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United-Trainer van Gaal betont die Rolle von Schweinsteiger in Manchester, für Zauberfuß Memphis Depay hat der Niederländer eine ganz besondere Belohnung.

Stück für Stück rückt Bastian Schweinsteiger beim englischen Rekordmeister Manchester United in die erhoffte Rolle als Führungsspieler.

"Wir brauchen Schweinsteiger in unserem Team", betonte Teammanager Louis van Gaal und antwortete auf die Frage, ob der Wechsel zur Pause des Champions-League-Playoff-Hinspiels gegen den FC Brügge von Michael Carrick zu Bastian Schweinsteiger taktischer oder gesundheitlicher Natur war.

"Carrick war nicht verletzt, der Wechsel hatte taktische Gründe. Ich will Schweinsteiger langsam ans Team heranführen", erklärte der Niederländer.

Längster Pflichtspieleinsatz

Immerhin schon für eine ganze Halbzeit schickte also van Gaal den Weltmeister beim 3:1 (2:1)-Erfolg gegen die Belgier auf den Platz.

Der 31-Jährige hielt nach seinem bislang längsten Pflichtspieleinsatz für seinen neuen Klub den Ball aber bewusst noch flach.

"Bin ganz zufrieden"

"Ich bin ganz zufrieden", sagte Schweinsteiger bei Sky zu seiner Leistung unter den Augen seines Bruders Tobias nach zuvor zwei jeweils halbstündigen Premier-League-Auftritten, "aber ein paar Spiele brauche ich schon noch, um bei 100 Prozent zu sein."

Sein Aufbauprogramm kann der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, der eine starke Passquote von über 90 Prozent erreichte, seit Dienstagabend ganz auf den Champions-League-Auftakt Mitte September ausrichten:

Nach dem wichtigen Erfolg gegen den belgischen Meister durch einen Doppelpack von Neuzugang Memphis Depay (13. und 43.) sowie dem womöglich bereits entscheidenden Treffer von Marouane Fellaini in der Nachspielzeit (90.+4) darf Manchester sich beste Chancen auf seine Champions-League-Rückkehr nach einjähriger Abstinenz ausrechnen - und Schweinsteiger auf seine achte Saison in der europäischen Königsklasse in Serie hoffen.

Gute Ausgangsposition

"Ein 3:1 ist schon ein Unterschied zu einem 2:1", betonte der frühere Münchner nach dem "großen Sieg" und unterstrich die Bedeutung von Fellainis Torerfolg - zumal ManUnited schon nach acht Minuten durch ein Eigentor von Carrick in Rückstand geraten war: "Jetzt haben wir eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel nächste Woche."

Maßgeblichen Anteil daran hatte Depay. Der 21 Jahre Niederländer, in der Sommerpause für rund 35 Millionen von PSV Eindhoven auf die Insel gekommen, versetzte seinen Coach und Mentor van Gaal durch seine ersten beiden Pflichtspieltore für die Red Devils und die Vorarbeit zu Fellainis Tor so sehr in Verzückung, dass der erfahrene Coach entgegen sonstiger Gepflogenheiten seinen Landsmann mit einem Sonderlob hervorhob.

"Möchte ihn am liebsten küssen"

"Ich möchte ihn am liebsten küssen", schwärmte der frühere Meister-Trainer von Bayern München: "Ich wusste, dass es nur eine Frage der Zeit ist, dass er für uns treffen wird, und hoffe, dass er so weitermacht."

Der schon 2013 von van Gaal für Oranje entdeckte Flügelstürmer war von den Ovationen der Fans in Old Trafford überwältigt.

"Ich habe in der vorigen Saison auch viele Tore gemacht, aber diese beiden Treffer sind etwas ganz Besonderes", äußerte Depay und machte aus seinen Emotionen kein Hehl. Er richtete aber bereits seinen Blick auch schon auf das für Manchester auch finanziell wichtige Rückspiel: "Der Sieg ist schön, aber wir müssen unseren Job in Brüssel erst noch zu Ende bringen."

Vielleicht darf Schweinsteiger dann schon von Beginn an spielen.

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