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TV-Experte Matthias Sammer stellt nach dem Desaster im Europapokal das Niveau der Bundesliga infrage. Schuld seien allerdings nicht die Trainer, so Sammer.

Der ehemalige DFB-Sportdirektor Matthias Sammer hat die augenblickliche Leistungsfähigkeit der Bundesliga im internationalen Vergleich infrage gestellt.

"Der Bundesliga fehlt im Moment leider das allerhöchste Niveau", sagte der 50-Jährige der Bild.

Die Diskussion über die ausufernden Transfersummen nach dem Wechsel von Neymar für 222 Millionen Euro vom FC Barcelona zu Paris St. Germain würden von den eigentlichen Problemen ablenken: "Ich sehe es jedoch nicht so kritisch wie andere, solange das viele Geld im Fußball gut investiert wird."

Sammer sieht Schuld nicht bei Trainern

Vielmehr müsse sich die Bundesliga "den Spiegel vor Nase halten", so Sammer, "der deutsche Fußball sollte sich mehr mit dem Thema Leistung auseinandersetzen, statt sich hinter Scheindiskussionen ums Geld zu verstecken".

Nach den sechs Pleiten in sechs Europacup-Spielen in der vergangenen Woche in Champions League und Europa League wetterte der Europameister von 1996: "Unsere Klubs verlieren in der Europa League gegen Gegner mit sehr viel weniger finanziellen Möglichkeiten."

Sammer nimmt dabei ausdrücklich die Bundesliga-Trainer in Schutz: "Nein, die Trainerentwicklung ist angeschoben. Ich glaube eher, dass wir mal über die Inhalte einer Sportdirektoren-Position nachdenken müssen."

Europas Fußballer des Jahres von 1996 hatte im Sommer 2016 seinen Posten als Sportvorstand bei Rekordmeister Bayern München aufgrund einer Erkrankung aufgegeben. 

"Es war eine winzige Durchblutungsstörung, nicht vergleichbar mit einem Schlaganfall. Ich hatte das Gefühl, als hätte ich ein Gläschen zu viel getrunken. Nicht dramatisch, aber ein Streifschuss. Für mich war klar: Raus aus dem Job, reflektieren", betonte Sammer.

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