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Kevin Kampl
Kevin Kampl wechselte kurz vor Ende der Transferperiode im Sommer nach Leverkusen © Getty Images

München - Nach seinem Last-Minute-Wechsel zu Bayer hofft Kevin Kampl bei SPORT1 auf eine erfolgreiche Zeit unter Trainer Roger Schmidt. Sein Debüt in der Champions League winkt.

Kevin Kampl ist erleichtert. Nach seinem achtmonatigen Intermezzo bei Borussia Dortmund ist der 24-Jährige Ende August unters Bayer-Kreuz gewechselt. Dorthin, wo er als Jugendlicher seine ersten fußballerischen Gehversuche machte.

"Ich bin überglücklich, dass der Wechsel nach Leverkusen geklappt hat", sagt Kampl vor dem Champions League-Auftakt am Mittwochabend zu Hause gegen Bate Borisov (ab 20.15 Uhr im LIVETICKER auf SPORT1.de) im Gespräch mit SPORT1. "Es sah ja schon im Winter kurz danach aus. In meiner Jugend habe ich elf Jahre hier gespielt, da ist es natürlich etwas Besonderes, wieder zurückzukehren."

Schwierige Zeit beim BVB

Beim BVB hatte er Probleme. Im Winter kam Kampl mit großen Vorschusslorbeeren von Red Bull Salzburg nach Dortmund und sollte mithelfen, die Schwarz-Gelben aus der Krise zu schießen. Ein schwieriges Unterfangen. Den Dortmundern stand damals das Wasser bis zum Hals. Sie schafften durch eine gute Rückrunde zwar noch den Sprung auf Platz sieben.

Kampl konnte sich jedoch nicht durchsetzen. Die Bilanz des Offensivspielers: 14 Spiele, 0 Tore. Der damalige BVB-Coach Jürgen Klopp verlor irgendwann den Glauben an ihn.

Doch das Prädikat 'gescheitert' will sich Kampl nicht anheften lassen. "Ich glaube nicht, dass Bayer Leverkusen einen gescheiterten Spieler verpflichten würde", so der gebürtige Solinger. "Ich kam in einer sehr schwierigen Phase nach Dortmund. Manchmal passt es einfach nicht richtig."

Realistischer Blick zurück

Kampl, immerhin slowenischer Nationalspieler, fügt ganz realistisch an: "Der BVB stand mit dem Rücken zur Wand, war mitten im Abstiegskampf und die Erwartungshaltung war sehr hoch. Zu diesem Zeitpunkt blieb nicht viel Zeit, sich einzugewöhnen." Es sei "schon schwierig genug" gewesen "für die etablierten Spieler, mit der ungewohnten Situation klarzukommen. Für mich natürlich auch."

"Werde künftig noch profitieren"

Aus solchen Phasen könne man trotzdem "einiges mitnehmen." Und weiter: "Ich bin mir sicher, dass ich davon künftig noch profitieren werde."

In Leverkusen will der Slowene nun der Reset-Knopf drücken. Kampl fängt von vorne an, ausgestattet mit einem Fünfjahresvertrag. Was will der Offensivmann nun besser machen? "Ich kenne die Art des Fußballs, den Roger Schmidt in Leverkusen spielen lässt, aus unserer gemeinsamen Zeit in Salzburg", sagt er. "Der Trainer hat sie mir bei Red Bull mit auf den Weg gegeben."

Er glaube dies sei "die bestmögliche Art, wie ich Fußball spielen kann, und das möchte ich auch bei Bayer zeigen. Ich will da sein, wenn man mich braucht und das in mich gesetzte Vertrauen zurückgeben." Am Wochenende im Heimspiel gegen Darmstadt 98 wurde Kampl für Hakan Calhanoglu eingewechselt. Am Ende stand eine 0:1-Niederlage.

Erfolg in Österreich

Der Heimkehrer aber möchte wieder an seine erfolgreiche Zeit in Österreich anknüpfen. In 74 Spielen schoss er immerhin 18 Tore für Salzburg. In den Jahren zuvor war Kampl viel unterwegs. Nach seiner Leverkusener Zeit (1997 bis 2011) spielte er bei Greuther Fürth, beim VfL Osnabrück und beim VfR Aalen.

Richtig glücklich wurde er erst bei Red Bull unter Schmidt. Und er macht auch gar keinen Hehl daraus, dass sein neuer alter Trainer "sehr wichtig" war für seine jüngste Entscheidung. "Roger Schmidt ist der Trainer, der mich bisher am meisten in meiner Karriere geprägt hat. Ohne die Zeit in Salzburg hätte ich mich nicht so entwickeln können. Dann wäre dieser große Wechsel vielleicht nicht möglich gewesen."

Hohe Ablöse kein Thema

Der BVB zahlte im Winter rund elf Millionen Euro für ihn, jetzt hat Bayer dem Vernehmen nach zehn Millionen Euro ausgegeben. Doch das bereitet Kampl kein Kopfzerbrechen. Er hat jetzt erst einmal nur den Start in der Königsklasse im Blick.

"Da geht natürlich ein Traum in Erfüllung. Schon als Kind wünschst du dir, irgendwann einmal diese Hymne zu hören", schwärmt Kampl. "Und jetzt ist es endlich soweit, ich bin mit meiner Mannschaft dabei. Das werde ich wahrscheinlich so richtig erst am Mittwochabend um viertel vor neun kapieren. Fantastisch."

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