhin: Nationalspieler Julian Weigl wurde nach vier Monaten Verletzungspause eingewechselt (Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga).

Streit um BVB-Tor von Sokratis

Da der BVB lange nachlässig mit seinen Gelegenheiten umging, blieb Köln zunächst die Hoffnung auf die eine Aktion, die zum Ausgleich führt. Doch die bei Tottenham Hotspur (1:3) in der Champions League so schwache Dortmunder Abwehr wurde über 90 Minuten kaum einem Härtetest unterzogen. FC-Stürmer Jhon Cordoba blieb ein Einzelkämpfer.

Anders war es auf der Gegenseite: Torhüter Timo Horn ließ den Ball nach einer Flanke fallen, Sokratis schob ein. Schiedsrichter Patrick Ittrich gab das Tor nach Rücksprache mit dem Video-Assistenten, Stöger und Manager Jörg Schmadtke redeten nach dem Halbzeitpfiff lange auf den Referee ein.

Ihr Kritikpunkt: Sokratis habe Dominique Heintz in Horn geschoben. Zudem gab es Streit, ob vor Sokratis' Einschieben ein Pfiff erfolgt war.

Am Ende fiel das allerdings nicht mehr groß ins Gewicht. 

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