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Chelsea v Paris Saint-Germain - UEFA Champions League Round of 16
David Luiz erzielte per Kopf das erste Tor für PSG © Getty Images

London - Viele Fehlentscheidungen, ein Geschoss von David Luiz - und ein Teamkollege, der vom Elfer-Deppen zum großen Helden wird. Paris überwindet den FC Chelsea denkwürdig.

Trotz einer Roten Karte für Zlatan Ibrahimovic hat Paris St. Germain den FC Chelsea in einer irrwitzigen Partie aus der Champions League geworfen.

Dem französischen Meister genügte an der Stamford Bridge in Unterzahl ein 2:2 (Hinspiel: 1:1) nach Verlängerung, um zum dritten Mal in Serie in die Runde der letzten Acht einzuziehen (DATENCENTER: Spielplan).

Thiago Silva war nach seinem Ausgleichstreffer (114.) der umjubelte Mann bei den Gästen, nachdem er zuvor noch in selten naiver Art und Weise einen Handelfmeter verursacht hatte (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker).

Thiago Silva - FC Chelsea gegen PSG
Thiago Silva verursachte erst den Handelfmeter zum 2:1 für Chelsea, glaich dann aber per Kopf aus © imago

Unglücklicher Schiri Kuipers

Der Tabellenführer der Premier League war einen Tag nach dem 110. Vereinsjubiläum durch Gary Cahill (81.) in Führung gegangen, Ex-Chelsea-Profi David Luiz (86.) rettete PSG in die Verlängerung.

Dort schoss Eden Hazard (96. /Handelfmeter) die Gastgeber erneut in Front, Thiago Silva riss die Blues und Startrainer Jose Mourinho aber aus allen Träumen.

"Wer zwei Tore nach Ecken zulässt, hat es nicht verdient zu gewinnen", musste der Starcoach resigniert festhalten: "Unsere Leistung war nicht gut genug."

Die Hauptrolle auf dem Feld spielten allerdings lange Zeit nicht die millionenschweren Stars auf beiden Seiten, sondern Schiedsrichter Björn Kuipers.

Der Niederländer ließ vor 37.692 Zuschauern eine konsequente Linie vermissen und lag bei fast allen relevanten Entscheidungen falsch: Für Ibrahimovic (31.) wäre nach einer Aktion gegen Oscar Gelb angemessen gewesen.

Kuipers übersah zudem einen Ellbogenschlag von PSG-Abwehrspieler David Luiz gegen Diego Costa und verweigerte Chelsea in der 44. Minute zu Unrecht einen Elfmeter (Edinson Cavani an Costa).

Passiver Beginn

Chelsea tat, was nach dem guten Hinspielergebnis zu erwarten gewesen war: Den Ball halten, verwalten, sicher stehen.

Dennoch gelang PSG ein schneller Warnschuss - John Terry klärte vor dem einschussbereiten Cavani (2.).

Wenig später hatten beide Mannschaften ihre Rolle gefunden, sie spielten passiv. Paris in dem Bewusstsein, dass ein Tor zum Viertelfinaleinzug reichen könnte, Chelsea im Glauben, kein Gegentor zu kassieren.

Rückzieher hilft Ibrahimovic nicht

Die Rote Karte kam dem Halbfinalisten der Vorsaison dabei sehr gelegen.

Ibrahimovic und sein Gegenspieler Oscar waren im Mittelfeld spektakulär ineinandergerutscht, dabei zog der Schwede allerdings noch sein Bein zurück.

Zlatan Ibrahimovic im Spiel gegen den FC Chelsa
Zlatan Ibrahimovic wurde für ein Foul gegen Oscar (l.) mit Rot bestraft © Getty Images

Als Chelsea sich anfangs der zweiten Halbzeit aufmachte, eine Entscheidung herbeizuführen, hätte Cavani die Blues beinahe eiskalt erwischt.

Ein Geschoss von David Luiz

Der Stürmerstar aus Uruguay hatte Chelsea-Torhüter Thibaut Courtois bereits ausgespielt, scheiterte aber am Innenpfosten (57.).

Für die Gastgeber war das Warnung genug, noch mehr auf Sicherheit zu setzen - doch dies gelang nicht, PSG drückte und hatte weitere gute Gelegenheiten.

Nach dem 1:0 durch Cahill wähnte sich Chelsea in Sicherheit, doch David Luiz schockte seinen Ex-Verein mit einem geschossartigen Kopfball.

Chelsea v Paris Saint-Germain - UEFA Champions League Round of 16
David Luiz überwand Thibaut Courtois mit einem Kopfball nach einer Ecke © Getty Images

Thiago Silva - vom Deppen zum Helden

In der Verlängerung leistete sich der brasilianische Nationalspieler Thiago Silva einen Aussetzer, als er sich im eigenen Strafraum ein dummes Handspiel leistete: Mit hoch erhobenem Arm ging er in ein an sich unbedenkliches Kopfballduell gegen Kurt Zouma.

Hazard nahm das Geschenk an und verwandelte den Elfmeter sicher.

Paris gab aber nicht auf, Thiago Silva war zweimal hintereinander bei einem Eckstoß mit dem Kopf zur Stelle. Beim ersten Mal hielt Courtois. Beim zweiten Mal war er machtlos.

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