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Madrid - Der VfL Wolfsburg scheitert unglücklich im Viertelfinale der Champions League an Real Madrid. Torwart und Manager bemängeln entscheidende Fehler. Die Saison ist quasi gelaufen.

Von Maik Rosner

Das Ende des Traums vom größten Erfolg der Vereinsgeschichte kam für den VfL Wolfsburg in der 77. Minute, und das auf denkbar unglückliche, aber auch typische Weise.

Einen durchaus umstrittenen Freistoß hatte Schiedsrichter Viktor Kassai nach einem vermeintlichen Foulspiel von Luiz Gustavo rund 22 Meter vor dem Strafraum verhängt. Cristiano Ronaldo trat in charakteristischer Manier mit breit aufgestellten Beinen an und schlenzte den Ball zwischen Naldo und Joshua Guilavogui in der Mauer hindurch zu seinem 16. Treffer im laufenden Wettbewerb ins Tor, nachdem er bereits in der 16. und 17. Minute getroffen hatte.

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Der erstmalige Einzug des VfL ins Halbfinale der Champions League war verpasst. Zurück blieben nach der 0:3 (0:2)-Niederlage bei Real Madrid maßlos enttäuschte Wolfsburger.

Benaglio und Allofs bemängeln Fehler

Die Frage, ob der entscheidende Freistoß berechtigt war oder nicht, interessierte sie danach kaum noch. Vielmehr, so sah es nicht nur Torwart Diego Benaglio, "sollte es im Normalfall nicht passieren, dass der Ball durch die Mauer geht. Das ist sehr ärgerlich." Klaus Allofs bemängelte, dass es überhaupt zu dieser Situation gekommen war. "Wir dürfen den Ball nicht durch die Mitte spielen. Und vor dem ersten Tor dürfen den Ball auch nicht durch einen Querpass verlieren", sagte der Geschäftsführer.

Dass die Mannschaft beeindruckt gewesen sei von der Kulisse im Estadio Santiago Bernabeu, sei nicht der Fall und auch nicht die Ursache für das Aus gewesen.

"Wir haben auch schon in Stadien, wo es nicht laut war, Fehler gemacht. Das ist ein Spiegelbild der Saison", sagte Allofs, "wir machen in den falschen Momenten Fehler, die uns eigentlich nicht passieren dürfen. Ballverlust vorm ersten Tor, die Mauer geht auseinander vorm dritten – das sind die kleinen Unterschiede, die man in der Champions League nicht ausgleichen kann."

Saison gelaufen?

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Oder, wie Trainer Dieter Hecking bilanzierte: "Wir sehen, woran es noch fehlt bei uns."

Für den VfL ist die Saison damit so gut wie gelaufen.

In der Bundesliga steht Wolfsburg auf Rang acht, mit bereits sechs Punkten Rückstand auf einen Platz, der zumindest zur Teilnahme an der Europa League berechtigen würde. Die Champions League dürfte bei neun Punkten Rückstand erst recht unerreichbar sein. Das größte Spiel der Vereinsgeschichte war für womöglich längere Zeit auch das letzte auf der ganz großen europäischen Bühne.

Weil sie dabei vor allem an eigenen Fehlern gescheitert waren, tat das Aus nun besonders weh. "Ich hoffe, dass wir daraus lernen", sagte Gustavo.

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