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Madrid - Angeführt von Tormaschine Cristiano Ronaldo dreht Real Madrid den Spieß im Viertelfinal-Rückspiel gegen Wolfsburg um. Der VfL stößt an seine Grenzen.

Als sich Cristiano Ronaldo nach seiner Gala-Vorstellung den Spielball unter das Trikot stopfte und sich feiern ließ, schlichen die untröstlichen Spieler des VfL Wolfsburg mit hängenden Köpfen über den Rasen des altehrwürdigen Bernabéu.

Ein Dreierpack des Superstars zum 3:0 (2:0)-Rückspielsieg von Real Madrid hat den Halbfinal-Traum des Bundesligisten im Alleingang zerstört.

Der dreimalige Weltfußballer Ronaldo verhinderte mit gnadenloser Effektivität in einem einseitigen Viertelfinal-Rückspiel die Sensation und schoss zu ängstliche Niedersachsen aus der Königsklasse. Wolfsburg reichte der 2:0-Überraschungssieg aus dem Hinspiel nicht für den ersten Halbfinal-Einzug der Klubgeschichte.

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Doppelpack in 86 Sekunden

"Auf diesem Niveau entscheiden Kleinigkeiten. Wenn du weiterkommen willst, brauchst du zwei gute Spiele. Heute war ich phasenweise zufrieden, aber die letzte Überzeugung hat gefehlt", sagte VfL-Trainer Dieter Hecking bei Sky. Auch bei Wolfsburgs Torhüter Diego Benaglio war die Enttäuschung groß: "Es ist natürlich ganz bitter. Wir haben nach dem 0:2 gar nicht schlecht reagiert. Wenn man sieht, wie groß die Erleichterung bei Real Madrid war, wird deutlich, dass sie alles geben mussten."

Ausnahmekönner Ronaldo erzielte vor 76.684 Zuschauern die Treffer mit einem Doppelpack innerhalb von 86 Sekunden (16., 17.) sowie einem direkt verwandelten Freistoß (77.). Für den Portugiesen waren es in seinem 125. Spiel in der Königsklasse die Tore Nummer 14, 15 und 16 in dieser Champions-League-Saison.

Das Madrider Starensemble hat dank der erfolgreichen Aufholjagd zum sechsten Mal in Folge das Halbfinale in der Königsklasse erreicht.

Der VfL trat mit der Startelf an, die vor einer Woche in Wolfsburg den großen Favoriten düpiert hatte. Auch Abwehrchef Naldo, der das Abschlusstraining am Montag nach einer halben Stunde abgebrochen hatte, konnte von Beginn an auflaufen. (SERVICE: Die Statistiken zum Spiel)

Ronaldos Doppelschlag öffnet die Tür

Auf Naldo und seine Teamkollegen kam von Beginn an reichlich Arbeit zu. Wie erwartet drängte der große Favorit sofort auf das erste Tor. Das Team um Weltmeister Toni Kroos schnürte die Wolfsburger in deren Hälfte förmlich ein. Glück hatte der VfL bereits in der sechsten Minute, als ein Kopfball von Real-Kapitän Sergio Ramos auf der Latte landete.

Besser machte es Ronaldo. Der Portugiese schob zuerst den Ball nach Vorarbeit von Daniel Carvajal ins Wolfsburger Tor, dann köpfte er nach einer Kroos-Ecke das 2:0. Danach nahm der zehnmalige Titelträger deutlich Tempo aus dem Spiel, um den Wolfsburgern keine Konter zu ermöglichen.

Die Gäste blieben im Spiel nach vorne aber zunächst harmlos und waren sichtlich eingeschüchtert von der aufgeheizten Atmosphäre im Estadio Bernabeu und dem schnellen Rückstand. Den ersten Torschuss gab das Hecking-Team erst in der 27. Minute in Person von Luiz Gustavo ab.

Draxler verletzt sich

Zu allem Überfluss musste der im Hinspiel so starke Julian Draxler nach einer halben Stunde verletzungsbedingt für Max Kruse ausgewechselt werden. In der 38. Minute hatten die mitgereisten VfL-Fans jedoch bereits den Jubelschrei auf den Lippen, doch der Brasilianer Bruno Henrique vertändelte die Riesenchance aus fünf Metern kläglich.

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Real die Schlagzahl und kam vor allem über die Flügel immer wieder zu gefährlichen Tormöglichkeiten. Glück hatte der VfL, als Torhüter Diego Benaglio nach einem verunglückten Klärungsversuch von Josuha Guilavogui ein Eigentor verhinderte (60.).

Sechs Minuten später köpfte Reals Kapitän Sergio Ramos nach einer Ecke an den Innenpfosten - Benaglio kratzte den Ball mit einem starken Reflex von der Linie.

Ronaldo trifft durch die Mauer

Der VfL musste anschließend den nächsten personellen Rückschlag verkraften, für den angeschlagenen Henrique kam Daniel Caligiuri ins Spiel (73.).

Kurz darauf sorgte Ronaldo, der den Anhängern der Königlichen eine "magische Nacht" versprochen hatte, per Freistoß für die Vorentscheidung. Wolfsburg versuchte in der verbleibenden Viertelstunde noch einmal alles - allerdings ohne zu einer echten Torchance zu kommen.

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