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München und Düsseldorf - Der FC Bayern will die Rückkehr von Jupp Heynckes bis zum Wochenende bestätigen. Die Verpflichtung des Wunschassistenten Peter Hermann wird schwierig.

Die Rückholaktion von Trainer Jupp Heynckes zum FC Bayern zieht sich in die Länge. 

Nach SPORT1-Informationen wollen die Münchner die Verpflichtung des 72-jährigen Trainers bis zum Wochenende unter Dach und Fach bringen. Nach eigenen Angaben liegt Heynckes ein befristetes Vertragsangebot der Bayern bis 2018 vor. Nur noch Detailfragen sind zu klären, heißt es aus verlässlicher Quelle.

Am Montag soll Heynckes das erste Mal an der Säbener Straße auf dem Trainingsplatz stehen. 

Es gibt aber noch einige Haken an der Sache. Einer davon ist ausgerechnet ein enger Vertrauter. Denn Heynckes will seinen langjährigen Weggefährten Peter Hermann als Co-Trainer mitbringen. Das Problem: Hermann steht aktuell beim Zweitliga-Tabellenführer Fortuna Düsseldorf unter Vertrag und arbeitet dort sehr erfolgreich mit Cheftrainer Friedhelm Funkel zusammen.

Allerdings hat Hermann nun die Fortuna um Freigabe gebeten. Das erklärte er der dem kicker und fügte in Bezug auf ein Bayern-Engagement an der Seite von Heynckes hinzu: "Ja, ich will das machen. Es fällt mir sehr, sehr schwer. Aber mich verbindet mit Jupp Heynckes sehr viel und ich möchte ihm den Gefallen tun. Ich habe ihm viel zu verdanken und möchte ihm etwas zurückgeben."

Funkel: Kann sein, dass Hermann bleiben muss

Jetzt steht nur noch die Freigabe der Fortuna aus. Hermann ging nach dem Training der Fortuna am Freitag zwar davon aus, dass es "eine Einigung geben wird", jedoch weigern sich die Düsseldorfer, dem 65-Jährigen den Abgang in Richtung München ad hoc zu erlauben.

"Peter Hermann hat den Wunsch geäußert zum FC Bayern zu gehen, weil er eine ganz große Freundschaft mit Jupp Heynckes verbindet und in München mit ihm auch erfolgreich war", sagte Funkel am Freitag zu SPORT1. "Das haben wir jetzt erst mal respektiert. Nun schauen wir mal, wie wir das lösen können, dass beide Seiten damit leben können."

Ein Abschied Hermanns aus Düsseldorf sei keinesfalls schon beschlossene Sache: "Es ist noch nichts klar. Fakt ist, dass wir im Verein noch darüber sprechen müssen und dann werden wir in den nächsten Tagen zu einer Entscheidung kommen. Es kann auch sein, dass es nicht zustande kommt. Wenn die Fortuna nein sagt, dann geht es nicht, weil er einen Vertrag bis 2018 hat."

Düsseldorfs Vorstandschef Robert Schäfer hatte zuvor schon bei SPORT1 auf Hermanns Kontrakt gepocht: "Er hat bei uns einen Vertrag bis zum 30. Juni 2018. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen." 

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Hermann und Heynckes kennen sich schon viele Jahre. Bereits in Leverkusen bildeten die beiden ein Erfolgsduo, später folgte Hermann seinem Freund nach München und trug auch seinen Anteil zum Triple-Gewinn 2013 bei.

Sollte Hermann grünes Licht für einen Wechsel bekommen, winkt Düsseldorf zumindest eine stattliche Ablösesumme.

Die verquickte Situation um seinen möglichen Assistenten ist ein Grund, weswegen Heynckes seine endgültige Zusage noch zurückhält. Aber nicht der einzige. 

In den viereinhalb Jahren seit seinem Abschied aus München habe sich der Fußball "weiter verändert", sagte Heynckes am Donnerstag der Rheinischen Post. Es sei deshalb "noch nichts klar oder in trockenen Tüchern".

Heynckes: "Wie soll das gehen?"

Verständliche Zurückhaltung für jemanden, der sich bereits im Ruhestand wähnte. In jüngster Vergangenheit hatte sich Heynckes nur zu besonderen Anlässen wie etwa dem Abschiedsspiel von Bastian Schweinsteiger im Herbst 2016 im Stadion blicken lassen.

Die meisten Spiele verfolgte er vom heimischen Sofa aus. Er genoss die freie Zeit mit seiner Frau Iris auf ihrem gemeinsamen Bauernhof in Schwalmtal am Niederrhein zwischen Mönchengladbach und der niederländischen Grenze.

"Die Entscheidung ist nicht einfach. Mein ganzer Rhythmus würde sich wieder verändern. Das Leben hier mit meiner Frau und den ganzen Tieren. Wie soll das gehen?", sagte er der Westdeutschen Zeitung.

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Letztlich wird es auch von der Überzeugungskraft der Bayern-Bosse Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge abhängen, ob sich Heynckes erneut zu einem Comeback bereit erklärt.

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