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München - Noch hat sich Uli Hoeneß nicht entschieden, ob er wieder für ein Amt beim FC Bayern München kandidieren möchte. Und doch sorgt er schon für die erste Kontroverse.

Keine drei Wochen ist Uli Hoeneß wieder in Freiheit, und schon scheint das Muttertier wieder über allen und allem zu schweben. Noch bevor sich Hoeneß entschieden hat, ob er wieder für eine Leitungsposition kandidieren möchte, steht er im Mittelpunkt der ersten Kontroverse.

Nach dem denkwürdigen 4:2 der bayerischen Mentalitätsmonster gegen die aus Italien war Matthias Sammer auf Konfrontationskurs zum Ex-Präsidenten gegangen. "Dass wir das Triple gewinnen sollen, das ist wirklich dummes Zeug", sagte Sammer bei SPORT1. Adressat seiner Kritik: Uli Hoeneß. 

Aussprache am Telefon

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"Dummes Zeug"? Aus dem Mund von Hoeneß? Das blieb nicht ohne Folgen. 

SPORT1 weiß: Am Donnerstag gab es ein Telefongespräch zwischen Sammer und Hoeneß. Ergebnis: Hoeneß nahm die Worte des Sportvorstands nicht persönlich, das Thema ist geklärt.

Dennoch zeigt der Zwist: Der FC Bayern im März 2016 ist ein anderer als der, den Hoeneß am 2. Juni 2014 übergeben hat, als aus ihm der Gefangene Ulrich H. wurde. Der Klub ist noch immer supererfolgreich, superreich und superselbstbewusst. Supersupersuper. Womöglich mehr denn je.

Aber Bayern ist auch technokratischer geworden, marketing- und wirtschaftsorientierter. Der FC Bayern 2016 ist: ein potentes Wirtschaftsunternehmen mit angeschlossener Sportmannschaft, die großartigen Fußball spielt – und  ihre Triumphe am Ende mit einem Humba Tätärä vom Band feiert.

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Der FC Bayern 2016 ist aber auch: ein Klub mit einer Führungsspitze, die sich leicht aus der Ruhe bringen lässt. Und jetzt ist auch noch Hoeneß wieder da, und wirft allein durch seine Anwesenheit seinen breiten Schatten über den Klub.   

Wie hätte Hoeneß reagiert?

Manche kritischen Fans fragen sich schon länger, ob nach einer politisch umstrittenen Testspielreise nach Saudi-Arabien im Folgejahr ein höchst umstrittenes Trainingslager in Katar stattgefunden hätte. Und  falls ja: Ob der Ex-Präsident die Kritik nicht sensibler wegmoderiert hätte.

Doch Hoeneß ist momentan noch "ein Niemand". Die Verantwortungsbereiche in der Klubführung sind klar definiert und auf mehrere Schultern verteilt.

Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandsvorsitzende, kümmert sich in letzter Zeit noch mehr um die ganz große Politik. Er träumt von Superligen, Supereinnahmen und Setzlisten, um in Zukunft nicht mehr schon im Achtelfinale solche "Herzfrequenzspiele" erleben zu müssen. "Herzfrequenzspiele", wo andere vielleicht mit krächzender Stimme schlicht "Waaahnsinn" gesagt hätten.

Noch ein Plätzchen für einen Patriarchen

Sammer gibt als Sportvorstand den Supervisor für den Sport-Projektverantwortlichen Trainer Pep Guardiola, um die Transfers kümmert sich vor allem Michael Reschke.

Bayern hat Experten für alles. Jetzt könnte für die Jugend auch noch Schalkes Superjugendtrainer Norbert Elgert kommen.

Bayern stellt sich noch breiter auf, alles für den maximalen sportlichen und wirtschaftlichen Erfolg. Ob sich noch ein Plätzchen für einen Patriarchen findet, der sich für alles interessiert und überall mitredet?  

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