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Dortmund - Borussia Dortmund liegt gegen Real Madrid zwei Mal zurück, erkämpft sich in einem irren Schlagabtausch aber ein verdientes Remis. Joker Andre Schürrle sticht zu.

Borussia Dortmund hat sich in einem irren Schlagabtausch mit Titelverteidiger Real Madrid in letzter Minute ein Remis erkämpft - und ist trotzdem nicht zufrieden.

"Vielleicht wäre mehr drin gewesen. Wir sind nicht zu hundert Prozent zufrieden, weil wir das Gefühl haben, es besser zu können. Aber es ist immer schwer, einem Rückstand hinterherzulaufen", sagte Coach Thomas Tuchel bei Sky

Der Tabellenzweite der Bundesliga trotze den Königlichen im zweiten Gruppenspiel der Champions League ein beachtliches 2:2 (1:1) ab und liegt nach dem 6:0-Kantersieg zum Auftakt bei Legia Warschau auf Achtelfinalkurs.

Den Rückstand durch Superstar Cristiano Ronaldo (17.) egalisierte Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang (43.) kurz vor der Halbzeit.

Dortmund kommt zwei Mal zurück

Nach der erneuten Führung der Gäste durch Raphael Varane (68.) belohnte der für Mario Götze eingewechselte Andre Schürrle (87.) den nie aufsteckenden BVB.

"Das gibt uns ein sehr gutes Gefühl, auch einem solch großen Gegner Paroli zu bieten und so in der Champions League zurückzukommen. Das wird uns und vor allem den jungen Spielern helfen, als Mannschaft zusammenzuwachsen", sagte Top-Joker Schürrle bei Sky.

Mit etwas mehr Cleverness und Kaltschnäuzigkeit beim Abschluss wäre für den BVB gegen den spanischen Rekordmeister mit Weltmeister Toni Kroos zweifellos mehr möglich gewesen.

"Wenn man zurückblickt, geht das Ergebnis in Ordnung. Wir waren in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft", resümierte BVB-Sportdirektor Michael Zorc.

Tuchel setzte Weltmeister Schürrle nach dessen Verletzungspause zunächst auf die Bank, auf Innenverteidiger Marc Bartra (Adduktorenzerrung) musste der BVB-Coach ganz verzichten. (Spielplan der Champions League)

Offensivspektakel im Signal Iduna Park

Beide Mannschaften lieferten vor 65.849 Zuschauern von Beginn an das erhoffte Offensivspektakel. Torhüter Roman Bürki parierte bereits in der dritten Minute einen Freistoß von Ronaldo glänzend. (Tabellen der Champions League)

© iM Football

Doch der BVB versteckte sich gegen die Königlichen nicht und ging mit viel Tempo und ohne Respekt zu Werke. Gonzalo Castro per Freistoß (4.), Aubameyang (12.) und Top-Talent Ousmane Dembele (13.) vergaben die mögliche Führung.

Berauscht vom eigenen Angriffsspiel vernachlässigten die Schwarz-Gelben aber die Abwehrarbeit. Die Gäste bestraften die erste Nachlässigkeit eiskalt. 

Nach einem schnellen Gegenangriff, den Kroos glänzend eingeleitet hatte, legte Gareth Bale per Hacke für Ronaldo auf und der Europameister aus Portugal ließ sich aus kurzer Distanz nicht zweimal bitten.

Slapstick-Tor zu wichtigem Zeitpunkt

Die Dortmunder blieben aber trotz des Rückstandes ihrer Linie treu, kombinierten im Mittelfeld schnell und spielten schnörkellos in die Spitze. Dembele vergab aber auch seine zweite gute Möglichkeit (25.).

Kurz vor der Pause wurde der Offensivdrang des Gastgebers belohnt.

Einen Freistoß von Raphael Guerreiro faustete der unsichere Navas gegen Innenverteidiger Varane, Aubameyang drückte den Ball kurz vor der Linie dann ins Tor. (Statistiken zum Spiel)

"Den Ball muss der Torhüter halten oder zur Seite abwehren. Das war eine schlechte Reaktion, das hat er falsch gemacht", sagte Joachim Löw in der Halbzeit bei Sky.

Vom Auftritt der beiden Teams war der Bundestrainer angetan: "Das ist ein sehr, sehr gutes Spiel, das technisch sehr anspruchsvoll ist. Der BVB spielt hervorragend. Manchmal verteidigt Dortmund etwas hoch, das öffnet Real dann Räume. Beide Mannschaften haben große Klasse."

Schürrle-Hammer sichert BVB Remis

Diese stellte der BVB auch nach dem Wechsel unter Beweis. Das Tuchel-Team spielte zunächst voll auf Sieg. Dembele (51.) und Aubameyang (52.) vergaben weitere gute Chancen. Ab der 58. Minute ersetzte Schürrle den weniger auffälligen, aber bemühten Mario Götze.

Drei Minuten später meldete sich auch Real im Spiel zurück. Ronaldo vergab aber per Kopf. Karim Benzema (62.) ließ ebenfalls die Möglichkeit zum zweiten Treffer der Königlichen ungenutzt. Dortmund ließ sich nun etwas weiter zurückfallen, das Spiel hatte Kraft gekostet.

Varane nutzte dies aus kurzer Distanz zur erneuten Führung der Gäste.

"Wir wussten, dass sie bei Standards gefährlich sind. Wo sie den Ball auf den zweiten Pfosten spielen, waren wir nicht so hellwach, wie wir es hätten sein müssen. Gerade bei so einem Spiel ist es ärgerlich, ein Gegentor nach einem Standard zu bekommen", ärgerte sich Götze bei Sky über den zweiten Gegentreffer.

Guerreiro (70.), Schürrle (75.) und der eingewechselte Emre Mor (83.) scheiterten zunächst auf der anderen Seite aus guter Position an Navas, ehe Schürrle den Ball aus zehn Metern unhaltbar einschoss.

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