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Jürgen Klopp gibt beim Abschlusstraining in Turin die Richtung vor
Borussia Dortmund gewann 1997 die Champions League. © Getty Images

Turin - Gegen Italiens Rekordmeister will der BVB im Champions-League-Achtelfinale den Abstiegskampf vergessen machen. Trainer Jürgen Klopp setzt dabei auf reichlich Finalerfahrung.

Juventus Turin. Das klingt in den Ohren der BVB-Fans nicht nur nach Bella Italia, Dolce Vita, Pizza und Espresso, sondern vor allem nach dem größten Erfolg in der Vereinsgeschichte: dem Champions-League-Sieg 1997.

Mit einem entsprechend guten Gefühl tritt der Viertelfinalist des Vorjahres am Dienstag (ab 20.15 Uhr LIVE im Sportradio auf SPORT1.fm und im LIVETICKER) im Juventus Stadium an, wo einst das legendäre Stadio delle Alpi stand.

Während der Pressekonferenz vor dem Spiel gab sich Trainer Jürgen Klopp dort am Montagabend gut gelaunt. Nach drei Bundesliga-Siegen in Folge ist die Miene entspannter, das Lächeln zurückgekehrt.

Im Achtelfinal-Hinspiel wollen die Dortmunder im Gegensatz zur hässlichen Bundesliga-Fratze der Hinrunde wieder ihr fröhliches Champions-League-Gesicht zeigen.

"Es ist endlich mal wieder ein Feiertag für uns", blickt Torhüter Roman Weidenfeller voller Vorfreude auf die Begegnung.

Dienstag Turin, Samstag Schalke

Dienstag Turin, Samstag Schalke – innerhalb von fünf Tagen stehen dem BVB zwei schwere Prüfungen gegen äußerst defensivstarke Teams bevor.  

Allzu viele Chancen bieten sich gegen Juventus normalerweise nicht. Umso wichtiger wird es sein, die Möglichkeiten zu nutzen – in dieser Saison ein großes Manko des abgestürzten Vizemeisters.

"Juventus ist eine unglaublich erfahrene Mannschaft, ganz abgezockt. Sie können mit niedrigem Rhythmus eine ganz hohe Qualität auf den Platz bringen", weiß Klopp. "Wir spielen ganz anders. Das kann sehr interessant werden", ergänzte der 47-Jährige mit einem Spitzbuben-Lächeln.

Die Bayern Italiens

Zuvor hatte Italiens Nationaltorwart und Juventus-Rückhalt Gianluigi Buffon an gleicher Stelle zu Protokoll gegeben: "Wir treten gegen eines der besten Teams in Europa an. Sie können jeden schlagen."

Aber auch Juves Qualität ist enorm. Mit den Bianconeri, den Weißschwarzen, um ihren Regisseur Andrea Pirlo treffen die Schwarzgelben auf das Bayern München Italiens. Der Rekordmeister führt die Serie A mit neun Punkten Vorsprung vor dem AS Rom souverän an.

Doch in der Königsklasse marschierte der italienische Titelträger nicht so leicht durch die Gruppenphase. Schwachpunkt war die Offensive: Mit nur sieben Toren hat das Team zusammen mit Leverkusen und Basel den schwächsten Angriff aller Achtelfinalisten.

"Wir müssen mit hoher Intensität spielen", weiß daher auch Juve-Trainer Massimilliano Allegri vor dem Achtelfinal-Duell.

Immobile euphorisch empfangen

Im Schatten der Alpen wurde Ciro Immobile am Montag besonders euphorisch von den Tifosi empfangen. Bereits mit 18 Jahren spielte er für Juventus, konnte sich aber nie durchsetzten. Auch in Dortmund kämpft der Neuzugang momentan um seinen Platz.

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Zuletzt war Pierre-Emerick Aubameyang erste Wahl in der Spitze von Klopps 4-2-3-1-System. Durch den wahrscheinlichen Ausfall von Kevin Kampl (Magen-Darm-Grippe) könnte der Gabuner jedoch wieder ins rechte Mittelfeld rücken und Immobile als Sturmspitze beginnen (NEWS: Kampl verpasst Abschlusstraining).

In der Champions League ist der Neapolitaner mit vier Treffern aus fünf Einsätzen der beste BVB-Schütze, hat sogar öfter getroffen als in der Liga. Ob Klopp die zuletzt so erfolgreiche Angriffsachse Marco Reus/Aubameyang auseinanderreißt, ist allerdings fraglich.

Für Kampl stünde auch der nach seiner Grippeerkrankung wiedergenesene Jakub Blaszczykowski bereit. 

Acht Spieler aus der Finalelf 2013

Gleichzeitig ist der Weg in Richtung Viertelfinale von der Vergangenheit gekennzeichnet. Acht Akteure aus Klopps Champions-League-Finalelf von 2013 könnten am Dienstag in der Startformation stehen. Nur Sokratis, Shinji Kagawa und Pierre-Emerick Aubameyang waren vor zwei Jahren bei dem Endspiel in London gegen die Bayern nicht dabei.

Im Vergleich zum 3:2-Sieg am vergangenen Freitag gegen desolate Stuttgarter müssen sich die Borussen definitiv steigern, um auch im Rückspiel am 18. März noch eine realistische Chance aufs Weiterkommen zu haben.

Dass die Mannschaft dazu in der Lage ist, hat sie in der Gruppenphase der Königsklasse Hinrunde bewiesen. "Man wird es uns nicht ansehen, dass wir im Abstiegskampf stehen", verspricht Klopp. Taktisch anspruchsvoll soll es gegen Juventus zugehen, wie der oberste BVB-Fußballlehrer andeutete.

Wohlklang in den Ohren des BVB

"Es heißt immer, dass in Italien viel mehr Wert auf Taktik gelegt wird. Das könnte man fast schon als Beleidigung sehen, denn auch wir kümmern uns um Taktik, und eine davon ist: Wir sagen am Tag vor dem Spiel nicht, was wir im Spiel vorhaben", sagte Klopp, ehe er zum Abschlusstraining verschwand.

Um sich mit dem guten Gefühl der Helden von 1997, die das Turiner Star-Ensemble vor fast 18 Jahren im Finale von München mit 3:1 nach Hause schickten, vorzubereiten.

"Für Borussia Dortmund war es ein großer Tag in der 106-jährigen Klub-Geschichte. Ich glaube, dass Juventus derzeit nicht mehr so weit von uns entfernt ist, wie es damals war", nährte Klopp die Hoffnungen der Anhänger.

Der Name Juventus Turin soll schließlich auch weiterhin seinen Wohlklang in den Ohren der BVB-Fans behalten. 

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