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© SPORT1-Grafik/ Getty Images

Nach der dramatischen Niederlage schwankt der Tenor in der italienischen Presse zwischen Enttäuschung und Stolz. Eine Entscheidung erhitzt die Gemüter. Pressestimmen.

Um ein Haar wäre Juventus Turin im Achtelfinale der Champions League zum Schreckgespenst des FC Bayern geworden.

Erst mit einem Last-Minute-Tor zum 2:2 rettete Thomas Müller den deutschen Rekordmeister überhaupt in die Verlängerung, in welcher die Hausherren dank der Joker Kingsley Coman und Thiago dann eiskalt den 4:2-Erfolg klarmachten.

Direkt nach der Niederlage leckt die italienische Presse Wunden, ist aber auch reichlich stolz auf die "Alte Dame".

Pressestimmen aus Italien:

Gazzetta dello Sport: "In einigen Jahren werden wir uns nicht an das nackte Ergebnis erinnern, sondern vielleicht daran, dass das Spiel eine wichtige Etappe für künftige Triumphe war. Vielleicht. Denn jetzt tut Juve die Niederlage weh, sehr weh. Denn es fehlten nur drei Minuten für die große Überraschung. Eine Stunde lang hatte man die "Marsmenschen" im Sack."

Tuttosport: "Märchenhafte erste Hälfte, mit einem entfesselten Morata, einem unberechtigterweise aberkannten Tor und den Treffern von Pogba und Cuadrado. Nach der Pause ist erneut Juve am Drücker, bevor Lewandowskis Tor das Herzschlagfinale einläutet. Am Ende sind Guardiolas Wechsel spielentscheidend und der italienische Meister weint dem möglichen Sieg hinterher."

Corriere dello Sport: "Für die Jungs von Allegri fällt der Champions-League-Vorhang. Das Meisterstück von Juventus, das bis zur 90. Minute die Führung hält, wird durch Müllers Tor und den Treffern in der Verlängerung zunichte gemacht. In der ersten Hälfte lieferte Juve ein großes Spiel ab, mit Morata, der seinen verletzten Kollegen keine Träne nachweinen lässt."

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La Repubblica: "Diese Niederlage brennt zu stark. Juve, eine Mannschaft, die 70 Minuten lang fast perfekt gespielt hat, vor allem wenn man die vielen verletzten Spieler betrachtet, hat Bayern unter Druck gesetzt. In der jüngeren Vergangenheit hat keine italienische Mannschaft so eine Persönlichkeit gegen einen Giganten wie die Bayern gezeigt. Doch gegen die zähen Bayern genügt das nicht. Juve verabschiedet sich von der Champions League, kann aber stolz auf sich sein. Deswegen schmerzt die Niederlage noch mehr."

Corriere della Sera: "Ein ruiniertes Meisterwerk! Eine Nacht, die absolut glorreich hätte werden können, geht schlimm zu Ende. Juve verabschiedet sich von der Champions League, nachdem die Mannschaft die Allianz Arena verhext und Guardiola versenkt hatte. Man konnte es fast nicht glauben. Nach 70 perfekten Minuten wurde die rote Welle der Bayern zum Tsunami und versenkt die Turiner. Der FC Bayern hat Glück gehabt."

England:

Sun: "Pep Guardiolas Traum vom Champions-League-Traum mit den Bayern wurde durch eine super Show in der Verlängerung gerettet. 72 Minuten lang sahen die Deutschen tot aus und unter der Menge von Juventus Klasse begraben."

Daily Telegraph: "Bayern nach Thriller-Comeback im Viertelfinale. Bayern München kämpft sich beeindruckend zurück und wirft Juventus raus. Große Erleichterung für Pep Guardiola, der zur Pause von den Fans ausgepfiffen wurde und nun auf seinen neuen Arbeiitgeber Manchester City treffen kann. Turins Ausscheiden gibt dem englischen Fußball einen wichtigen Schub, der seine vier Startplätze in der Champions League jetzt bis 2017/18 sicher hat."

The Times: "Guardiola - ein Bild der Erleichterung nach Bayerns großem Comeback."

Daily Mail: "Die Bayern kommen vom Abgrund zurück. Für 85 Minuten sah es tatsächlich so aus, als ob Manuel Pellegrini in der Champions League besser als Pep Guardiola abschneidet. Was auch immer Guardiolas Plan war, er ging schrecklich daneben. Aber dann kam die glorreiche Aufholjagd."

Spanien:

Marca: "Glaube nie, dass Bayern schon tot sei. Genauso wie Juventus. Warte bis zur letzten Zehntelsekunde, oder noch länger. Diese beiden Mannschaften können sich wiederbeleben. Sie haben uns ein grandioses Achtelfinale geschenkt. So wie Juve schon unter der Erde lag, passierte es auch den Bayern. Sie lagen unter der Erde und haben sich noch bewegt. Sie haben sich sogar wiederbelebt und sind wie Phoenix aus der Asche gestiegen."

AS: "Ohne Morata gibt es kein Paradies. Es war eine spanische Tragödie: Ein Tor von Thiago hat die Wiederbelebung durch Morata verhindert. Er hat auch den Ruf von Guardiola gerettet, der den Champions League gewinnen muss.“

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