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Arjen Robben gewann 2013 mit dem FC Bayern die Champions League
Arjen Robben gewann 2013 mit dem FC Bayern die Champions League © Getty Images

Jetzt ist es offiziell: Die UEFA reformiert die Champions League. Die Bundesliga erhält künftig vier garantierte Startplätze für die Gruppenphase.

Die Bundesliga hat künftig vier Startplätze in der Gruppenphase der Champions League sicher.

Durch eine Reform der Königsklasse, die am Freitag in Monaco offiziell vorgestellt wurde, entfällt ab der Saison 2018/19 für die vier am besten bewerteten Ligen des Kontinents die Qualifikationsrunde der jeweiligen Tabellenvierten. Sie starten direkt in der lukrativen Gruppenphase.

Vorschläge wie eine Superliga unter Federführung der chinesischen Wanda-Group oder eine Super-Champions-League mit Wildcards für die traditionsreichsten und wirtschaftlich stärksten Vereine sind damit erstmal vom Tisch.

Rummenigge zufrieden

"Wir hatten bei der Reform ein Ziel: Auf der einen Seite den Traum für die Kleinen erhalten und auf der anderen Seite den Weg der Champions sicherzustellen", sagte UEFA-Interimsgeneralsekretär Theodore Theodoridis im Fürstentum.

Am Format der Champions League und Europa League wird nichts geändert.

"Ich begrüße die UEFA-Entscheidung, es ist eine ernsthafte und faire Lösung für den europäischen Klubfußball", betonte Bayern Münchens Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der europäischen Klubvereinigung ECA. 

Hälfte der Teilnehmer aus Top-Ligen

Stand jetzt würden dann Spanien (bisher 3 feste Plätze + 1 Qualifikationsplatz), Deutschland (3+1), England (3+1) und Italien (2+1) in jedem Fall insgesamt 16 der 32 Teilnehmer stellen.

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Vor allem der Vierte der UEFA-Fünfjahreswertung (derzeit Italien) profitiert, da sich die Anzahl der sicheren Startplätze verdoppelt.

Die Italiener stellen diese Saison mit Juventus und dem SSC Neapel nur zwei Teilnehmer, der AS Rom schied in den Playoffs gegen den FC Porto aus.

Schweiz als erster Verlierer

Zittern müssen die künftigen Meister aus Nationen außerhalb der UEFA-Top-10. Zugunsten der Großen wird denen der Platz in der Gruppenphase weggenommen, sie müssen den Umweg über die Qualifikation gehen. Erster Verlierer wäre derzeit die Schweiz.

"Die Evolution der Klub-Wettbewerbe ist das Resultat eines breit angelegten Konsultationsprozesses, in dem alle Beteiligten Mitspracherecht hatten", sagte Theodoridis: "Wir sind glücklich, dass sich der europäische Fußball weiter als Einheit präsentiert - hinter dem Konzept der Solidarität und des fairen Wettbewerbs."

Preisgelder werden erhöht

Die Preisgelder sollen künftig weiter erhöht werden. Zwar wurden noch keine Zahlen genannt, "wir können dennoch sagen, dass wir eine signifikante Erhöhung der Preisgelder in Champions League und Europa League erwarten", versicherte die UEFA.

Derzeit spült die Teilnahme an der Gruppenphase, die zuletzt Borussia Mönchengladbach über die Playoffs erreicht

hat, rund 30 Millionen Euro in die Kassen. Dass die Einnahmen-Lücke zwischen Königsklasse und Europa League kleiner wird, ist nicht zu erwarten. Eher werden die Reichen noch mehr bekommen.

Deutschland fast sicher in den Top vier

Viel unwahrscheinlicher geworden ist durch die Reform zudem die Horror-Vorstellung der Deutschen Fußball Liga (DFL), die von ihren Klubs mit Blick auf die Fünfjahres-Wertung immer wieder Höchstleistungen in den Klub-Wettbewerben fordert.

Dass Deutschland auf Platz fünf des Rankings zurückfällt, erscheint derzeit fast ausgeschlossen. Seit der Saison 2002/03, als England die Franzosen von Platz vier verdrängte, beherrschen die gleichen vier Top-Ligen den europäischen Fußball.

In der Saison 2016/17 ist Deutschland zum vierten Mal in Folge mit vier Teams in der Königsklasse vertreten.

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