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AS Monaco FC v Bayer 04 Leverkusen - UEFA Champions League
Enttäuscht: Omer Toprak und Roger Schmidt © Getty Images

Trotz des bitteren Ausgleichs in der 94. Minute im Champions-League-Spiel beim AS Monaco schaltet Bayer in den Angriffsmodus. Die Enttäuschung sitzt dennoch tief.

Rudi Völler war kreidebleich, Roger Schmidt suchte schweißgebadet in den muffigen Katakomben des maroden Stade Louis II nach einer Erklärung: Der Sportchef von Bayer Leverkusen und sein Trainer standen kurz nach dem 1:1 (0:0) bei Angstgegner AS Monaco aber nur kurz unter Schock, ehe sie überraschend schnell und trotzig zugleich wieder in den Angriffsmodus schalteten.

"Wir sind nicht im Schockzustand, sondern in einer guten Verfassung. Aus dem Spiel kann man viel Zuversicht mitnehmen. Wir werden jetzt regenerieren und dann gegen Dortmund wieder angreifen", sagte Schmidt mit Blick auf den Bundesliga-Schlager am Samstag gegen Bayern-Jäger Borussia Dortmund (ab 18 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER).

Bayer bangt wieder ums Achtelfinale

Wenige Minuten zuvor war der Bayer-Coach noch wie vom Blitz getroffen zusammengezuckt und hatte, anstatt beim Schlusspfiff in Jubel auszubrechen, beide Hände vors Gesicht geschlagen. In der vierten Minute der Nachspielzeit, exakt 24 Sekunden vor dem Abpfiff, hatte Kamil Glik der Werkself einen schon sicher geglaubten Sieg entrissen.

Nachdem Torjäger Javier Chicharito Hernandez Bayer in der 73. Minute mit dem verdienten 1:0 erlöst und vermeintlich nach dem 2:2-Stolperstart gegen ZSKA Moskau wieder in die Spur gebracht hatte, stand Leverkusen gute 20 Minuten später im Kampf um den Achtelfinaleinzug wieder mit dem Rücken zur Wand.

Fehlende Erfahrung als Grund

"Ich bin fassungslos, aber der Fußball ist manchmal brutal. Am Ende war es Glück, Pech, Zufall oder Schicksal", äußerte Schmidt in seiner ersten Enttäuschung und auch Völler haderte: "Das ist bitter und tut weh."

Bayer-Kapitän Lars Bender übte nach dem Abpfiff dagegen zunächst Selbstkritik: "Am Ende müssen wir da einfach cleverer sein. Die Enttäuschung ist riesengroß, ich kann es kaum in Worte fassen. Das ist vielleicht ein stückweit fehlende Reife. Da müssen wir wacher sein. Einem Team, das schon internationale Erfahrung hat, darf das nicht passieren."

Blick geht nach vorne

Beim Schlummertrunk in der Nobelherberge Meridien Beach Plaza in Monte Carlo und beim kurzen Rückflug von Nizza nach Köln blickten Bender und Co. aber schon wieder nach vorne: "Wir werden Dortmund einen großen Fight liefern", versprach Torjäger Chicharito und Bender kündigte an: "Wir müssen nach dem 3:2 in Mainz nachlegen und das wollen wir auch. Wir spielen zu Hause. Diesen Vorteil müssen wir nutzen."

Das sahen auch die Verantwortlichen so. "Wir haben in Monaco über 90 Minuten gezeigt, was wir können. Das wollen wir auch gegen den BVB zeigen. Ich glaube an diese Mannschaft", sagte Völler, dessen Laune nach einer kurzen Nacht am Mittwoch ebenso wie bei den Protagonisten schon wieder deutlich besser war.

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