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München und Köln - SPORT1-Experte Armin Veh wird neuer Geschäftsführer beim 1. FC Köln und folgt damit auf Jörg Schmadtke.

Es war die große Überraschung des Fußball-Tages: SPORT1-Experte Armin Veh wird neuer Sport-Geschäftsführer beim 1. FC Köln und beerbt damit Jörg Schmadtke.

Der 56-Jährige übernimmt zum 11. Dezember an der Seite von Alexander Wehrle und erhält einen Vertrag bis 30. Juni 2020.

"Auf die Möglichkeit, beim 1. FC Köln ein nachhaltiges Projekt anzugehen, freue ich mich sehr. Die Verantwortlichen des FC haben mich davon sofort begeistert, und ich sehe es als riesige Herausforderung und zugleich eine tolle Möglichkeit, in diesem faszinierenden Traditionsklub etwas zu bewegen", sagte der ehemalige Stuttgarter Meister-Coach.

Doch was steckt hinter dem Kölner Coup mit Veh?

SPORT1 weiß: Nach der Absage von Hannovers Sportdirektor Horst Heldt war Veh sehr schnell Kandidat bei den Kölner Bossen.

Veh, seit der Saison 2016/17 regelmäßig Experte im CHECK24 Doppelpass, hatte einst gesagt: "Wenn ich nochmals in die Bundesliga zurückkehre, dann möchte ich in einem Verein mit guter Perspektive arbeiten."

Zwar kämpfen die Kölner aktuell gegen den Abstieg, doch die Fans, das Stadion, die Tradition - das ist genau das, was Veh suchte.

Veh hatte zahlreiche Angebote

Nahezu wöchentlich hatte er während seiner Auszeit vom aktiven Fußball Angebote aus China oder anderen Ligen ohne große Fußball-Vergangenheit. "Das reizt mich nicht", hatte Veh darauf im kleinen Kreis erklärt. Auch mit dem großen Geld war er nicht zu locken.

Seine Trainerkarriere ist laut Veh, der im März 2016 bei Eintracht Frankfurt entlassen worden war, mit dem Engagement in Köln endgültig beendet. Den Trainerjob in Frankfurt angenommen zu haben, betrachtete er im Nachhinein als Fehler. Er betonte stets, die Pause danach gebraucht zu haben. 

Schon im vergangenen Sommer berichtete Veh dann, sich wieder bereit zu fühlen. Zuletzt war Veh auch als Übergangscoach bis zum Sommer bei Borussia Dortmund gehandelt worden, falls sich der BVB von Peter Bosz trennen würde.

Veh reizte aber eine Aufgabe im Management, mit Gestaltungsmöglichkeiten im sportlichen Bereich. Die hat er nun beim FC gefunden. Und der Klub ist mehr als zufrieden mit seiner Verpflichtung.

"Kommunikativ und führungsstark"

"Wir haben mit Armin Veh einen Mann für die Position gewonnen, der unsere Kriterien perfekt erfüllt. Er hat große Erfolge vorzuweisen und bringt viel Erfahrung mit, auch in Krisen. Er ist kommunikativ und führungsstark und passt in unser Team am Geißbockheim. Darüber hinaus kennt er Alexander Wehrle aus der gemeinsamen Zeit in Stuttgart", erklärte FC-Präsident Werner Spinner: "Dass wir Armin Veh überzeugen konnten, diese Aufgabe anzugehen, ist ein echtes Aufbruchsignal für den FC und tut uns sehr gut."

Thomas Helmer, Moderator des CHECK24 Doppelpass, freut sich für seinen bisherigen SPORT1-Kollegen: "Armin packt das, und es ist eine wundervolle Aufgabe für ihn", sagte der ehemalige Nationalspieler bei SPORT1: "Ich bin vor allen Dingen gespannt, welchen Trainer er einstellt. Das ist als erstes gefragt und eine spannende Frage."

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Vehs Vorgänger Schmadtke war im Oktober überraschend beim FC ausgestiegen. Am vergangenen Sonntag hatte sich der Klub zudem vom langjährigen Trainer Peter Stöger getrennt.

Der Traditionsklub spielt eine historisch schlechte Bundesliga-Saison und steht nach 14 Spielen mit drei Punkten am Ende der Tabelle.

Donnerstag in der Europa League

Unter Interimscoach Stefan Ruthenbeck können die Geißböcke aber am Donnerstag in der UEFA Europa League bei Roter Stern Belgrad (ab 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) noch die K.o.-Runde erreichen.

"Ich drücke der Mannschaft und dem Trainerteam die Daumen, dass sie schon am Donnerstag in Belgrad und dann im Spiel gegen den SC Freiburg mit Siegen ein echtes Zeichen setzen können", sagte Veh.

Der neue Sportchef hat als Trainer Erfahrung aus mehr als 600 Spielen unter anderem beim VfB Stuttgart, mit dem er 2007 Deutscher Meister wurde, sowie in Frankfurt und beim Hamburger SV.

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Sein damaliger Chef in Stuttgart, Sportdirektor Horst Heldt, war der ursprüngliche Kölner Wunschkandidat gewesen, hatte aber von Hannover 96 keine Freigabe erhalten.

Veh selbst verantwortete in der Saison 2009/10 die sportliche Leitung des VfL Wolfsburg in Doppelfunktion als Trainer und Geschäftsführer.

"Ich habe immer gesagt, dass ein Sportler in die Geschäftsführung gehört und bin sehr froh, dass diese Lücke jetzt mit Armin Veh hervorragend besetzt ist", meinte sein Geschäftsführerkollege Wehrle: "Seine Erfahrung bringt uns die nötige Ruhe, um im gesamten Klub gemeinsam die schwierige sportliche Lage anzugehen."

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