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Reinhard Rauball will über eine verkürzte Transferperiode abstimmen lassen © Getty Images

DFL-Präsident Reinhard Rauball macht einen Vorschlag zu einer grundlegenden Reform des Transferwesens. Dies soll künftig in allen europäischen Ligen gelten.

DFL-Präsident Reinhard Rauball will die deutschen Profi-Klubs über die Verkürzung der Transferperiode abstimmen lassen.

"In diesem Jahr hat es einen Rein- und Raus-Tourismus gegeben, der nicht mehr vertretbar ist. Deshalb muss da ein Pflock eingehauen werden", sagte der 70-Jährige der Sport Bild.

Entscheidung im Dezember

Rauball wird im DFL-Präsidium einen entsprechenden Antrag stellen, bei einem Beschluss würde die Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga im Dezember entscheiden.

Gleichzeitig solle ein Votum für ein kürzeres Transferfenster bedeuten, dass sich Deutschland beim Weltverband FIFA und bei der Europäischen Fußball-Union (UEFA) für eine europaweite, einheitliche Regelung stark macht.

"Ist die Mehrheit der 36 Profivereine dafür, müsste ein entsprechender Antrag über den DFB an die internationalen Verbände gerichtet werden", sagte Rauball: "Dann wäre beispielsweise mit dem Datum 1. August die Transferperiode abgeschlossen."

Premier League als Vorreiter

Als erste Liga hatte zuletzt die englische Premier League beschlossen, dass nach dem Ligastart keine Spieler mehr verpflichtet werden dürfen.

In den FIFA-Statuten stehen nur allgemeine Richtlinien für die Transferperioden. Vom Weltverband festgelegt werden die Daten nur in jenen Ligen, die nicht im Vorfeld ein selbstbestimmtes Fenster im Transferabgleichungssystem (TMS) hinterlegt haben.

"Neu definieren"

Rauball fordert zudem von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) eine Ausweitung des Financial Fair Play auf Leih-Geschäfte.

"Man sollte dieses Konstrukt generell untersuchen und überlegen – auch angesichts der Höhe, die für eine Leihe in manchen Fällen gezahlt wird –, ob man den Zeitpunkt des effektiven Transfers nicht vorverlegen muss auf den Zeitpunkt der ersten Leihe", sagte Rauball: "Das heißt, dass der Transfer des Spielers ab sofort wirtschaftlich wirksam ist und den Regeln des Financial Fair Plays unterliegt. Das müsste die UEFA neu definieren."

Die Diskussion war aufgekommen, weil der französische Spitzenklub Paris St. Germain Jungstar Kylian Mbappé zunächst nur von der AS Monaco ausgeliehen hat und ihn dann im kommenden Sommer für 180 Millionen Euro verpflichten will.

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