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Bayern gerät gegen Real Madrid nach Martinez' Platzverweis auf die Verliererstraße. Neuer und Müller hadern, Oliver Kahn übt Fundamentalkritik. Die Stimmen.

Dem FC Bayern München droht im Viertelfinale der Champions League das Aus.

Im Hinspiel gegen Real Madrid verlor der zunächst überlegene deutsche Meister daheim mit 1:2 (1:0). Arturo Vidal (25.) brachte die Bayern in Führung, Weltfußballer Cristiano Ronaldo (47./77.) sorgte für die in Hinblick auf das Rückspiel am 18. April möglicherweise wegweisende Bayern-Niederlage.

Vidal verpasste bei einem verschossenen Handelfmeter (45.+1) das 2:0, Bayerns Javi Martinez sah nach der Pause Gelb-Rot (61.).

Die Stimmen von SPORT1, Sky und vom ZDF:

Philipp Lahm (Abwehrspieler FC Bayern): "Es ist sehr enttäuschend. In der ersten Halbzeit hatten wir alles im Griff. Kurz danach fällt das 1:1, und dann spielen wir gegen eine spielstarke Mannschaft mit zehn Mann, dann wird es eben ganz schwer. Der Genickbruch kam dann mit der Gelb-Roten Karte gegen Martinez. Aber Manu hat uns im Spiel gehalten, so dass wir noch alle Chancen im Rückspiel haben. Aber in Madrid müssen wir mehr zeigen."

Zum Anschlag auf den BVB-Bus: "Wir waren alle schockiert. Das ist tragisch, mehr kann man nicht dazu sagen. Man wünscht sich, dass alle gesund bleiben und dass bei Bartra wieder alles in Ordnung kommt."

Manuer Neuer (Torwart FC Bayern): "Es ist bitter. Wir hatten uns eine andere Ausgangslage erhofft. Es war ein bisschen unglücklich. Wir müssen ein bisschen cooler und cleverer auftreten, mit breiterer Brust auftreten. Du kannst gegen Real natürlich immer ein Tor bekommen, aber es ist wichtig, den Platz mit elf Mann zu verlassen. In Unterzahl hat uns dann die Sicherheit gefehlt. Aber wir glauben daran, dass wir es packen können. Wir waren die bessere Mannschaft in der ersten Halbzeit. Wenn wir ein bisschen mehr Persönlichkeit gehabt und mehr Selbstvertrauen gehabt hätten, dann hätten wir das zweite und dritte Tor machen können. Aber wir wissen, das wir auch in Madrid treffen können. Wir können es noch packen."

Zum Anschlag auf den BVB-Bus: "Es war ein Schock für uns alle. Wir wünschen Bartra gute Besserung und hoffen, dass man alles dafür tut, um solche Dinge zu vermeiden."

Carlo Ancelotti (Trainer FC München): "In der ersten Halbzeit hatten wir das Spiel unter Kontrolle, es hat aber etwas an Effizienz gefehlt. Kleine Details haben das Spiel entschieden -  wie der Elfmeter, der das zwei zu null gewesen wäre. Ich habe beim Elfmeter mich für Vidal entschieden, weil er die Persönlichkeit hat zu schießen. Es war nicht der erste Fehlschuss in der Geschichte des Fußballs und wird nicht der letzte sein. Dann haben wir den frühen Ausgleich kassiert und eine rote Karte, das hat das Spiel total verändert. Die Unterzahl machte es natürlich schwerer, trotzdem haben wir es noch ganz gut gemacht. Wir leben noch und haben noch eine Chance, es sind noch 90 Minuten. Wir müssen unser Bestes geben. Wir haben jetzt sechs Tage Zeit, können uns gut erholen, Hummels und Lewandowski können wieder fit werden. Es wird schwierig werden, die Chancen sind gering und zum Glück hat Real nicht noch ein Tor erzielt."

Thomas Müller (Spieler FC Bayern): "Wir hätten mit dem Elfmeter auf 2:0 stellen können. Das erste Gegentor hat uns schon aus dem Tritt gebracht, dann kam noch die Gelb-Rote Karte dazu. Wir waren nicht so 100 prozentig geil aufs Tor, die letzte 100 prozentige Überzeugung hat gefehlt. Wir haben auch nach dem 1:0 manchmal noch einen Sicherheitspass gespielt. Aber es ist noch alles möglich, da sind wir selbstbewusst genug. Am Dienstag gilt volle Kraft voraus, es ist noch alles möglich. Wir haben die Qualität, die Leidenschaft und das Rüstzeug, um auch in Madrid zu gewinnen. Im Fußball gab es schon größere Geschichten. Wir tun alles dafür, dass wir das Ding noch umbiegen."

Arjen Robben (Spieler FC Bayern): "Keine Vorwürfe an Arturo Vidal. Es ist natürlich schade, wenn man einen Elfmeter verschießt. Sonst steht es 2:0 und man hat eine super Ausgangsposition. Es ist ein ganz besonders Spiel, in dem zwei Top-Mannschaften aufeinandertreffen. Die letzte kleine Überzeugung hat gefehlt."

Oliver Kahn (Ex-Keeper FC Bayern): "Man kann auch mit zehn Mann ganz anders verteidigen. Viel besser, als es die Bayern gemacht haben. Da war keine Abstimmung beim Anlaufen des Gegners. Entweder war es viel zu früh oder zu spät. Da waren riesen Räume, die sich aufgetan haben. Ich habe da das Gefühl gehabt, dass die Spieler das abschenken. Mit dem 2:1 wurde es dann noch schlimmer. Auch mit zehn Mann kann man viel aggressiver verteidigen. Ich hatte nie das Gefühl, dass die Bayern wirklich versucht haben, ein vernünftiges Ergebnis über die Zeit zu bringen. Boateng hat in der letzten Viertelstunde körperlich angeschlagen gewirkt. Ich hatte nicht das Gefühl, dass die Bayern körperlich total auf der Höhe waren in der zweiten Halbzeit."

Zinedine Zidane (Trainer Real Madrid): "Bayern hat ein sehr gutes Spiel gemacht. Aber wir waren geduldig, die kleinen Details haben den Unterschied ausgemacht. Nach dem Ausgleich war's ein anderes Spiel. Sie hatten einen Torwart, der sehr viel gehalten hat. Der Schlüssel zum Sieg waren die Geduld und der kühle Kopf. In der zweiten Halbzeit hatten wir sehr viel Ballbesitz, das gefällt Bayern München nicht. Aber es ist noch nichts entschieden, wir können da durchaus noch leiden. Wir müssen noch aufpassen."

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Cristiano Ronaldo (Angreifer Real Madrid): "Ich bin sehr glücklich. Wir haben sehr gut reagiert, früh in der zweiten Halbzeit getroffen und gewonnen. Wir hätten auch noch mehr Tore erzielen können, aber Bayern hat einen sehr guten Torwart, der viele Bälle gehalten hat. Die Runde ist noch vollkommen offen, wir dürfen uns mit diesem Sieg nicht zufrieden geben."

Zur Kritik an seiner Person: "Ich weiß nicht, wer an mir zweifelt. Wer mich kennt und liebt, zweifelt niemals an mir."

Karim Benzema (Angreifer Real Madrid): "Das Ergebnis ist gut, nicht herausragend. Wir wissen, dass unser Gegner sehr gut ist und alles dafür tun wird, um weiterzukommen. Wir müssen so spielen wie heute. Das einzige Manko war vielleicht die Chancenverwertung. Aber es ist schwierig, ihren Torwart zu überwinden."

Zum Anschlag auf den BVB-Bus: "Das ist dramatisch, gerade vor so einem wichtigen Spiel. Ich wünsche Bartra und dem Team alles Gute."

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