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Die Frage eines Journalisten, ob seinen Spielern in Turin die Puste ausging und deshalb das Spiel kippte, erregt den Bayern-Coach. Er zieht einen überraschenden Schluss.

Pep Guardiola ist für seine Superlative bekannt.

"Unsere Performance war Wahnsinn. Ein großes Kompliment an meine Spieler. Es war eines der besten Spiele meiner Karriere als Trainer. Es war klar, dass Juve zu Torchancen kommt. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass Juve im vergangenen Jahr im Finale stand", schwärmte der Bayern-Coach unmittelbar nach dem 2:2 bei Juventus Turin.

Guardiola gerät aus der Fassung

Kurz darauf war dem Spanier aber dann gar nicht mehr zum Lachen zumute. Ein italienischer Journalist wollte wissen, ob der Leistungsabfall der Münchner mit zunehmender körperlicher Müdigkeit zu begründen sei – Guardiola hatte genug gehört.

"Ich weiß, dass bei Ihnen in Italien alles der Kondition untergeordnet wird. Aber ich gebe einen Scheiß auf die Kondition. Für mich ist es die Mentalität, die zählt", sagte er und ereiferte sich direkt weiter: "Wir haben nicht gegen eine Dorfmannschaft gespielt. Sie waren letzten Jahr im Endspiel und sind vier Mal in Folge italienischer Meister geworden."

"Sie sagen, wir hätten Charakter verloren. Das Gegenteil ist der Fall."

Bereits zuvor hatte er im Interview mit Sky keinerlei Kritik an seiner Mannschaft zugelassen. "Wir haben 90 Minuten gut gespielt, nicht nur 60. Aber wenn du zwei Gegentore und nur das Ergebnis analysierst, dann ist das dein Fußball", entgegnete er dem Reporter.

Guardiola verwies auf die hohe individuelle Qualität im Kader der der Italiener. Neben Leonardo Bonucci ("Einer meiner Lieblingsspieler") hob der Spanier auch Paul Pogba und den Ex-Münchner Mario Mandzukic hervor. Pikant: Der Kroate war nach mehreren Disputen mit Guardiola im Sommer 2014 im Unfrieden von den Bayern zu Atletico Madrid gewechselt.

"Ein fantastisches Spiel"

Seine Mannschaft, sagte Guardiola nun, habe vielmehr seine Erwartungen übertroffen: "Ich bin nicht mit der Erwartung hergekommen, dass Juve nicht einmal aufs Tor schießt oder dass wir über 90 Minuten ein derart fantastisches Spiel abliefern. Es ist schade, wie die Partie endete, aber ich bin trotzdem sehr glücklich. Wir sind hierhergekommen, hatten den Ball, haben uns Chancen erarbeitet und Tore erzielt."

Die Münchner hatten über 60 Minuten Juve regelrecht an die Wand gespielt, sich durch die beiden Gegentreffer aber um um eine noch bessere Ausgangslage gebracht.

Viel mehr führte der Coach die kleine Leistungsdelle des Rekordmeisters auf die Unerfahrenheit seiner Mannschaft zurück. "Wir hatten eine Mannschaft mit sehr viel jungen Spielern auf dem Platz und werden daraus unsere Lehren ziehen."

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