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München - Mesut Özil wird gerade hierzulande oft kritisch gesehen. Dabei ist er als Rekordvorlagengeber über jeden Zweifel erhaben. Bayern-Kapitän Lahm lobt ihn in höchsten Tönen.

Mesut Özil ist ein Star der Extreme. Spielt der Nationalspieler gut, wird er in der Presse abgefeiert, war er schwächer, hagelt es direkt Kritik.

Gerade in Deutschland wird er oft kritisch gesehen. Zu oft?

Beim Gastspiel des FC Arsenal beim FC Bayern in der Champions League (ab 20.15 Uhr im LIVETICKER und LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm) hat Özil einmal mehr die Chance, seinen Kritikern zu beweisen, was die Statistik belegt und seine Weggefährten längst wissen: dass er ein Großer ist.

Rekorde als Vorlagengeber

Als Rekordvorlagengeber ist Özil ohnehin über jeden Zweifel erhaben.

23 Tore hat er in 58 Spielen in der Premier League vorbereitet - das entspricht einem Schnitt von 2,52 Spielen pro Vorlage und ist einsame Spitze in der Historie der englischen Eliteklasse. Eric Cantona hat als Nächstbester einen Schnitt von 2,79.

In dieser Saison hat Özil bereits neun Treffer seiner Teamkollegen aufgelegt. Das sind die meisten Vorbereitungen eines Spielers in Europas fünf Topligen. Bayerns Douglas Costa hat je nach Zählung zwar 11 Torvorlagen auf dem Konto - reine Assists rechnen die Statistker dem Brasilianer aber nur sechs zu.

Arsenal-Regisseur Özil hat diese Saison schon 47 Chancen vorbereitet. Schon zu seiner Zeit bei Real Madrid glänzte Özil mit beeindruckenden Vorlagenstatistiken.

In 159 Spielen für die "Königlichen" bereitete er sagenhafte 81 Tore vor, lieferte also in jedem zweiten Spiel einen Assist. Trotzdem gab es auch von Spaniens Presse sofort Feuer, wenn's mal nicht so lief. Zu Unrecht, wie Philipp Lahm findet.

Lahm lobt in höchsten Tönen

"Mesut ist vielleicht der intelligenteste Spieler, mit dem ich je zusammengespielt habe", lobt der Bayern-Kapitän seinen Mit-Weltmeister im Daily Mirror: "Er ist vielleicht der intelligenteste Spieler in Europa derzeit. Mesut sieht Sachen, die nur er sehen kann - seine Übersicht ist die beste, die ich je gesehen habe."

Im entscheidenden Moment ist Özil oft da, spielt den tödlichen Pass. Manchmal, so wie im Hinspiel gegen Bayern, trifft er sogar selbst.

Weil er aber auch gerne häufiger abtaucht und seine Körpersprache dann phlegmatisch wirkt, steht er häufig in der Kritik.

Özil sei ein "zerbrechliches, außerirdisches Prinzlein. Er tauchte auf und wieder ab, aber er schuf auch Momente der Brillanz", schrieb zuletzt der Guardian.

Der Vorwurf: Nur durch spektakuläre Aktionen lassen sich schwächere Phasen nicht kaschieren.

Kritik an Özil "lachhaft"

Doch Lahm verteidigt Özil: "Viele Leute haben seine Art zu spielen nicht verstanden. Er ist nicht da draußen, um den Gegner im Eins-gegen-Eins auszuspielen", erklärt der ehemalige DFB-Spielführer: "Mesut spielt viel intelligenter. Er findet die Lücken und kreiert Chancen für seine Teamkollegen. Man muss sich doch nur die Vorlagenstatistik anschauen, um zu verstehen, dass es keinen Besseren gibt als ihn."

Die herbe Kritik, die Özil gerade in der Anfangsphase bei Arsenal entgegenschlug, findet Lahm "lachhaft". "Egal wie gut du bist, jeder braucht Zeit, um sich an eine neue Liga zu gewöhnen. Gerade in der Premier League, wo du nicht so viel Zeit am Ball bekommst und das Spiel sehr viel physischer ist", meint er.

Arsenals Trainer Arsene Wenger zeigt sich vor dem Rückspiel gegen Bayern höchstzufrieden mit seinem Lenker.

"Er hat sich gut entwickelt. Er hat viel Selbstvertrauen gewonnen, die Weltmeisterschaft hat ihm wahrscheinlich auch geholfen. Er ist jetzt in England anerkannt", sagte der 66-Jährige am Dienstag in München und fügte an: "Er ist ein großer Spieler für mich."

Ungekrönter König der Social Media

Bei den Fans in den sozialen Medien ist Özil der ungekrönte König unter den Nationalspielern.

Fast 29 Millionen Facebook-Fans hat Özil - fast das Dreifache des Zweitplatzierten Mario Götze (etwas über 10 Millionen). Bei den Twitter-Followern ist Arsenals Spielgestalter mit über 10 Millionen ebenfalls die klare Nummer 1 vor Manuel Neuer (3,3 Mio.) und Götze (2,8).

Einzig beim Bilder-Netzwerk Instagram muss Özil (4,226 Mio. Follower) dem Siegtorschützen des WM-Finales knapp den Vortritt lassen (Götze folgen hier 4,234 Mio.)

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