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Hamburg - Hamburg und Werder Bremen bleiben nach dem direkten Duell im Keller. Nach der engagierten, aber spielerisch mauen Vorstellung schwärmt HSV-Coach Gisdol.

Keine Siegerparty zum 130. Klub-Geburtstag: Der Hamburger SV hat im 107. Bundesliga-Nordderby den ersehnten Befreiungsschlag verpasst. Das Team von Trainer Markus Gisdol trennte sich einen Tag nach dem großen Jubiläum mit 0:0 vom ewigen Rivalen Werder Bremen.

Damit verpasste der Bundesliga-Dino trotz eines engagierten Auftritts am siebten Liga-Spieltag erneut den 500. Heimsieg in der höchsten deutschen Spielklasse (Tabelle zur Bundesliga).

"Wenn wir die Tore gemacht hätten, wäre es ein perfektes Spiel von uns gewesen. Wir haben heute oft am Limit gespielt. Ich habe viele gute Dinge gesehen, viel Spielwitz", zog Gisdol ein überraschend positives Fazit.

Auch für Werder ist der Punktgewinn vor 54.613 Zuschauern im Volksparkstadion kein großer Fortschritt. Das Team um Coach Alexander Nouri ist siegloser 16., saisonübergreifend warten die Grün-Weißen schon seit zehn Partien auf einen Dreier. Vor dem gegnerischen Tor fehlte sowohl dem SVW als auch dem lange stärkeren HSV der entscheidende Schuss Kaltschnäuzigkeit (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER).

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"Wir sind gut reingekommen. Hamburg hat dann das Ruder übernommen und war besser. Zum Schluss hätten wir die ein oder andere Chance nutzen können. Wir nehmen den Punkt mit", sagte Bremens Mittelfeldspieler Zlatko Junuzovic bei SPORT1. Der Hamburger Dennis Diekmeier ergänzte: "Es war mehr drin, ganz klar. Wir haben auf den Sieg gedrängt. Am Ende fehlt das Tor. Aber wir müssen mit unserer positiven Leistung zufrieden sein."

Startelf-Debütant Ito überzeugt

Beide Teams starteten mit großem Einsatz, aber auch mit vielen Ungenauigkeiten in die Partie. Gisdol hatte in dem prestigevollen Duell voll auf die Jugend gesetzt und mit Startelf-Debütant Tatsuya Ito und Youngster Vasilije Janjicic frisches Blut gebracht. Das 17 Jahre junge Sturmtalent Jann-Fiete Arp saß erstmals auf der Bank und feierte spät ein historisches Debüt (Spielplan und Ergebnisse der Bundesliga).

"Das sind so Sachen, die freuen einen als Trainer unglaublich. Das macht mir viel Hoffnung für die Zukunft mit unseren jungen Burschen", sagte Gisdol bei SPORT1.

Nouri, der Ulisses Garcia anstelle des verletzten Ludwig Augustinsson einsetzte, konnte in der Anfangsviertelstunde zufriedener sein. Werder erarbeitete sich mit guter Raumaufteilung und schnellem Umschalten eine Vielzahl an Standards und wurde auch gefährlich. Nach einem Kopfball von Thomas Delaney rutschte HSV-Keeper Christian Mathenia der Ball durch die Finger, doch er setzte erfolgreich nach (9.).

Der HSV wurde nun giftiger und erarbeitete sich nach einer ersten Kopfballgelegenheit von Kyriakos Papadopoulos (15.) mehr Spielanteile. Die Gastgeber griffen immer wieder über ihre "japanische" linke Seite mit Kapitän Gotoku Sakai und dem sehr auffälligen Ito an. Der nur 1,66m lange Außenspieler stellte die Werder-Defensive vor große Probleme.

Hahn und Wood prüfen Pavlenka

Und Werder? Agierte nach ordentlichem Beginn lange zu verhalten. Laufleistung, Torschüsse, Ballbesitz, Zweikämpfe, Passquote - die wichtigen Statistiken sprachen zum Pausenpfiff für die Hamburger. Die Gisdol-Elf wollte auch nach dem Seitenwechsel ihren Schwung mitnehmen, musste aber mit dem angeschlagenen Ito den bis dahin besten Spieler auswechseln. Lewis Holtby ersetzte den Aktivposten (52.).

Die Rothosen blieben zunächst gefährlicher. Nach einem Abschlag von Mathenia stand Andre Hahn plötzlich allein vor Jiri Pavlenka und verlangte dem Werder-Keeper mit einem Heber alles ab (56.), vier Minuten später scheiterte Wood aus spitzem Winkel nur knapp an dem Tschechen.

Nouri reagierte und brachte mit dem lange verletzten Zlatko Junuzovic und Maximilian Eggestein zwei frische Mittelfeldakteure (63.). Und die brachten durchaus Leben rein. Fin Bartels (71.) läutete mit einem gefährlichen Flachschuss eine spannende Schlussphase ein, in der plötzlich auch Werder wieder auf Sieg spielte.

"Wir waren die erste Viertelstunde gut im Spiel. Danach haben wir ein bisschen den Faden verloren. Dann hatten die Hamburger mehr Spielanteile. In der letzten halben Stunde hatten wir wieder mehr Kontrolle", meinte Nouri: "Ich denke, das 0:0 ist heute so in Ordnung."

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