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Oliver Kahn schaut skeptisch
Ex-Profi und TV-Experte Oliver Kahn geht mit Bayer Leverkusen nach dem Champions-League-Aus hart ins Gericht © Getty Images

Oliver Kahn wirft Leverkusen nach dem Aus in der Königsklasse "Egoismen" und eine mangelnde Einstellung vor. Roger Schmidt zofft sich mit einem Reporter.

Während der FC Bayern mit einem 2:0 (0:0) bei Dinamo Zagreb im letzten Gruppenspiel der Champions League einen ungefährdeten Sieg einfuhr, verpasste Bayer Leverkusen nach einem 1:1 (1:1) gegen den FC Barcelona den Achtelfinaleinzug.

Bemerkenswert: Bei der Werkself herrschte nach Abpfiff derart dicke Luft, dass sich Coach Roger Schmidt mit Sky-Reporter Jan Henkel zoffte und mit Interview-Abbruch drohte.

Bayern-Trainer Pep Guardiola zollte vor allem Manuel Neuers Vertreter Sven Ulreich ein Lob.  

SPORT1 fasst die Reaktionen im ZDF und bei Sky zusammen.

Roger Schmidt (Trainer Bayer Leverkusen): "Es ist ein Drama. Es ist unglaublich, es herrscht Fassungslosigkeit, Enttäuschung, dass wir dieses Siel nicht gewonnen haben. Dass gleichzeitig Borissow in Rom 0:0 spielt, macht es zur Tragödie. Wenn man sieht, wie die fünf Spiele, die wir nicht gewonnen haben, gelaufen sind, ist das sehr enttäuschend und tut mir für alle Beteiligten, insbesondere die Spieler, sehr leid. Manchmal hält der Torwart gut, manchmal fehlt ein bisschen Glück, vielleicht auch Reife und Coolness. Wir sind auch eine sehr junge Mannschaft."

Als der Reporter nachhakt, dass auch Barca mit einer sehr jungen Mannschaft gespielt habe, reagierte Schmidt genervt und drohte, das Interview abzubrechen: "Wollen Sie noch so einen komischen Kommentar machen? Natürlich war der Gegner jung, aber sie haben ja gesehen, dass wir auf ein Tor gespielt haben. Es wird mein ganzes Leben in meinem Gedächtnis bleiben, dass wir es heute nicht geschafft haben."

Oliver Kahn (Ex-Profi des FC Bayern und ZDF-Experte): "In vielen Situationen ist der letzte Pass bei Leverkusen einfach nicht gekommen. Es fehlt dann vielfach die Coolness und die Erfahrung auf internationalem Niveau, einen Spielzug auch mal eiskalt zu Ende zu spielen. Ich habe das Gefühl, dass sich bei Leverkusen da ein paar Egoismen eingeschlichen haben. Hier war gar keine Stimmung, es gab keinen Spieler, der mal ein Signal gesetzt hat in der letzten Viertelstunde. Da ist auch der Funke von der Mannschaft nicht rübergesprungen."  

Rudi Völler (Sportdirektor Bayer Leverkusen): "Es ist eine große Enttäuschung, wir haben das vom ersten Moment an sehr gut gemacht. Wir haben den Gegner sehr stark unter Druck gesetzt, unheimlich viele Chancen erspielt. Aber das ist in der kompletten Vorrunde unser Problem. Wir erspielen sehr gute Torchancen, aber brauchen zu viele. Jetzt geht es in die Europa League, dort werden wir alles geben."

Christoph Kramer (Spieler Bayer Leverkusen): "Wir hatten unzählige Torschüsse, das ist schon ganz, ganz ärgerlich. Wir waren ganz nah dran am Achtelfinale, da ist die Enttäuschung schon groß. Mit ein bisschen Abstand können wir aber sagen, dass wir uns teuer verkauft haben."

Kevin Kampl (Spieler Bayer Leverkusen): "So können wir in der Europa League auf jeden Fall was reißen."

Marc-Andre ter Stegen (Keeper FC Barcelona): "Über die ganze Distanz war Leverkusen besser als wir. Mit dem 1:0 haben wir eigentlich gut vorgelegt. Dann kommen sie gut zurück, das war nicht unser Plan."

Pep Guardiola (Trainer FC Bayern): "Sven Ulreich hat es sehr, sehr gut gemacht. Sein Eins-gegen-Eins war großartig. Ich war sehr zufrieden mit ihm. Ein großes Kompliment an meine Mannschaft für diese Wahnsinns-Gruppenphase."

Robert Lewandowski (Doppel-Torschütze FC Bayern): "Wir mussten ruhig bleiben. Dann kam das erste Tor, dann das 2:0. Wir haben alles geschafft, was wir geplant hatten. Es war trotzdem ein sehr schwieriges Spiel. Wir mussten geduldig bleiben und versuchen, das erste Tor zu schießen. Als Spieler muss man geduldig bleiben und für seine Chance kämpfen, ein Tor zu schießen. Deswegen bin ich heute sehr zufrieden, dass wir gewonnen haben und ich zwei Tore geschossen habe."

Philipp Lahm (FC Bayern): "Wir sind Gruppenerster, unser großes Ziel für die Hinrunde der Champons League ist erreicht. Das war eine sehr gute Champions-League-Saison bis jetzt."

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