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Dieser Twitter-Eintrag des FC Bayern sorgte für Wirbel
Dieser Twitter-Eintrag des FC Bayern sorgte für Wirbel © SPORT1

München - Vor dem Spiel gegen Juventus postet der FC Bayern bei Twitter eine Grafik, die viele User an Bilder von Vernichtungslagern erinnert. Der Verein entschuldigt sich dafür.

Der FC Bayern hat sich für eine Grafik entschuldigt, welche die Social-Media-Abteilung des Vereins vor dem Champions-League-Spiel gegen Juventus bei Twitter, Instagram und Facebook verbreitet hat.

Darauf waren unter anderem Bahngleise zu sehen, die vor der Allianz Arena enden. Am Endpunkt der Gleise ist eine Holzlatte montiert, auf der das Vereinsmotto von Juventus "Fino alla Fine" – zu Deutsch: "Bis zum Ende" steht. Die ersten beiden Wörter sind durchgestrichen. Es bleibt also nur: Das Ende.

User beschweren sich

Die Überschrift für die Grafik, in die auch Bayern-Keeper Manuel Neuer montiert war lautete: "Qui è la fine" – "Hier ist das Ende".

Einige Twitter-User fühlten sich durch das Motiv der Bahngleise, die vor dem Stadion enden, an Bilder von Vernichtungslagern zu Zeiten der NS-Herrschaft erinnert und beschwerten sich. So posteten einige als Antwort auf die verunglückte Grafik das berühmte Bild vom Gleisende vor dem Vernichtungslager Auschwitz.

Ein User schrieb auf Italienisch: "Neuer fehlt nur noch das Bärtchen".

Auch der Vize-Präsident der jüdischen Gemeinde Rom, Ruben Della Rocca, kritisierte die Grafik: "Ein großer Fauxpas, der einem Klub wie dem FC Bayern nicht hätte passieren dürfen", sagte er laut der italienischen Zeitung Tuttosport.

Della Rocca ergänzte aber: "Ich will nicht an böse Absicht glauben, ich denke, es hat sich um ein Versehen gehandelt."

"Keine Ahnung von deutscher Geschichte"

In der Entschuldigung der Bayern für die unbeabsichtigte KZ-Assoziation hieß es: "Leider hat unsere Spieltagsgrafik unbeabsichtigt missverständliche historische Bezüge geweckt. Sollten wir dadurch die Gefühle speziell von Juventus-Anhängern oder auch unserer User verletzt haben, bitten wir um Entschuldigung. Mit der Grafik wollten wir alleine den sportlichen Charakter des Achtelfinales in der Champions League heute Abend thematisieren, weil eines der beiden Teams ausscheiden muss."

Bayerns Mediendirektor Markus Hörwick wurde auf SPORT1-Nachfrage noch deutlicher: "Diese Grafik haben junge Leute gemacht, die keine Ahnung von deutscher Geschichte haben."

Auf die Frage, ob sich der Klub auch bei Juventus direkt entschuldigen werde, sagte Hörwick: "Wir werden das natürlich ansprechen."

Und weiter: "Sie sind unsere Gäste und - egal ob Darmstadt 98 oder Juventus - Gäste werden bei uns anständig behandelt."

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