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Louis van Gaal (r.) wurde mit Manchester United in der vergangenen Premier-League-Saison Vierter

Nach dem blamablen Aus von Manchester United in der Champions League zeigt sich der ungeliebte Coach wieder mal als Besserwisser. Doch die Luft für Louis van Gaal wird dünn.

So kennt man Louis van Gaal: Wenn er in der Ecke steht, ist von Altersweisheit beim 64-Jährigen noch immer wenig zu sehen. Auch nach dem blamablen Vorrunden-K.o. von Manchester United in der Champions League ließ der Niederländer den Besserwisser raushängen.

Die "Fakten", behauptete van Gaal nach der Pleite in Wolfsburg trotzig, würden eindeutig zeigen, dass der englische Rekordmeister besser sei als im Vorjahr.

Lässt man seinen schon früher oft gezeigten Hang zur statistischen Haarspalterei einmal beiseite, fällt seine Bilanz nach knapp eineinhalb Jahren in Manchester aber desaströs aus.

United spielt unter van Gaal ideenlos und unattraktiv - die Fans wenden sich schon seit Monaten mit Grauen ab und sind getrieben von der Sorge, der ungeliebte Coach werde ihren ruhmreichen Klub ins Verderben führen.

Der einstige Startrainer scheint komplett ratlos, wie er die eklatanten Schwächen im Torabschluss und in der Rückwärtsbewegung abstellen soll. Das Bild, wie er nach dem Aus am Dienstag apathisch auf der Bank saß, war bezeichnend.

Ebenso wie die anschließende Rechthaberei sowie die Schuldzuweisung an die Spieler, besonders in Richtung von Bastian Schweinsteiger. Es ist zwar einfach, aber dennoch unsinnig, den alternden DFB-Kapitän jetzt zum großen Sündenbock für Uniteds Probleme zu machen.

Schließlich ist Schweinsteiger nach wie vor nicht in bester Verfassung ist und es war von Anfang an klar, dass er Zeit für die Anpassung an den englischen Fußball benötigt. Stattdessen gibt es ja genug andere potenzielle Superstars in der millionenschweren Truppe, doch auch von ihnen ist in den entscheidenden Spielen wenig zu sehen. Was letztlich eben doch das Verschulden van Gaals ist.

Das soll allerdings die bravouröse Leistung der Wolfsburger nicht schmälern, die ihr Herz in die Hand nahmen und nach einer starken Vorstellung und einer insgesamt überzeugenden Vorrunde verdient zum ersten Mal ins Achtelfinale eingezogen sind.

Und United mit einem hoffentlich wieder erstarkten Bastian Schweinsteiger können die Fans im neuen Jahr auf SPORT1 in der Europa League sehen. Ob dann allerdings Louis van Gaal noch das Sagen hat, ist nach den letzten Wochen sehr fraglich.

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