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Tottenham Hotspur FC v Bayer 04 Leverkusen - UEFA Champions League
Kevin Kampl (M.) schoss Bayer Leverkusen zum Sieg bei den Spurs © Getty Images

München - Kevin Kampl schießt Leverkusen trotz Verletzung zum Sieg bei Tottenham Hotspur. Die Perspektive für Coach Roger Schmidt ist plötzlich positiv - bleibt aber gefährlich.

So schnell kann sich eine Perspektive ändern.

Nach drei Spieltagen in der Champions League standen bei Bayer Leverkusen kein Sieg und drei Unentschieden auf der Habenseite, aufgrund des schweren Restprogramms waren die Chancen aufs Achtelfinale gering.

Einen Sieg später steht bei der Werkself immer noch die Null - jedoch auf der Niederlagen-Seite. (Tabellen der Champions League)

Das überraschende 1:0 bei Englands Vizemeister Tottenham Hotspur katapultiert Bayer in der Tabelle auf Platz zwei und emotional auf Wolke sieben.

Bayer doppelt im Glück

"Wir haben den Rahmen genutzt. Es war eine unglaubliche Kulisse und ein sehr gutes Spiel. Wir mussten hart arbeiten, aber ich glaube, wir haben uns den Sieg verdient", schwärmte Trainer Roger Schmidt, der nach seiner Zwei-Spiele-Sperre erstmals wieder an der Seitenlinie stand, bei Sky.

Dabei hatte Bayer Glück: Vor 85.512 Zuschauern im Wembley-Stadion hätten sich die Rheinländer nach einem Foul von Ömer Toprak an Dele Alli nicht über einen Elfmeter beschweren dürfen. Kurz vor Schluss landete zudem ein Freistoß von Eric Dier an der Latte.

Dass es trotz fünfminütiger Nachspielzeit dennoch zum Sieg reichte, lag an Kevin Kampl, der einen doppelt abgefälschten Schuss ins Tor lenkte (65.).

Kampl trotz Verletzung überglücklich

"Das ist unglaublich. Ich glaube, ich werde heute Nacht kein Auge zumachen. Allein schon hier zu spielen vor so einer Kulisse und dann noch das Siegtor schießen zu dürfen, ist unfassbar. Bei meinem Tor war ein bisschen Glück dabei. Das Glück muss man sich aber auch erarbeiten und das haben wir", sagte Kampl auf SPORT1-Nachfrage.

Dabei verletzte sich der Slowene in der Partie am Fuß, kämpfte aber weiter und musste erst kurz vor Schluss den Schmerzen Tribut zollen.

"Ich habe mich in einem Zweikampf verletzt. Ich hoffe, dass es nicht allzu schlimm ist. Mein Knöchel tut tierisch weh, ich konnte nicht mehr auftreten und es war besser, runterzugehen", beschrieb Kampl seinen Gesundheitszustand.

Ob der 26-Jährige am Samstag in der Bundesliga gegen Darmstadt 98 (ab 15 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) auflaufen kann, ist offen. Dennoch wäre ein Einsatz des Vorkämpfers gegen den kampfstarken Gegner eminent wichtig, damit die Wende endgültig vollzogen werden kann.

"Er spielt sehr stabil und hat es in den letzten Jahren über kleinere Klubs ganz nach oben geschafft. In den letzten Jahren ist er zudem noch sehr torgefährlich geworden, das ist schon stark", schwärmte Leverkusens Ex-Kapitän Simon Rolfes im Gespräch mit SPORT1.

Bayer zum Punkten verdammt

Schmidt blickte bereits voraus: "Der Sieg war natürlich auch wichtig für die Bundesliga. Wir wollen versuchen, am Samstag gegen Darmstadt nachzulegen und dann wollen wir uns langsam nach oben arbeiten", sagte der Bayer-Coach. Kampl fügte hinzu: "Sobald wir am Freitag das Abschlusstraining bestreiten, muss das Spiel in Wembley vergessen sein, weil wir uns voll auf die Bundesliga konzentrieren möchten. Wir dürfen Darmstadt auf keinen Fall unterschätzen."

In der Liga ist Bayer lediglich Zehnter und damit zum Punkten verdammt. Und auch in der Champions League warten mit dem noch folgenden Auswärtsspiel im eisigen Moskau bei ZSKA sowie im Gruppenfinale gegen Tabellenführer AS Monaco knifflige Aufgaben. (Spielplan und Ergebnisse der Champions League)

Die Leistung im Wembley-Stadion darf für Bayer keine Ausnahme bleiben - sonst könnte sich die Perspektive erneut schnell ändern.

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