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München - Nach der Aufholjagd gegen Juve erklärt Thomas Müller, wie Bayern das Ruder herumgerissen hat. Manuel Neuer ist selbstkritisch. Arsene Wenger schwärmt vom Gegner. Die Stimmen.

Was für ein Krimi. Der FC Bayern hat gegen Juventus Turin einen 0:2-Rückstand gedreht und zog mit einem 4:2 nach Verlängerung doch noch ins Viertelfinale der Champions League ein. Für Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge war es ein "Herzschlag-Spiel".

Weniger zittern musste der FC Barcelona, der den FC Arsenal souverän mit 3:1 besiegte und ebenfalls in die Runde der letzten Acht einzog.

SPORT1 fasst die Stimmen zu den Partien von Sky und dem ZDF zusammen.

FC Bayern - Juventus Turin 4:2 n.V.

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Manuel Neuer (FC Bayern): "Ich bin nicht erschöpft. Du musst dich auch als Torwart über 120 Minuten unglaublich konzentrieren. Das ist eher eine Kopfgeschichte, als dass ich jetzt körperlich müde wäre. Durch unsere Fehler haben wir Juve mit 2:0 in Front gebracht und rennen dem Rückstand dann hinterher. Die Mannschaft, die den besseren Fußball gespielt hat, ist verdient weitergekommen. David (Alaba) und ich haben unsere Mannschaft in Rückstand gebracht."

Philipp Lahm (FC Bayern): "Wir sind in der Halbzeit ruhig geblieben. Der Plan lautete, mindestens zwei Tore zu schießen und keins mehr zu kassieren. Wir wussten: Wenn wir ein drittes Gegentor fangen, sind wir raus. Vielleicht schweißt uns dieser Sieg noch mehr zusammen. Es ist wichtig, dass alle dabei sind, alle mitfiebern. Unsere Bank war wieder sensationell. Die eingewechselten Spieler haben einen überragenden Job gemacht. Das hat man am Ende gesehen. Juve war ein bisschen platt, wir hatten frische Kräfte. Wir brauchen unseren ganzen Kader, jeden Einzelnen. Es war ein unglaublicher Abend heute."

Thomas Müller (FC Bayern): "Es war ein verrücktes Spiel. Es ist ja kein Problem, wenn du gegen eine so massierte Verteidigung spielst. Wenn du aber so früh wie wir in Rückstand gerätst und dann auch noch das 0:2 kassierst, hast du ein Problem. Dass Juventus von Anfang an früh draufgegangen ist, hat uns sicherlich nicht geholfen. Vor allem das 0:2 fällt viel zu einfach. Aber uns war klar, dass wir in der Lage sind, in einer Halbzeit zwei Tore zu erzielen - auch wenn es gegen Juventus nicht leicht ist. Wir haben es aber weiter versucht, und das 2:1 hat uns auch noch einmal Leben eingehaucht – und das 2:2 auch und das 3:2 auch. Das 4:2 war dann nur noch die Absicherung. Jetzt bin ich mehr platt als euphorisiert. Ich kann euch nicht die Storys liefern, die ihr gerne hättet"

Zur Ansprache von Pep Guardiola vor der Verlängerung: "Er hat uns vor der Verlängerung nicht gesagt, dass er uns kastrieren wird, wenn wir verlieren. Er hat nur gesagt, er schneidet uns die Eier ab (lacht). Natürlich sind da viele Emotionen dabei. Ich glaube, ich wäre da als Trainer nicht anders. Aber es ging auch um Inhaltliches und um Struktur."

Pep Guardiola (Trainer FC Bayern): "Es war ein gutes Spiel für die Zuschauer. Wir haben gegen den Vorjahres-Finalisten der Champions League gespielt. Aber ich bin überrascht. Gegen eine italiniesche Mansnchaft nach einem 0:2 noch vier Tore zu schießen - wow. Ein großes Kompliment an meine Spieler."

Joshua Kimmich (FC Bayern): "Turin hat viel mutiger gespielt, vielleicht hat uns das etwas überrascht. Aber wir sind der FC Bayern. Wir wissen, dass wir die Qualität haben, auch in den letzten zehn Minuten noch zwei Tore zu machen. Wenn wir nicht daran geglaubt hätten, dreht man so ein Spiel auch nicht mehr."

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Karl-Heinz Rummenigge (Vorstandsvorsitzender FC Bayern): "Es war ein sehr emotionales Spiel, praktisch ein Déjà-vu von Turin, nur mit umgekehrtem Ausgang. Die Mannschaft hat einen großen Charakter bewiesen, aber man muss auch korrekterweise sagen, dass Juve ein Stück weit unglücklich ausscheidet. Das ist einfach Pech. Es war kein einfaches Spiel, weil Juve überraschender Weise Pressing und gespielt und uns ein Stück weit unter Druck gesetzt hat. Das haben sie gut gemacht. In der zweiten Halbzeit sind wir besser ins Spiel gekommen und hatten natürlich auch Glück, dass wir praktisch mit dem Schlusspfiff den Ausgleich erzielt haben. Juve hatte auch die Möglichkeit, auf 3:0 auszubauen. Das wäre das Ende gewesen. Das sind Spiele, die eine Mannschaft zusammenschweißen, dir Selbstwertgefühl geben und am Ende des Tages dazu auch kommen, dass du weit kommst. Aber das sind auch Herzfrequenz-Spiele."

Sami Khedira (Juventus Turin): "Zwei gute Aktionen von den Bayern haben den Ausschlag gegeben, wir hatten ein bisschen Pech. Wir hatten die Chancen, es klarer machen zu können. Es hat niemand damit gerechnet, aber wir haben die Bayern überrascht. Danach haben sie klasse ihr Spiel gedreht."

Gianluigi Buffon (Juventus Turin): "Ich bin stolz auf mein Team. Wir waren viel besser als im Hinspiel. Wir fahren erhobenen Hauptes nach Hause."

Massimiliano Allegri (Trainer Juventus Turin): "Es tut weh, dass wir ausgeschieden sind. Aber wir können hier erhobenen Hauptes abreisen. Ich bin zufrieden mit der Leistung meiner Spieler über 70 Minuten. Aber Fußball besteht aus kleinen Details, und es war ein Ball in der 90. Minute, den wir hätten besser abwehren können. Das war ein großer Fehler. Das Tor durch Lewandowski war eine der wenigen Chancen, die sie hatten. Das Spiel schien auch 2:1 zu enden, wir hatten eigentlich die Möglichkeit, das dritte Tor zu schießen. Aber leider ist es nicht so passiert, das ist schade. Wir haben am Ende zwei schöne Spiele gezeigt, aber ist nicht einfach gegen Bayern. Schade."

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FC Barcelona - FC Arsenal 3:1

Luis Suarez (FC Barcelona): "Wir haben ein komplettes Spiel gemacht. Ich weiß nicht, wie ich den Ball traf. Die Hauptsache ist, dass er rein ging."

Arsene Wenger (Trainer FC Arsenal): "Die Qualität unseres Spiels war gut. Doch ich bin enttäuscht vom Ergebnis. Beim 1:1 dachte ich, sie wackeln ein wenig. Wir hatten unsere Chancen, aber wir müssen sagen: 'Gut gemacht, Barcelona.' Wir haben gegen eine Mannschaft mit den besten Stürmern, die ich jemals gesehen habe, verloren. Sie sind außergewöhnlich. Besonders Messi. Er verliert einfach keinen Ball. Hier in Barcelona gibt es Spieler, die das normale Leben in Kunst verwandeln. Als gegnerische Trainer leide ich natürlich darunter, aber ich genieße es auch, weil mir der Fußball gefällt."

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