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Mario Mandzukic wechselt wohl nach Italien
Mario Mandzukic wechselte im Sommer 2014 vom FC Bayern zu Atletico Madrid © getty

Leverkusen - Mario Madzukic gilt als schwieriger Charakter. Doch der Kroate und der spanische Meister Atletico Madrid - das passt inzwischen.

Mario Mandzukic hat sich verändert. Allerdings musste er das wohl oder übel auch.

Denn dem Kroaten wurde ein Konkurrent vor die Nase gesetzt. Mal wieder. Als Fernando Torres in der Winterpause vom AC Mailand zu Atletico Madrid wechselte, kehrte kein Geringerer als der verlorene Sohn nach Madrid zurück.

Also genau der, den die Fans bei Mandzukics Vorstellung im vergangenen Sommer lautstark gefordert und den 22-Millionen-Neuzugang damit brüskiert hatten.

Erinnerungen wurden also prompt wieder wach an seine letzten Monate beim FC Bayern, als der 28-Jährige sich mit Trainer Pep Guardiola überwarf und der FCB zudem Robert Lewandowski verpflichtete. Mandzukic schmollte, fühlte sich zudem im System Guardiolas seiner Stärken beraubt.

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Mario Mandzukic (hier im Training mit Bayern-Coach Pep Guardiola) absolvierte zwischen 2012 und 2014 für den FC Bayern 54 Spiele © Getty Images

Zoff mit Guardiola, Klopp wollte ihn nicht

Der Streit gipfelte darin, dass der Spanier seinen Stürmer vor dem DFB-Pokalfinale 2014 nicht nominierte, obwohl er in 88 Pflichtspielen für die Bayern 48 Tore geschossen hatte.

Mandzukic gilt nicht unbedingt als einfacher Charakter, soll sich mit respektlosem Verhalten gegenüber Guardiola selbst ins Abseits gestellt haben.

BVB-Trainer Jürgen Klopp soll im vergangenen Sommer aus genau diesem Grund sein Veto gegen einen möglichen Wechsel nach Dortmund eingelegt haben.

"Niemals an einen Wechsel gedacht"

Es war also eigentlich klar, dass die Personalie Torres Mandzukic nicht gefallen würde. Doch Wechselgerüchte und Anzeichen von Unzufriedenheit ließ er gar nicht erst aufkommen.

"Ich bin bei einem sehr großen Klub. Ich habe niemals daran gedacht, Atletico Madrid zu verlassen. Ich bin sehr glücklich hier", sagte Mandzukic.

Mandzukic nimmt den Kampf an

Natürlich sind das erst einmal die im Profi-Fußball üblichen Floskeln. Doch der Unterschied zu früher ist ein ganz entscheidender: Mandzukic nimmt den Konkurrenzkampf beim spanischen Meister an, er scheint ihn sogar zu beflügeln.

Und das passend zum Hinspiel im Champions-League-Achtelfinale bei Bayer Leverkusen (ab 20.15 Uhr LIVE im Sportradio auf SPORT1.fm und im LIVETICKER).

Dabei mussten Mandzukic und Atletico sowieso erst einmal zusammenwachsen, die Mannschaft musste sich nach dem Abgang von Starstürmer Diego Costa neu finden. Doch das ging trotz einiger Punktverluste zu Saisonbeginn relativ schnell.

Imposante Trefferquote

Denn Mandzukic hängt sich rein. Imponiert durch Einsatzbereitschaft und Leidenschaft. Der Kroate kommt über den Kampf, ist der typische Knipser. Ein Vollblut-Stürmer, der rackert und für zwei arbeitet. Filigran sind andere. Das Wichtigste aber: Er liefert ab. Und wie.

Seine Bilanz: Zwölf Tore in 21 Ligaspielen, darunter eines zuletzt beim 4:0 gegen den Stadtrivalen Real und bereits sechs seit der Rückkehr von Torres. Dazu fünf Treffer in der Champions League, zwei im Pokal und der entscheidende Treffer im Supercup-Rückspiel.

Brandgefährliches Sturmduo

Klar, natürlich gegen Real. Mehr kann man kaum machen, um die Herzen der Fans zu gewinnen.

Gemeinsam mit dem Franzosen Antoine Griezmann (17 Pflichtspieltore) bildet Mandzukic (20) eines der torgefährlichsten Sturmduos Europas. Dem Schatten seines Vorgängers Costa ist Mandzukic so längst enteilt. Und auch sein angeblicher Widersacher Torres kommt nur selten an ihm vorbei.

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Zwischen 2012 und 2014 absolvierte Mario Mandzukic (hier mit Fernando Torres) für den FC Bayern München 54 Spiele © Getty Images

Auf einer Wellenlänge mit Simeone

Mit Trainer Diego Simeone liegt er auf einer Wellenlänge. "Wir sehen Fußball auf die gleiche Weise. Mir gefällt seine Art, wie er das Training leitet, wie er die Mannschaft vorbereitet und motiviert. Er will, dass wir kämpfen, und das liegt mir", sagte Mandzukic.

Simeone findet offenbar nicht nur die richtigen Worte, sondern auch die richtige Mischung. Zumeist spielt Mandzukic mit Griezmann, Torres kam zuletzt immer von der Bank. Er füllt die Rolle des Jokers, der die beiden gesetzten Stürmern stets auf Betriebstemperatur halten soll, perfekt aus.

Zudem bewies Simeone bereits in der Vergangenheit, dass er nicht nur Stars formen, sondern auch mit ihnen umgehen kann. Kein leichtes Unterfangen bei diesen drei Hochkarätern: Einem 23 Jahre alten französischen Nationalspieler, einem als Heißsporn verschrienen 28-jährigen Kroaten und einer 31 Jahre alten Atletico-Legende.

"Persönliche Sachen stehen hinten an"

Gerüchte, dass er seit Torres' Ankunft unzufrieden sei, tat Mandzukic damit ab, dass die Medien "alles dramatisieren". Konkurrenzkampf ist für Mandzukic inzwischen aber offenbar sowieso kein Problem mehr: "In jedem großen Verein gibt es Konkurrenzkampf. Wir alle sind hier, um den Verein zum Erfolg zu führen. Persönliche Sachen stehen hintenan."

In München war es noch persönlich. Seine Worte zum Abschied vom FC Bayern dürften Guardiola immer noch in den Ohren klingen: "Dieser Mann hat mich enttäuscht. Guardiola war nicht fair zu mir. Ich habe das Beste für die Mannschaft und für Bayern gegeben, hatte es nicht verdient, so behandelt zu werden."

Es war also mal anders. Doch wie gesagt: Mario Mandzukic hat sich verändert.

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