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Robert Lewandowski und Thiago (r.) waren für drei der vier Münchner Treffer verantwortlich
Robert Lewandowski und Thiago (r.) waren für drei der vier Münchner Treffer verantwortlich © Getty Images

München - Der FC Bayern lässt im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League die harmlosen Auftritte der Vorwochen vergessen. Lewandowski und Thiago schießen Arsenal ab.

Es war das erhoffte Spektakel: Ein wie entfesselt auftrumpfender FC Bayern München darf weiter vom Triple träumen. Der deutsche Rekordmeister hat sich nach seiner besten Leistung in diesem Jahr durch ein glanzvolles 5:1 (1:1) gegen seinen überforderten Lieblingsgegner FC Arsenal die große Chance erhalten, zum sechsten Mal in Folge ins Viertelfinale der Champions League einzuziehen (Torjäger der Champions League).

Die Mannschaft von Trainer Carlo Ancelotti nutzte die Bühne Königsklasse eindrucksvoll und kann nach dieser Gala entspannt zum Rückspiel am 7. März nach London fliegen (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker).

"Vor dem Elfmeter waren wir sehr gut, dann bis zur Halbzeit nicht wirklich gut, danach sensationell", sagte Kapitän Philipp Lahm im ZDF: "Wir haben unsere Qualität im Ballbesitz ausgespielt und dann zur rechten Zeit die Tore gemacht. 5:1 sollte im Rückspiel reichen."

Lewandowski und Thiago drehen auf

Arjen Robben erzielte mit einem Traumtor in der 11. Minute die frühe Führung für die Bayern. Alexis Sanchez glich völlig überraschend aus (30.). Einen unberechtigten Foulelfmeter, den Manuel Neuer zunächst hielt, verwandelte der Chilene im Nachschuss. Das erhoffte Zu-Null war so Makulatur (Die Statistik zum Spiel).

Die Bayern, bei denen Kapitän Philipp Lahm die dritte Gelbe Karte sah und damit gesperrt fehlen wird, drehten jedoch nach der Pause mächtig auf. Den 16. Heimsieg in der Königsklasse in Folge (Rekord) sicherten in einer furiosen zweiten Hälfte Robert Lewandowski (53.) und der überragende Thiago (56. und 63.) mit drei Toren in nur zehn Minuten. Am Ende durfte der eingewechselte Thomas Müller (89.) mit seinem 39. Champions-League-Tor den Schlusspunkt setzen.

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"Wir waren die ganze Zeit kompakt, haben ihnen wenige Möglichkeiten gegeben", meinte Ancelotti nach dem Spiel bei Sky. "Vorne waren wir natürlich überragend. Die Balance hat einfach gestimmt. Ich bin sehr zufrieden. Wenn Mannschaften wie Arsenal in der Mitte eng stehen, haben wir natürlich außen viel Platz. Das haben wir über Robben und Lahm mehrfach super gespielt." 

Arsenal mit einem maßlos enttäuschenden Mesut Özil droht damit bereits zum vierten Mal nach 2005, 2013 und 2014 das frühe Aus gegen die Bayern. Ohnehin ist das Verhältnis zum Achtelfinale für das Team von Arsene Wenger bislang keine Liebesbeziehung: Achtmal war bisher in 14 Versuchen Schluss, zuletzt sechsmal in Folge! Die Rufe nach einer Ablösung des Franzosen dürften nun noch lauter werden.

Robben trifft in typischer Manier

"Man wird das echte Bayern sehen", hatte Arturo Vidal vor dem Achtelfinal-Kracher angekündigt. Der Mittelfeldmotor sollte Recht behalten. Das "echte Bayern" startete erst einmal ohne den zuletzt formschwachen Müller, immerhin aktuell der beste Champions-League-Schütze der Münchner. Stattdessen vertraute Ancelotti den strategischen Künsten von Thiago hinter Torjäger Lewandowski.

Eine weise Entscheidung. Sein Team zeigte sich nach zuletzt zähen Liga-Auftritten wesentlich entschlossener, spielfreudiger und beweglicher (Ergebnisse und Spielplan der Champions League).

Thiago drückte dem Münchner Spiel gegen Arsenal seinen Stempel auf © iM Football

Der sehr aktive Vidal zwang Arsenal-Keeper David Ospina in der 8. Minute zu einer ersten Parade. Arsenal war zwar bemüht, früh zu attackieren. Zugriff bekamen die Gunners aber kaum, weshalb die Bayern ihr Spiel fast ungestört aufziehen konnten. Auch bei Robbens prachtvollem Führungstreffer stand die Arsenal-Defensive nur Pate. Der 33 Jahre alte Superstar zog nach innen und zirkelte den Ball sehenswert ins obere Toreck.

"Das hat heute sehr gut funktioniert. Ich bin selbst ein bisschen überrascht, dass wir so gut gespielt haben", meinte Robben bei Sky. "Andererseits aber auch nicht, weil ich weiß, dass die Mannschaft einen tollen Charakter hat und den Hebel immer wieder umlegen kann, wenn es darauf ankommt."

Özil geht mit unter

Von Arsenal war erst einmal nichts zu sehen. Özil, seit Wochen schon für seine mageren Darbietungen auf der Insel kritisiert, war bis auf wenige Ausnahmen ein Schatten seiner selbst. Erst ein vermeintliches Foul von Lewandowski an Laurent Koscielny im Anschluss an einen Eckball brachte Arsenal wieder zurück ins Spiel. Die Bayern waren geschockt. Granit Xhaka (40.) und Özil (45.+1) hatten sogar das 2:1 auf dem Fuß.

Nach dem Wechsel hatten sich die Münchner wieder gefangen und schlugen schnell zurück. Nach Flanke von Philipp Lahm übersprang Lewandowski Weltmeister Shkodran Mustafi und köpfte ein. Thiago legte mit einem Doppelschlag nach.

Arsenal hatte nun sogar Glück, nicht noch mehr unter die Räder zu kommen. Lewandowski hatte mit einem Lattenschuss Pech (61.). Ospina verhinderte dann bei Chancen von Javi Martínez, Robben und Douglas Costa ein Debakel für die Gäste - und Müller setzte den Schlusspunkt.

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