vergrößernverkleinern
Der FC Bayern und Real Madrid sind Stammgäste in der Champions League
Der FC Bayern und Real Madrid sind Stammgäste in der Champions League © Getty Images

Superliga unter chinesischer Führung oder Super-Champions-League mit Wildcard? Nun kündigt die UEFA ihren eigenen Reformvorschlag für die Königsklasse an.

Die UEFA will demnächst einen eigenen Vorschlag zur Reform der Champions League vorstellen.

In einem Statement der europäischen Fußball-Union hieß es: "Die UEFA hat in den vergangenen Monaten mehrere Sitzungen mit allen Entscheidungsträgern abgehalten, um über die Zukunft der UEFA Klubwettbewerbe zu diskutieren und Meinungen von allen Beteiligten einzuholen."

Und weiter: "Die Ergebnisse dieser Beratungen zusammen mit Vorschlägen für einen Weg in die Zukunft werden den Klubs noch vor der der Generalversammlung der europäischen Klubvereinigung ECA am 5. und 6. September in Genf übermittelt werden."

Vier garantierte Startplätze?

Der Vorschlag der UEFA für die Zukunft der Champions League könnte laut ESPN so aussehen: Die ersten Vier aus den vier stärksten europäischen Ligen würden sich künftig direkt für die Gruppenphase der Königsklasse qualifizieren.

Der Vierte der spanischen Primera Division, der englischen Premier League, der Bundesliga und der italienischen Serie A müsste damit nicht mehr wie bisher in die Playoffs.

Dies würde für die finanzstarken Klubs aus den Top-Ligen deutlich mehr Planungssicherheit bedeuten.

Setzt sich dieses Modell durch, kämen 16 der 32 Mannschaften in der Champions League aus den vier besten nationalen Ligen – zum Leidwesen der Vereine aus den kleinen Ligen.

Konkurrenz durch Superliga

Damit soll die European Club Association ECA unter der Führung von Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge zufrieden gestellt werden.

Die UEFA hat nämlich ein berechtigtes Interesse daran, die finanzkräftigsten Klubs hinter sich zu bringen.

Video

Denn die großen Namen im europäischen Fußball werden auch mit Milliarden aus China gelockt: Wang Jianlin, reichster Chinese mit geschätzten 30 Milliarden Euro auf dem Konto, plant seine eigene Superliga. Der Boss der mächtigen Wanda-Group lockt die Vereine mit höheren TV-Erlösen und sicheren Startplätzen.

Auch Wildcard im Gespräch

Aber weil die Klubs aus der Premier League kein Interesse an der Superliga zeigen - in England können sie noch mehr verdienen - gab es offenbar bereits einen anderen Vorschlag, der für mehr Klubs aus den großen Ligen in der Champions League sorgen könnte. Die Gazzetta dello Sport  berichtete kürzlich von folgendem Plan: Die ersten drei sollen sich dabei wie gehabt auf sportlichem Wege automatisch qualifizieren, der vierte Teilnehmer bekäme eine Art Wildcard.

Video

Um diese zu erhalten, würde die UEFA künftig verschiedene Faktoren wie den Erfolg der letzten Jahre, die wirtschaftlichen Möglichkeiten, Tradition und das Fanaufkommen der Klubs betrachten.

Sollten der FC Bayern oder Borussia Dortmund also in den nächsten Jahren einmal die Qualifikation auf sportlichem Wege verpassen, dürften sie per Wildcard trotzdem teilnehmen.

Auch Mannschaften wie Chelsea, Liverpool, Manchester United oder der AC Milan könnten danach trotz verpasster sportlicher Qualifikation an die millionenschweren Fleischtöpfe der Königsklasse.

UEFA mit gutem Kompromiss?

Dies wäre nach dem nun wahrscheinlichen neuen Vorschlag der UEFA zwar nicht der Fall.

Trotzdem könnte der Plan mit vier garantierten Startplätzen für die Top-Ligen einen Kompromiss darstellen, dem auch die reichsten, traditionsreichsten und mächtigsten Klubs zustimmen könnten.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel