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Frank Baumann stellt klar, dass Florian Kohfeldt nur Werder-Trainer wurde, weil bessere Kandidaten abgesagt haben. Mehrere Toplösungen hatten kein Interesse.

Florian Kohfeldt ist bei Werder Bremen alles andere als die erste Wahl. Der Trainer bleibt nur Cheftrainer der Werderaner, weil "bessere Möglichkeiten" abgesagt haben. Das erklärte Manager Frank Baumann am Samstag.

"Natürlich kann man durchaus sagen, dass es bessere Möglichkeiten gegeben hat, vielleicht bessere Trainer für uns interessant gewesen wären", sagte Baumann. Es sei nicht schlimmm, dass Kohfeld nicht die erste Wahl war, meinte der 42-Jährige. Doch wie diese Aussagen wohl bei Kohfeldt ankommen?

"Bessere Trainer" sagen ab

Der Verein hatte am Freitag bekanntgegeben, dass der 35-Jährige mindestens bis zur Winterpause Coach der Profis bleibt. Baumann versuchte sich in seiner Erklärung in einem kuriosen Vergleich. "Wenn man das auf andere Positionen übertragen würde, dann ist es so, dass Jiri Pavlenka auch nur unsere vierte Wahl war, weil wir Neuer, ter Stegen und Leno nicht bekommen haben", sagte Baumann.

Demnach waren die "besseren Trainer" für Bremen offenbar unerreichbar. Nach der Entlassung von Alexander Nouri gab es unter anderem Gerüchte um Thomas Tuchel, Lucien Favre, Adi Hütter und Bruno Labbadia. Dass keiner von ihnen an der Weser landete, habe nicht mit den Finanzen zu tun, betonte der Bremer Meisterkapitän von 2004. "Wir haben mit keinem anderen Trainer über Konditionen verhandelt." 

Stattdessen wurde Kohfeldts Vertrag bis zum 31. Dezember angepasst. "Und zwar so, dass wir ohne Probleme das dann darüber hinaus weiterführen könnten", erklärte Baumann. "Und für den schlimmsten Fall würde Florian dann ab Januar wieder in die U23 gehen. Aber wir gehen stark davon aus, dass er dann auch über den Winter hinaus Cheftrainer bei uns bleibt." 

Lange Zeit galt der frühere HSV-Coach und Ex-Werder-Profi Labbadia als Favorit auf den Trainerposten, sagte den Grün-Weißen nach SPORT1-Informationen jedoch schließlich ab.

Liste bis nach Südamerika

Wie SPORT1 berichtete, hatte Labbadia große Lust auf den Job bei den Grün-Weißen. Die Aufgabe hätte ihn gereizt, doch die Verantwortlichen und er kamen schließlich nicht auf einen Nenner. Angeblich war Labbadia mit Ablauf und Inhalt der Gespräche nicht zufrieden.

Zu den generellen Spekulationen meinte Baumann ironisch: "Man muss auch damit leben, dass Trainer absagen, die eigentlich keine Rolle gespielt haben oder gar nicht gefragt wurden."

Baumann erklärte, dass man bei der Trainersuche "eine sehr, sehr große Liste" gehabt habe, die sogar Kandidaten in Südamerika eingeschlossen habe. "Wir hatten auch zwei, drei Toplösungen, die wir angefragt haben in dem Wissen, dass das sehr schwer wird, sie loszueisen", so Baumann. Anschließend habe es Gespräche mit zwei bis drei weiteren Trainern gegeben. Daraufhin sei die Entscheidung für Kohfeldt gefallen.

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