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Mit seinem Dreierpack bei Reals Sieg gegen Bayern schreibt Cristiano Ronaldo Geschichte. Presse und Trainer Zidane schwärmen, Ronaldo selbst hat nur einen Wunsch.

Am Ende dieser unvergesslichen Fußball-Nacht wollte der kleine Leon Kroos auch so sein wie der große Cristiano Ronaldo. Also dribbelte der dreijährige Sohn von Weltmeister Toni Kroos unter Anfeuerungsrufen seines Vaters auf das vom schwer geschlagenen Manuel Neuer längst verlassene Tor - und stupste den Ball gleich zweimal über die Linie. Da jubelten sogar die Fans des FC Bayern, ganz anders als beim historischen Dreierpack des Münchner Albtraums Ronaldo zuvor.

Mit seinen Champions-League-Treffern Nummer 98 bis 100 (76., 105., 109.) schoss der Weltfußballer sein Real Madrid beim geschichtsträchtigen 4:2 (1:2, 0:0) n.V. im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League  beinahe im Alleingang ins Halbfinale. "Es war ein denkwürdiger Abend, ich bin überglücklich", sagte der Portugiese sichtlich stolz, den Spielball in seinem Rucksack verstaut: "Ich versuche einfach nur, immer das Beste zu geben." Das ist ihm gegen die Bayern gelungen - und wie!

Schon im Hinspiel (2:1) hatte Ronaldo ja zweimal getroffen, in sechs Duellen mit den Münchnern war er jetzt unglaubliche neunmal erfolgreich. Reals Hausblatt Marca schwärmte vom "König von Europa""König von Europa", die AS schrieb über den "Mister Champions" mit der Nummer 7: "Cristiano zerstört die Bayern, nur er konnte den stolzesten Klub Europas erlegen."

Und Trainer Zinédine Zidane meinte: "Ich bin glücklich, Cristiano zu haben. Fünf Tore in zwei Spielen - er macht den Unterschied, er ist der Heilsbringer."

Daran gab es in den vergangenen Monaten allerdings Zweifel. Ronaldo schleppte sich lange Zeit durch die Saison, vor dem Viertelfinale hatte er in der Königsklasse nur zweimal getroffen. "Ich habe hart dafür gearbeitet, zum entscheidenden Saisonzeitpunkt in Topform zu sein", sagte er am Dienstag, "was mir in den vergangenen Jahren nicht gelungen ist, weil ich jedes Spiel gespielt habe." Zidane dosierte die Einsätze seines wichtigsten Mannes klug, zwischen den beiden Bayern-Spielen ließ er ihn über Ostern in Marokko urlauben.

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Der Lohn: Ronaldo erreichte die historische Marke von 100 Treffern in der Königsklasse als erster Profi - und vor Rivale Lionel Messi. "Ob sie mir jetzt eine Straße widmen? Das Einzige, worum ich das Bernabéu bitte, ist, dass ich nicht ausgepfiffen werde", sagte Ronaldo danach angesichts des mitunter schwierigen Verhältnisses zum überkritischen Real-Anhang. "Jetzt", fügte Ronaldo an, "sind wir auf dem besten Weg, unsere Ziele zu erreichen".

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Von der "Duodécima", dem zwölften Titel in der Champions League, wollte er noch nicht sprechen, das sei "zu früh". Die Polemik der Bayern, die Schiedsrichter Viktor Kassai für ihr Ausscheiden verantwortlich machten, wies er aber entschieden zurück. "Madrid war ohne Zweifel besser, wir sind der verdiente Sieger", sagte er nach dem siebten Halbfinal-Einzug hintereinander (Rekord).

Auch Kroos sprach bei Sky vom "hochverdienten Weiterkommen". Der frühere Münchner trug mit zwei guten Leistungen (144 von 149 Pässen angekommen, sechs kreierte Chancen) dazu bei und erlebte im nur noch von Bayern-Fans besetzten Bernabéu einen besonderen Augenblick mit Junior Leon. "Das sind immer die schönsten Momente, er wollte unbedingt auf den Rasen", sagte Kroos. Ob Leon am 3. Juni in Cardiff noch mal auf den Platz darf? "Das weiß ich nicht", sagte Kroos, "aber es ist klar, dass wir den Titel erfolgreich verteidigen wollen."

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