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Turin - Nach überragenden 60 Minuten verliert der FC Bayern nach Juves Anschluss den Faden und verspielt eine deutliche Führung. Joshua Kimmich wird zum Pechvogel.

Erst viel Glanz, dann große Probleme: Ein lange Zeit bärenstarker FC Bayern hat in der Champions League einen Sieg bei Juventus Turin leichtfertig verspielt.

Der deutsche Fußball-Rekordmeister musste sich auf seinem Weg zum "Triple 2016" im Achtelfinal-Hinspiel bei der "alten Dame" trotz einer 2:0-Führung mit einem 2:2 (1:0) zufrieden geben. Dennoch haben die Münchner vor dem Rückspiel am 16. März in der Allianz Arena das Viertelfinale fest im Visier.

"Das war insgesamt eine gute Leistung von uns. Nach dem Gegentor war es nicht so einfach. Das ist trotzdem eine gute Ausgangslage", sagte Kapitän Philipp Lahm bei Sky. Etwas kritischer beurteilte Arjen Robben die Leistung in der Schlussphase: "Nach dem 2:0 darf man nicht ein Prozent nachlassen. Da müssen wir in der Defensive die Kontrolle bewahren".

Müller zieht mit Müller gleich

Weltmeister Thomas Müller (43.) traf für das Team von Trainer Pep Guardiola zur Führung. Mit seinem 34. Treffer in der Champions League zog Müller im Europacup nun sogar mit Legende Gerd Müller gleich. Arjen Robben legte in der 55. Minute nach. Paulo Dybala gelang nach Fehler des sonst guten Joshua Kimmich der Anschlusstreffer (63.).

Der kurz zuvor für Sami Khedira eingewechselte Stefano Sturaro (76.) glich für den immer stärker werdenden Vorjahresfinalisten aus. Juve ist damit seit 17 Europacup-Heimspielen ungeschlagen. (DATENCENTER: Spielplan und Ergebnisse)

Bayern schnürt Juve ein

Juve um den schwachen Khedira hatte der Wucht und Dominanz des Münchner Spiels eine Stunde lang wenig entgegenzusetzen. Selbst die Defensiv-Probleme fielen lange Zeit nicht ins Gewicht. Die "Zwergen"-Abwehr mit Kapitän Philipp Lahm, Kimmich, David Alaba und Juan Bernat bestand zumindest in der ersten Halbzeit ihre internationale Bewährungsprobe. (SERVICE: Das Spiel im Ticker zum Nachlesen)

Das laut Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge "interessanteste Duell des Achtelfinales" begann mit einer Chance für Juve nach gerade einmal 30 Sekunden. Der Schuss des freistehenden Mario Mandzukic, der 2013 mit den Münchnern das Triple gewonnen hatte, war für Manuel Neuer aber kein Problem.

Mandzukic verpasst Führung

Danach übernahm der FC Bayern in gewohnter Manier das Kommando. In der 4. Minute prüfte der Ex-Turiner Arturo Vidal Juve-Legende Gianluigi Buffon (38). Vidal hatte von Guardiola den Vorzug gegenüber Xabi Alonso erhalten.

Juve hatte vor der Pause durch den hochmotivierte Mandzukic nur noch eine Möglichkeit. Der Kroate verpasste jedoch knapp. Ansonsten ließen die hoch verteidigenden Gäste defensiv wenig zu und verhinderten wie von Guardiola gewünscht auch weitgehend Standards.

(SERVICE: Die Torjäger der Champions League)

Müller lässt Großchance liegen

Auf der anderen Seite verzog Douglas Costa, ehe die Münchner eigentlich die Führung hätten erzielen müssen: Robert Lewandowski passte zu seinem sonst kongenialen Partner Müller. Doch der seit Monaten treffsichere Nationalspieler brachte den Ball aus kurzer Distanz nicht im Juve-Tor unter (13.).

Am dominanten Bayern-Auftritt änderte dies wenig. Juve konnte von Glück reden, dass die Münchner bei weiteren Chancen erst einmal die letzte Entschlossenheit vermissen ließen - ehe Müller kurz vor der Pause überlegt einschob, nachdem zuvor Khedira den Ball verloren hatte.

Bayern veliert den Faden

Nach dem Wechsel legten die Münchner bei einem Konter über Lewandowski durch einen sehenswerten Schlenzer von Robben gleich einmal nach. Lewandowski versäumte anschließend per Kopf das 3:0, weshalb es nach Dybalas Treffer, der einen Stockfehler von Kimmich nutzte, plötzlich spannend wurde.

Neuer bewahrte die Bayern bei einem Schuss von Cuadrado vor dem Ausgleich (68.), kurz danach verzog Paul Pogba. Doch Juve blieb am Drücker, die Bayern hatten nun einige Probleme. Sturaro traf aus kurzer Distanz zum Ausgleich, erneut machte Kimmich keine gute Figur.

In der Schlussphase ging es dann munter hin und her. Der eingewechselte Franck Ribery belebte das Bayern-Spiel, am Ende blieb es jedoch beim 2:2.

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