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München - Thomas Müller hadert nach dem Halbfinal-Aus der Bayern gegen Atletico. Karl-Heinz Rummenigge lobt das Team trotzdem. Diego Simeone schwärmt vom Gegner. Die Reaktionen.

Aus! Schluss! Vorbei! Nachdem der FC Bayern mit dem 2:1-Sieg gegen Atletico Madrid den Traum vom Finale der Champions League begraben musste, herrschte bei den Münchnern Enttäuschung, aber auch Selbstkritik. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

SPORT1 fasst die Reaktionen im ZDF und bei Sky zusammen.

Robert Lewandowki (FC Bayern): "Schade, wir hätten es schaffen können. Das tut weh. Wir waren die bessere Mannschaft und stehen nicht im Finale. Wir wussten, dass Atletico keinen großen Fußball spielt. Sie stehen defensiv gut und versuchen, einen Konter zu machen. Wir machen ihnen ein Geschenk – und das bedeutet, dass wir nicht im Finale sind. Wir haben alles versucht und gekämpft, aber es war zu wenig."

Thomas Müller (FC Bayern): "Der Fußball ist manchmal extrem gemein. Wir haben sehr viel richtig gemacht, ein bisschen was falsch. Leider Gottes war das nicht genug, obwohl uns die Fans so nach vorne gepeitscht haben. Ich habe selten so einen Abend erlebt. Hut ab! Wir haben Madrid 90 Minuten klar beherrscht. Wenn man dann ausscheidet und verschießt einen Elfmeter, dann tut das natürlich weh. Man stellt sich dem Druck, wenn es einen Elfmeter gibt und du der Schütze bist. Man braucht nicht mit Angst hingehen. Aber natürlich bin ich schon enttäuscht, dass ich ihn nicht verwandelt habe. Beim Gegentor haben wir dann sicher auch ein bisschen mitgeholfen. Der Stachel sitzt schon sehr tief."

Jerome Boateng (FC Bayern): "Wir sind alle sehr enttäuscht. Wir haben den Gegner vor allem in der ersten Halbzeit erdrückt. Sie hatten kaum eine Torchance. Wir hatten einen Elfmeter und Torchancen. In der zweiten Halbzeit haben wir leider ein, zwei Minuten nicht aufgepasst. Da herrschte Unordnung, es passierten individuelle Fehler. Auch mit dem Tor haben wir gekämpft und wirklich alles rausgehauen. Wir müssen uns am Ende vorwerfen, die Chancen nicht genutzt zu haben. Wir hatten genug. Wir hatten es selbst in der Hand. Aber wir müssen nach vorne schauen."

über die Entstehung des Gegentors: "Ich versuche, Lewy vorne anzuspielen. Er kriegt den Ball nicht und wird abgefangen. Dann will ich nach vorne gehen und versuche, ein Foul zu spielen. Alonso geht auch nach vorne, einer von uns hätte bleiben müssen. Dann spielen sie es gut, das ist unglücklich. Aber auf diesem Niveau darf man solche Fehler nicht machen. Bei mir fängt es an mit dem Pass nach vorne. Aber wenn wir einen Pass am Sechzehner des Gegners verlieren, heißt es nicht, dass man deswegen ein Gegentor kriegen muss. Das kann man besser verteidigen."  

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Philipp Lahm (FC Bayern): "Wir haben es verpasst, im richtigen Moment die Tore zu machen und wurden dann durch den Konter bestraft. Der Mannschaft kann man heute keinen Vorwurf machen. Die Fans haben das genauso gesehen, es war eine unglaubliche Stimmung im Stadion. Alle haben alles versucht. Leider hat es aber nicht gereicht. Es ist fast unmöglich, eine solche Mannschaft in zweimal 90 Minuten komplett auszuschalten, das ist außer Frage. Wir hatten aber trotzdem heute die Möglichkeit. Auch nach dem 1:1. Wir haben etwa fünf Minuten gebraucht, aber dann waren wir wieder da. Wir haben alles reingeworfen. Es ist bitter, wenn man dann mit so einem Spiel ausscheidet. Heute dürfen wir nicht an die beiden anderen verlorenen Halbfinals zurückdenken. Wir müssen jetzt nach vorne schauen. Wir können Meister werden, und dann haben wir auch noch das Pokalfinale. Es wird also hoffentlich wieder eine gute Saison werden. Schade aber, dass wir unser Trainerteam heute nicht belohnen und es nicht im Finale verabschieden können."

Manuel Neuer (FC Bayern): "Uns allen fehlen die Worte nach so einem Spiel. Wir haben über 75 Minuten in Madrid starken Fußball gezeigt, und heute über das ganze Spiel. Es ist also sehr bitter, dass wir die Reise nach Mailand nicht antreten dürfen. Wir können es gar nicht glauben. Thomas Müller ist ein sicherer Schütze. Er hat schon so viele Elfmeter für uns verwandelt, da gibt es überhaupt keinen Vorwurf von uns. Wir können erhobenen Hauptes aus dem Spiel rausgehen."

Pep Guardiola (Trainer FC Bayern): "Ich habe mein Leben für diese Mannschaft gegeben, ich habe gekämpft und mein Bestes getan. Das ist alles. Wir haben kein Champions-League-Finale erreicht, aber ich bin sehr stolz auf die Mannschaft. Aber so ist nun mal der Fußball: Du kannst das Beste geben und trotzdem verlieren. Mir tut es für unsere Spieler leid, sie hätten es wirklich verdient gehabt, im Finale zu stehen. Es ist eine fantastische Truppe, die das Beste verdient hat. Es war eine fast perfekte Champions-League-Saison bisher, aber auf diesem Niveau ist es natürlich unglaublich schwierig, gegen Atletico Madrid zu spielen. Das Tor hat gefehlt, wir haben gut gespielt. Wir haben das Spiel gespielt, das wir spielen wollten, wir haben es gut gespielt, aber es hat einfach nicht gereicht. Letzten Endes ist es egal, ob man besser gespielt hat, denn nur die Ergebnisse zählen."

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Karl-Heinz Rummenigge (Vorstandsvorsitzender FC Bayern): "Unsere Mannschaft hat großartig gespielt und verdient gewonnen. Sie hätte heute auch verdient, dass sie nach Mailand fährt. Leider ist ihr das nicht gelungen. Ich bin ein bisschen traurig für die Mannschaft. Wir haben speziell in den ersten 45 Minuten phantastisch gespielt. Das verdient jede Hochachtung. Was leider bleibt, ist, dass sie es nicht geschafft hat, ins Finale zu kommen. Leider hat Thomas Müller den Elfmeter nicht verwandeln können. Das wäre sonst vielleicht der Siegtreffer gewesen. Diese Niederlage ist natürlich schmerzhaft. Aber unsere Mannschaft braucht sich nicht zu schämen. Sie kann hoch erhobenen Hauptes vom Platz gehen, weil sie großartig gespielt und gekämpft und alles gegeben hat. Es war eine tolle emotionale Veranstaltung, die wir hier heute gesehen haben."

Diego Simeone (Trainer Atletico Madrid): "In der ersten Halbzeit haben wir den besten Gegner gesehen, dem ich jemals gegenübergestanden habe. In der ersten Halbzeit hatten sie alles, Lufthoheit und den Kampf Mann gegen Mann. Es war beeindruckend, wunderbar, eine Mannschaft mit dieser Intensität im Spiel zu sehen. Aber die Reaktion nach dem von Oblak gehaltenen Elfmeter war gut. Die zweite Halbzeit war anders. Ich habe mich fast verliebt in mein Team, wie wir dagegen gehalten haben. Wir haben Zweikämpfe gewonnen, haben besser umgeschaltet. Als dann das Tor fiel, ging die Partie in die gewünschte Richtung. Es macht mich sehr zufrieden, auf dem Weg ins Finale zwei der drei besten Mannschaften der Welt besiegt zu haben."

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Antoine Griezmann (Atletico Madrid): "Wir haben uns darauf vorbereitet zu leiden, und das mussten wir heute auch. Unser Ziel war es heute, ein Tor zu schießen. Das haben wir geschafft."

Fernando Torres (Atlético Madrid): "Essentiell war die Art, wie wir die zweite Hälfte gespielt haben. Das Tor hat uns mehr Ruhe gegeben, aber Bayern ist eine sehr starke Mannschaft, und es war nicht leicht, unser Spiel durchzuziehen. Jetzt wollen wir Geschichte schreiben. Wir haben noch nie die Champions League gewonnen."

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