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Arjen Robben wurde in Eindhoven vorzeitig ausgewechselt © Getty Images

Eindhoven - Der Star des FC Bayern übt nach der Partie bei PSV Eindhoven Kritik an der Teamleistung und seiner Auswechslung. Im Vertragspoker dürften Arjen Robben die Aussagen wenig weiterhelfen.

Als der Mannschaftsbus des FC Bayern kurz vor Mitternacht am Stadion der PSV Eindhoven abfuhr, blieb ein Platz leer. Arjen Robben hatte es vorgezogen, mit dem eigenen Pkw zum Bankett zu brausen.

Keine große Sache eigentlich, zumal sie vorher abgesprochen war. Und doch passte Robbens Fahrt im Privatwagen zu diesem Champions-League-Abend, an dem er sich von seinen Mannschaftskollegen abhob.

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Die meisten Bayern-Profis hatten den 2:1-Erfolg in den Niederlanden positiv bewertet. "Ich denke, dass wir heute gut gespielt haben, klares Übergewicht hatten und das Spiel kontrolliert haben", sagte etwa Kapitän Philipp Lahm ins SPORT1-Mikrofon. Mats Hummels verwies auf die Statistik von 22:4-Torschüssen und sprach von einer "sehr überzeugenden Angelegenheit".

Robben hatte eine andere Sichtweise auf die Partie. "Es war kein gutes Spiel von uns. Wenn wir im Achtelfinale so spielen, bekommen wir Probleme", sagte der Niederländer.

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Kritik an Trainer Ancelotti

Aufgrund seiner frühzeitigen Auswechslung übte Robben auch noch Kritik an Carlo Ancelotti: "Der Trainer denkt etwas anders, er denkt an meine Gesundheit. Ich bin enttäuscht und war auch etwas sauer. Ich komme einmal nach so langer Zeit hierher zurück und dann werde ich ausgewechselt."

Robbens Schmollen war einerseits verständlich. Niemand wird gerne ausgewechselt, erst recht nicht, wenn es der erste Auftritt beim Ex-Klub ist. Und doch passten Robbens Aussagen in ein Bild, das er einst geprägt hat. Er galt lange Zeit als ein Profi, dem die persönliche Anerkennung wichtiger als das Gemeinwohl war.

Unvergessen sind Franz Beckenbauers Worte über Robben. "Die Anerkennung hat er teilweise verspielt. Er ist ein Egoist wie viele auch", sagte Bayerns Ehrenpräsident im Frühjahr 2012.

Damals war Robbens Zukunft beim FC Bayern ungewiss. Und auch aktuell stellt sich die Frage, wie es mit dem Flügelflitzer beim Rekordmeister weitergeht. Sein Vertrag läuft am Saisonende aus. Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge kündigte zuletzt Gespräche an.

Seine Verdienste für den Klub dürften Robben im Vertragspoker einen Vorteil verschaffen. Das Siegtor im Champions-League-Finale 2013 bleibt unvergessen. Und nicht wenige führen Misserfolge der Vergangenheit darauf zurück, weil die genialen Momente des Niederländers fehlten. So scheiterte der FC Bayern 2015 und 2016 jeweils im Halbfinale der Königsklasse - ohne Robben.

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Die Robbens wollen lukrativen Vertrag

Die vielen Verletzungspausen schwächen seine Position natürlich auch. Hans Robben, Berater des Profis, will für seinen Sohn offenbar einen lukrativen Kontrakt bis 2019 aushandeln. Doch der Spieler ist in einem Alter, in dem es beim FC Bayern eigentlich keine längerfristigen Verträge mehr gibt. Robbens Aussagen von Eindhoven dürften nicht dazu beigetragen haben, dieses Konzept von Klubseite her zu überdenken.

Sollten die Verhandlungen am Ende scheitern, muss sich Robben aber keine Sorgen machen. Ein Angebot gab es bereits am Dienstag, wenn auch nur aus dem PSV-Fanblock. Die Anhänger entrollten ein Banner mit der Aufschrift: "Je contract ligt al klaar!", was übersetzt bedeutet: "Der Vertrag ist fertig!"

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