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Leverkusen und München - Roger Schmidt zofft sich mit Atleticos Trainergespann. Der Co-Trainer erlaubt sich offenbar einen verbalen Ausraster, Chefcoach Simeone vergisst einmal mehr seine Manieren.

Es gibt Berufe, in denen man sich eher selten Freunde macht. Als Schiedsrichter zum Beispiel. Oder als Türsteher. Der Vorteil: Beide haben bei ihrer Tätigkeit die besseren Argumente auf ihrer Seite - und damit meistens auch das letzte Wort.

Leverkusens Trainer Roger Schmidt hatte also schlechte Karten, als er es im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Atletico Madrid sowohl mit einem Schiedsrichter als auch mit einem Türsteher zu tun bekam.

Roger Schmidt: "Der Co-Trainer ist ja Wahnsinn"

Ersterer war Tomas Mokrusch, Vierter Offizieller im Gespann der Unparteiischen. Als Türsteher tat sich Atleticos Co-Trainer German Burgos hervor. So zumindest empfand es Schmidt selbst, als der 45 Jahre alte ehemalige Torhüter von der Gästebank aufsprang.

Co-Trainer German Burgos von Atletico Madrid
"Der Affe" wird German Burgos wegen seines gewaltigen Erscheinungsbildes auch genannt © getty

"Der Co-Trainer ist ja Wahnsinn", sagte Schmidt nach dem Spiel im ZDF über Burgos, der wegen seines Erscheinungsbildes auch "Der Affe" genannt wird. Bei Sky fügte Schmidt hinzu: "Der Betreuer wird ja immer als eine Art Türsteher vorgeschickt, provoziert Gelbe Karten."

In der Tat forderte Burgos auch in der BayArena nach etwa einer halben Stunde Spielzeit vehement eine Verwarnung für Leverkusens Hakan Calhanoglu. Allein, Schiedsrichter Pavel Kralovec kam seinem Drängen nicht nach. Während auf dem Platz also nichts weiter passierte, ging es an der Seitenlinie erst richtig los.

Diego Simeone kein unbeschriebenes Blatt

Schmidt schaltete sich in das Gespräch zwischen Atleticos Co-Trainer und dem Vierten Offiziellen ein, wenig später stürmte auch Madrids Cheftrainer Diego Simeone hinzu. Der übrigens eine durchaus interessante Vorgeschichte in Sachen hitzige Auseinandersetzungen an der Seitenlinie hat.

Diego Simeone von Atletico Madrid diskutiert mit Schiedsrichtern
Im spanischen Supercup wurde Diego Simeone (2.v.r.) handgreiflich gegen den Vierten Offiziellen © getty

Schon mehrfach wurde der Argentinier auf die Tribüne verwiesen. Seinen größten Aussetzer leistete er sich im August 2014 im Rückspiel des spanischen Supercup gegen Stadtrivale Real. Für acht Spiele wurde Simeone gesperrt, weil er nach einer erneuten Verbannung aus der Coaching Zone einem Unparteiischen zweimal einen Klaps auf den Hinterkopf gegeben hatte.

Ob Atleticos Chefcoach deshalb inzwischen Landsmann Burgos als Vorhut in den Kampf schickt?

Es wird sein Geheimnis bleiben. Als Schmidt jedoch erbittert Widerstand leistete, konnte Simeone sein Temperament nicht mehr zügeln und mischte sich wort- und gestenreich in die Auseinandersetzung ein.

Beschimpfungen durch Co-Trainer German Burgos

"German ist mein Freund", erklärte Simeone nach dem Spiel sein Eingreifen: "Ich habe gesehen, wie er mit dem anderen Trainer stritt. Da bin ich hin, um ihn zu verteidigen, ohne zu wissen, was passiert war."

Zwei gegen Einen also - aber Schmidt ließ sich nicht einschüchtern. Weder von Serientäter Simeone, noch von Türsteher Burgos. Aus dessen Mund laut der spanischen Zeitung El Mundo soll ein übles Schimpfwort in Richtung Schmidt gefallen sein soll, ehe die Unparteiischen die Auseinandersetzung beendeten.

"Angst habe ich davor nicht, das lasse ich mir nicht gefallen. Da wehre ich mich", sagte Leverkusens Trainer nach dem 1:0-Sieg seiner Mannschaft. Zuvor war er nach dem Abpfiff auf Simeone zugegangen und hatte ihm die Hand gereicht. Atleticos Trainer erwiderte den Gruß - ohne Schmidt dabei ins Gesicht zu schauen.

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