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München und Manchester - Fans und Medien bejubeln Bastian Schweinsteigers Leistung gegen Wolfsburg, nur Louis van Gaal meckert - wofür er herbe Kritik von Ottmar Hitzfeld einstecken muss.

Als Bastian Schweinsteiger nach 72 Minuten den Platz verließ, erhoben sich die Zuschauer im Old Trafford und feierten ihren neuen Liebling.

Die Fakten sprachen eine eindeutige Sprache, auch die sonst so kritischen englischen Medien lobten den Mittelfeldspieler von Manchester United nach dem 2:1-Heimsieg gegen den VfL Wolfsburg in den höchsten Tönen.

Nur Louis van Gaal hatte wieder mal eine ganz eigene Meinung zur Vorstellung seines Neuzugangs.

"Bastian Schweinsteiger macht es sehr gut. Ich bin sehr zufrieden mit ihm", meinte der Coach, um dann aber deutliche Kritik zu üben:

"Heute hat er nicht so gut gespielt. Vielleicht auch, weil es gegen eine deutsche Mannschaft ging. Das ist vielleicht mehr Druck für ihn. Deshalb habe ich ihn ausgewechselt."

Hitzfeld: "Schlechter Schachzug von van Gaal"

Eine Sichtweise, die van Gaal relativ exklusiv hatte. "Bastian Schweinsteiger war Leistungsträger und verantwortlich für die gute Organisation der Defensive", sagte sein langjähriger Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld im Gespräch mit SPORT1:

"Als er herausging, ging die Ordnung verloren. Daher war es ein schlechter Schachzug von van Gaal, das hätte in die Hose gehen können. Es war ein Fehler."

Ottmar Hitzfeld gewann 1997 mit Borussia Dortmund und 2001 mit dem FC Bayern die Champions League
Ottmar Hitzfeld war beim FC Bayern von 2002 bis 2004 und in der Saison 2007/2008 der Trainer von Bastian Schweinsteiger © Getty Images

Auch wenn van Gaal diese Aussagen vermutlich als Majestätsbeleidigung ansehen dürfte, so geben die Daten Hitzfeld Recht: Schweinsteiger hatte die meisten Ballkontakte aller Spieler auf dem Platz (69) und überzeugte auch mit einer Passquote von 80 Prozent und einer Zweikampfbilanz von 67 Prozent.

"General, Anführer, neuer Roy Keane"

Entsprechend positiv waren die Bewertungen in der Presse. Für den Guardian war Schweinsteiger "der Geist, der Kopf" des United-Spiels: "Er ist nicht weit vom Höhepunkt seines Schaffens entfernt. Er inspiriert die Mannschaft und ist ihr größter Krieger." Und die Manchester Evening News bezeichneten ihn sogar als "General, Anführer, neuer Roy Keane".

Trotzdem hüllte sich der so gelobte Man of the Match nach der Partie wie schon in den letzten Wochen in Schweigen ("Sorry, tut mir leid"), twitterte lediglich am Donnerstag:  "Ein wichtiger Sieg! Hervorragendes Teamwork!"

Ausführlicher äußerte er sich dagegen in den Katakomben im vertrauten Gespräch mit seinem ehemaligen Bayern-Teamkollegen Dante. 

"Er ist sehr glücklich hier und hat mir gesagt, dass die ganze Mannschaft sehr nett ist und ihm sehr geholfen hat. Das freut mich, denn er bleibt ein guter Freund von mir", sagte der Brasilianer.

Das freudige Wiedersehen änderte allerdings nichts am Frust der Wolfsburger über die unnötige Niederlage.  "Wir wurden bitterböse bestraft", meinte Trainer Dieter Hecking, der den entscheidenden Treffer zum 1:2 von Chris Smalling erst als "Gurkentor" und später sogar als "Scheißtor" bezeichnete.

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