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Robert Lewandowski
Robert Lewandowski erzielt per Volleyschuss das Tor zum 1:0 gegen Frankfurt © Imago

München - Zur entscheidenden Saisonphase läuft Bayern-Stürmer Robert Lewandowski zur Höchstform auf. Das liegt auch an Umstellungen im Team. Und Thomas Müller kitzelt den Polen weiter.

Die Kameras werden am Montagnachmittag wieder auf Robert Lewandowski zoomen. Beim Abflug des FC Bayern zum Champions-League-Viertelfinalhinspiel beim FC Porto (Mi., ab 20.15 Uhr LIVETICKER u. Sportradio SPORT1.fm)

Nicht auf seine Leidensmiene, wie noch des öfteren in der Hinrunde. Sondern auf Lewandowski als Hoffnungsträger des FC Bayern.

Doppeltorschütze beim 3:0 gegen Eintracht Frankfurt. Dabei ein Treffer aus der Kategorie Magisches, so atemberaubend waren Ballannahme und -verarbeitung vor dem 1:0.

Inzwischen steht Lewandowski bei 16 Bundesliga-Toren, die Torjägerkrone scheint greifbar. Wie im Vorjahr - damals noch im Dress von Borussia Dortmund.

Komplimente von den Bayern-Bossen

"Wenn er so weitermacht, hat er eine gute Chance, seine Torjägerkanone direkt im ersten Jahr bei uns zu verteidigen", sagte Karl-Heinz Rummenigge dazu auf SPORT1-Nachfrage.

Karl Hopfner pflichtete dem Vorstandsboss bei. "Lewandowski hat nicht nur heute, sondern auch schon in Dortmund ein sehr gutes Spiel gemacht", erklärte der Bayern-Präsident im Gespräch mit SPORT1 und ergänzte mit einem Lächeln: "Allerdings hätte er zwei Tore mehr machen können."

Tatsächlich war der etwas großzügige Umgang mit den Chancen das einzige Manko bei einer grandiosen Vorstellung des Polen, der die SPORT1-Note 1 erhielt.

Bereit für den Endspurt

In den vergangenen acht Spielen hat der Musterathlet neunmal getroffen. Er macht den verletzungsgeplagten Bayern so Mut vor dem großen Endspurt in Champions League, DFB-Pokal und Bundesliga.

Richtig, jener Lewandowski, der im Februar noch Trainer Pep Guardiola nicht stark genug erschien, um ihn im Achtelfinalhinspiel bei Schachtjor Donezk in die Startelf zu schicken.

Doch Lewandowski hat sich durchgebissen. Und er profitiert davon, dass die Bayern - wie einst die Dortmunder - ihr Spiel immer mehr auf die Nummer 9 ausrichten. Besonders Thiago Alcantara tut das, aber eben auch Mario Götze und Thomas Müller.

Noch wichtiger ohne Robben und Ribery

Lewandowski, der Magnet im Strafraum. Ein Ballverwerter und -behaupter, der besonders jetzt zur Geltung kommt, da die Münchner defensiver agieren als mit dem Duo Arjen Robben und Franck Ribery.

"Ich glaube, er profitiert enorm von den Ausfällen von Robben und Ribery", stellt auch SPORT1-Experte Thomas Strunz im Volkswagen Doppelpass fest. "Dadurch ist das Spiel mehr auf ihn zugeschnitten. Es scheint, als wäre die Blockade weg."

Lewandowskis Wandlung ist den Teamkollegen natürlich nicht entgangen.

Philipp Lahm beschreibt den 26-Jährigen als "sehr, sehr aktiv im Moment", preist dessen Gabe, die Bälle zu halten. Die "große Qualität" zahle sich jetzt in Toren aus, meint der Bayern-Kapitän.

Verbesserungsfähige Quote

Allerdings: In der Champions League hat Lewandowski bisher nur dreimal eine Jubelrunde drehen dürfen. Eine ausbaufähige Quote.

"Er soll lieber die Champions-League-Torjägerkanone holen, dann sähe es auch da gut für uns aus", stichelt Thomas Müller daher.

Natürlich saß dem Oberbayern dabei auch ein wenig der Schalk im Nacken. Doch der Hinweis ist berechtigt, dass Lewandowski jetzt ebenfalls auf Europas edelster Bühne glänzen muss.

Wie 2013 beim 4:1 von Borussia Dortmund gegen Real Madrid. Jener unbeschreiblichen Vier-Tore-Gala.

"Ich muss so weitertreffen"

Lewandowski will sich nicht bitten lassen.

"Ich bin zufrieden und muss einfach so weitertreffen", sagte er am Samstag. Den ausgelassenen Möglichkeiten gegen Frankfurt gewann er noch eine positive Seite ab: "Am Mittwoch haben wir das Champions-League-Spiel beim FC Porto, wir können nicht alle Tore schon heute schießen."

Der Mittelstürmer hat sich bislang immer Trainer Pep Guardiola untergeordnet: Im Zentrum Platz für die Mitspieler geschaffen oder wie beim 8:0 gegen den HSV lange auf der linken Seite gespielt.

Jetzt scheint er seinen Platz gefunden zu haben, mehr Ligatreffer als Bayern-Legende Gerd Müller in seiner Premierensaison bei den Roten (15 Tore 1965/66) hat er schon erzielt.

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