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München - Pep Guardiola muss das Risiko erhöhen, um den Rückstand gegen Porto wett zu machen. Ribery fällt aus. Hoffnung gibt es bei Mittelfeld-Chef Bastian Schweinsteiger.

Das Risiko erhöhen, Lösungen finden, "mutig sein": Pep Guardiola steht vor dem Rückspiel gegen den FC Porto vor einem Drahtseilakt.

"Nicht so gemütlich", ist dem Trainer des FC Bayern aufgefallen, ist die Situation der Bayern seit der 1:3-Niederlage im Champions-League-Hinspiel in Porto. Um es mit anderen Worten zu sagen: Der Druck auf Guardiola ist enorm.

"Ich weiß, dass es nicht genug ist, Deutscher Meister zu sein. Nur das Triple ist genug", sagte der Spanier vor dem Showdown am Dienstag (ab 20:15 im LIVETICKER und in unserem  Sportradio SPORT1.fm).

Ribery fällt wohl aus

Nach der Pleite in Porto und dem Zoff mit Vereinsikone Dr. Müller-Wohlfahrt steht der Trainer im Fokus und im Zentrum der Kritik. Dennoch lebt er Entspannung vor, spricht ruhig, erklärt sich lange.

Bei Dribbel-Filou Franck Ribery besteht laut Guardiola wenig Hoffnung für Dienstag. "Mein Gefühl ist, dass er nicht spielen kann. Ich werde mit dem Doktor sprechen." Mit Doktor Braun, Müller-Wohlfahrts Nachfolger, versteht sich.

Robben schmerzlich vermisst

Vor allem Riberys kongenialer Partner Arjen Robben ist es aber, der den Bayern am meisten fehlt. "Wir vermissen Arjens Qualität im Eins-gegen-Eins" sagt Guardiola. "Wir sind auch seinetwegen so weit gekommen."

Bayern braucht gegen Porto mindestens zwei Tore und muss zudem "mehr Risiko gehen", wie Guardiola sagt. 

Dass das gegen die schnellen und effizienten Stürmer der Portugiesen ins Auge gehen kann, weiß auch Thomas Müller, der Bayerns Dilemma in seiner gewohnt trockenen Art auf den Punkt bringt: "Wir dürfen nicht überdrehen und Kamikaze nach vorne rennen. Wir stehen mit dem Rücken zur Wand."

Wer gibt den "Eisbrecher"?

Es brauche ein "frühes 1:0", meint Müller. Nur wer soll es machen?

Robbens große Stärke, aus dem Nichts Torgefahr zu kreieren und auch in engen Matches der "Eisbrecher" zu sein, ist bei den Bayern derzeit nicht zu ersetzen. Stürmer wie Robert Lewandowski oder Müller sind von guten Zuspielen abhängig.

Aber auch das Personal hinter den Offensiven ist unpässlich oder zumindest angeschlagen. Thiago und Kapitän Philipp Lahm, der sich für Dienstag fit meldete, kehrten gerade erst von langen Verletzungen zurück.

Hoffnung bei Schweinsteiger

Hoffnung gibt es bei Juan Bernat und Bastian Schweinsteiger. Ob es für den Mittelfeldmotor gegen Porto reicht, wird ein Wettlauf mit der Zeit.

"Es wäre super, wenn Basti dabei ist", erklärt Lahm. "Er ist der Anführer, der die Mannschaft mitreißen kann." Auch Guardiola sagt: "Wenn Schweinsteiger spielt, sind wir besser."

Darf Rode wieder ran?

Und wenn Schweinsteiger doch wieder passen muss? Dann schlägt wohl erneut die Stunde von Sebastian Rode.

Der Neuzugang überzeugte beim 2:0 in Hoffenheim als kampfstarker Organisator im Mittelfeld und glänzte sogar als Torschütze. Im Robben-Style.

Dass Rode nach langer Zeit wieder von Beginn an ran durfte, war erneut den Verletzungssorgen zu verdanken.

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Sebastian Rode überzeugte in Hoffenheim auch als Torschütze © Getty Images

"Sehr gemütlich", sagt Guardiola, sei es für ihn in den letzten Monaten daher lediglich gewesen, die Startelf zu benennen.

Das Team stellt sich auch am Dienstag fast von selbst auf. Neben Ribery und Robben fallen auch Javi Martinez, David Alaba und Medhi Benatia im Rückspiel sicher aus.

Zoff mit dem Doc nicht vergessen

Immer wieder verweist Guardiola auf der Pressekonferenz auf das enorme Verletzungspech (alle Aussagen im Liveblog) der Münchner. "Ich warte mit der Aufstellung immer bis zur letzten Stunde."

Man merkt Guardiola an: Der Zoff mit Müller-Wohlfahrt ist noch nicht vergessen. Einzig wegen der Verletzungen stehen die Bayern nun so unter Druck, steht dick unterstrichen zwischen den Zeilen seiner Aussagen.

Heimvorteil soll es richten

Aller Sorgen zum Trotz sind sich sowohl Guardiola als auch Lahm und Müller aber einig: Der Heimvorteil wird es am Dienstag richten.

"Die Fans unterstützen uns. Die Tore schießen müssen wir selbst", sagt Müller. "Aber ein 2:0 für den FC Bayern wäre kein fußballerisches Weltwunder." Die Statistik spricht eine andere Sprache. Noch nie drehten die Bayern zuhause einen Zwei-Tore-Rückstand im Europapokal.

Müller "mag den Nervenkitzel", gibt mit Blick auf die jüngsten Turbulenzen in München aber zu: "Jeder weiß, was das Spiel für die Stimmung in den kommenden Wochen bedeutet."

Guardiola will in München bleiben

Das Spiel entscheidet, wenn man Guardiola glauben darf, nicht über die Zukunft des Trainers in München. "Meine Zukunft ist im nächsten Jahr hier", sagt der Katalane. Für Lahm und Müller ist er nach wie vor der "perfekte Trainer."

Er habe viel gelernt in den letzten Monaten, betont Guardiola, bevor er die Pressekonferenz verlässt. Bei einem Misserfolg am Dienstag kann er in den kommenden Wochen wohl vor allem die Bedeutung der Worte "richtig ungemütlich" lernen.

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