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Barcelona - Lange Zeit hielt der FC Bayern stand, doch dann schlägt der argentinische Superstar eiskalt zu. Vor allem die Offensive des Rekordmeisters enttäuscht.

Manuel Neuer hielt wie ein Teufelskerl - doch dann kamen Lionel Messi und Neymar: Der große Traum des FC Bayern vom Champions-League-Finale in Berlin ist so gut wie geplatzt. Der deutsche Rekordmeister erhielt bei der Rückkehr von Pep Guardiola nach Barcelona beim 0:3 (0:0) im Halbfinal-Hinspiel eine bittere Lektion und braucht ein Wunder für den Einzug ins Endspiel am 6. Juni.   

"Das wäre schon eine Fußball-Sensation, so ehrlich muss man sein", sagte ein ernüchterter Thomas Müller bei Sky: "Dass es so läuft wie gegen Porto, ist nicht zu erwarten. Ein 0:3 habe ich hier lange nicht gesehen."

Der viermalige Weltfußballer Messi traf die Bayern mit zwei Toren innerhalb von vier Minuten (77./80.) ins Herz, nachdem Neuer ein knappes Dutzend Großchancen vereitelt hatte. In der Nachspielzeit erzielte Neymar (90.+4) das Tor zum Endstand. "Wir hatten viel Kontrolle, aber das Talent von Messi hat einfach den Unterschied gemacht", sagte Pep Guardiola.

"Ganz bitter"

"Wir haben das lange gut gemacht, aber dann lassen wir uns quasi dreimal auskontern. Das ist ganz bitter und darf nicht passieren", sagte Kapitän Philipp Lahm im ZDF-Interview. "Man darf ja in Rückstand geraten, aber dann darf das Spiel nicht 0:3 ausgehen."

Eine Woche nach dem bitteren Aus im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund konnten sich Guardiola und sein Team dennoch bei ihrem Torhüter bedanken, der gegen den starken Messi, Luis Suarez und Neymar immer wieder glänzte und somit noch Schlimmeres verhinderte.

"Das erste Gegentor war ausschlaggebend, das haben wir selbst verursacht", sagte Neuer und spielte damit auf den schlimmen Fehler von Bernat an, der in der Vorwärtsbewegung trotz Überzahl den Ball verlor und somit das Gegentor durch Messi einleitete. Jerome Boateng, der vor dem 0:2 durch Messi ausgespielt wird, wurde deutlicher: "Es ist schade nach so einem Spiel, so ein Tor zu kassieren. In so einer Situation darf man die Verteidiger nicht alleine lassen. Man muss sich fragen, warum wir hier 0:3 verlieren."

Barcelona beginnt stark

Die ersatzgeschwächten Bayern mit `Maskenmann" Robert Lewandowski in der Startelf konnten sich  anfangs kaum aus der Umklammerung von Barca befreien. Das Fehlen der verletzten Superstars Arjen Robben und von Franck Ribery war deutlich zu spüren.

Guardiola hatte sich vor 95.639 Zuschauern bei seinem ersten Auftritt in Barcelona seit seinem Abschied vor zwei Jahren etwas einfallen lassen. Der 44-Jährige bot zunächst eine  Dreier-Abwehrkette aus Medhi Benatia, Jerome Boateng und Rafinha auf. Davor agierten Philipp Lahm und Xabi Alonso als Doppelsechs, Bastian Schweinsteiger übernahm einen offensiven Part im Mittelfeld.

Der Plan ging aber überhaupt nicht auf, die Münchner Defensive wackelte bedenklich. Erst hatte Boateng gegen Suarez seine liebe Not (4.), dann kam der Torjäger aus Uruguay freigespielt von Messi zum Schuss (7.), Neuer war jedoch auf dem Posten.

Neuer hält Bayern im Spiel

In der 12. Minute bewahrte der Bayern-Keeper die Münchner dann mit einem Weltklasse-Reflex gegen den erneut durchgebrochenen Suarez vor dem Rückstand. Wenig später klärte Rafinha gegen Neymar in letzter Sekunde.

Guardiola, der immer wieder wild gestikulierend am Spielfeldrand stand, reagierte und stellte auf Viererkette um. Das Bayern-Spiel wurde dadurch stabiler. Der Rekordmeister konnte sich nun auch erstmals befreien und verpasste in der 18. Minute sogar die Führung, als Lewandowski nach Pass von Thomas Müller frei vor Barca-Keeper Marc-Andre ter Stegen nicht richtig traf.

Der deutschte Torwart war nach Spielschluss fair in der Analyse: „Das Ergebnis hört sich krass an, gibt den Spielverlauf nicht wirklich wieder." Zu Doppeltorschütze Messi sagte ter Stegen schmunzelnd: "Man darf zu Messi nichts sagen, da muss man genießen und zuschauen."

Bayern zu zaghaft

Münchns Versuche blieben im Spielverlauf zu zaghaft. Barcelona konnte sich immer wieder sortieren.

Nach dem Wechsel kamen die Bayern etwas besser ins Spiel - ohne die Partie jemals kontrollieren zu können. Vor allem Messi, aber auch Neymar sorgten mit ihren Dribblings und Antritten immer wieder für einige Verwirrung bei den Münchnern. So musste erneut Neuer als "Libero" gegen Neymar retten (61.). Auf der anderen Seite sorgte ein abgefälschter Schuss von Thiago für Gefahr (71.).

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