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Leipzig - Borussia Mönchengladbach erkämpft sich trotz zweimaligen Rückstands einen Punkt in Leipzig. Naby Keita kehrt zurück - und fliegt vom Platz.

RB Leipzig hat wie schon bei seiner Champions-League-Premiere auch in der Bundesliga einen möglichen Sieg verschenkt.

Drei Tage nach dem 1:1 in der Königsklasse gegen den AS Monaco musste sich der Vize-Meister gegen Borussia Mönchengladbach trotz zweimaliger Führung mit einem 2:2 (2:1) begnügen. Zudem sah Naby Keita wegen eines rüden Fouls die Rote Karte (83.).

Die Treffer für die Sachsen erzielten Nationalstürmer Timo Werner (17.) mit seinem vierten und Neuzugang Jean-Kevin Augustin (31.) mit seinem ersten Saisontor. Für Gladbach trafen Thorgan Hazard (25./Foulelfmeter) und Nationalspieler Lars Stindl mit einem Traumtor (61.).

"Leipzig muss natürlich deutlicher führen. Aber in der zweiten Halbzeit haben wir gezeigt, was wir können. Das war insgesamt eine sehr gute Leistung", sagte Gladbachs Trainer Dieter Hecking im Sky-Interview. Sein Gegenüber Ralph Hasenhüttl sah es ähnlich: "Wenn man merkt, dass es eng wird, müssen wir das Dritte machen. Das ist uns aber nicht gelungen, der Gegner ist immer stärker geworden. Wir sind manchmal zu ungestüm zu Werke gegangen."

Hasenhüttl rotiert

Hasenhüttl reagierte auf die für sein Team noch unbekannte Zusatzbelastung durch den Europapokal mit einer großen Rotation. Auf gleich fünf Positionen veränderte der Österreicher seine Startelf im Vergleich zum Monaco-Spiel. Kapitän Willi Orban stand zum Beispiel erst gar nicht im Kader (Ergebnisse und Spielplan).

Die Umstellungen brachten natürlich auch Unsicherheit mit, und Gladbach hätte diese beinahe sehr früh bestraft: Nach 90 Sekunden hatte Jonas Hofmann nach einem Zuspiel Stindls die große Chance zum 1:0 auf dem Fuß, doch der Mittelfeldspieler verzog völlig.

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Mit zunehmender Spieldauer übernahm RB die Kontrolle. Angetrieben wurden die "Bullen" vom agilen Keita, der nach einer Adduktorenverletzung wieder dabei war. Der Spielmacher, der zur kommenden Saison für 70 Millionen Euro zum FC Liverpool wechseln wird, hatte RB beim ersten Champions-League-Auftritt als Ballverteiler noch schmerzlich gefehlt (Die Tabelle der Bundesliga).

Stindl trifft traumhaft

Nach der Führung durch Werner schien ein 2:0 nur eine Frage der Zeit. Doch dann stellte sich RB-Außenverteidiger Bernado im Strafraum gegen Hofmann äußerst ungeschickt an, wodurch er den Ausgleich durch Hazard ermöglichte (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker).

Den Treffer bejubelten auch die Gästefans, die die ersten 19 Minuten des Auswärtsspiels beim ungeliebten Emporkömmling mit einem Stimmungsboykott verbrachten. Ihre Freude währte aber nur kurz, Augustin brachte Leipzig schnell wieder in Führung. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit tauchte plötzlich der bis dahin blasse Raffael im RB-Strafraum auf, der Brasilianer verfehlte das Tor um Zentimeter.

Nur Sekunden nach dem Wiederanpfiff hätte Emil Forsberg, der als Kapitän auflief, auf 3:1 für RB erhöhen müssen. In der Folge verflachte die Partie etwas. Die Hausherren gingen mit der Führung im Rücken nicht mehr das letzte Risiko - und das bestrafte Stindl mit seinem fulminanten Distanzschuss.

In der 71. Minute ging Stindl nach einem Zweikampf mit Upamecano zu Fall. Der Elfmeterpfiff blieb zum Unverständnis von Dieter Hecking aus, auch Stindl sagte bei Sky, "Leipzig hätte sich nicht über einen Pfiff beschweren können".

In der Schlussphase erwischte Keita dann Kramer mit einem Kung-Fu-Tritt im Gesicht und musste vom Platz. "Es sah schlimmer aus, als es ist", sagte Kramer. Gladbach drückte sogar noch auf das 3:2.

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