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Der Videobeweis macht sich beim Confed Cup erst bewährt, dann sorgt er für Irritationen. Ein Tor von Chile wird nach einer umstrittenen Situation aberkannt.

Der Videobeweis ist die Zukunft des Fußballs - sorgt beim beim FIFA Confederations Cup in Russland nach einer erfolgreichen Premiere aber auch für Ärger.

In der Partie zwischen Chile und Kamerum traf die Auswahl aus Südamerika in der Nachspielzeit der ersten Hälfte beim Stand von 0:0 zur Führung. 

Der ehemalige Bundesliga-Spieler Eduardo Vargas drehte jubelnd ab und ließ sich fast eine Minute lang für seinen Treffer feiern. Dann entschied der Schiedsrichter Damir Skomina auf Rat des Video-Referees doch noch: Kein Tor. Vargas soll im Abseits gestanden haben. Auf TV-Bildern ließ sich die vermeintliche Abseits-Stellung anfangs nur erahnen.

In der zweiten Halbzeit wurde die Situation noch einmal mit technischen Hilfsmitteln detaillierter dargestellt, die Entscheidung entpuppte sich als korrekt - weil Vargas mit der Schulter und auch dem Knie minimal im Abseits war. Zuvor war schon ein Treffer Kameruns zurecht aberkannt worden.

Stanislawski schimpft

Noch auf dem Feld beschwerten sich die Spieler Chiles lauthals. Mit ihrer Kritik waren sie nicht allein. 

"In meinen Augen nicht", sagte TV-Experte Holger Stanislawski im ZDF auf die Frage, ob es Abseits gewesen seiDer ehemalige Trainer ergänzte: "Das ist jetzt genau diese Situation, die wir nie haben wollten. Ist er jetzt vielleicht mit der Brustwarze weiter vorne oder nicht? Die Füße sind auf jeden Fall auf gleicher Höhe, das ist ein klarer Vorteil für den Angreifer." 

Beim 2:0 der Chilenen kam der Videobeweis erneut zum Einsatz. Der jubelnde Torschütze Eduardo Vargas wurde kurz wegen einer möglichen Abseitsposition gebremst, dann entschied der Referee allerdings, das Tor gelten zu lassen. Diesmal war es die korrekte Entscheidung.

Chiles Coach: "Hoffe es wird besser"

Chiles Nationaltrainer Juan Antonio Pizzi wollte nach dem Spiel aber keine Grundsatz-Kritik an der neuen Technologie üben. "Das System braucht Zeit, es ist noch in der Testphase. Es ist richtig, dass wir zur Halbzeit 1:0 hätten führen können und es ist richtig dass der Videobeweis heute zu Diskussionen geführt hat. Aber wir müssen abwarten, wie es sich entwickelt."

Der 49-jährige Argentinier machte deutlich, dass er dem Videobeweis generell positiv gegenübersteht: "Der Videobeweis, also Leute, die Spielszenen im Video noch mal bewerten können, bringen mehr Gerechtigkeit in den Fußball. Ich glaube, dass die FIFA diese Technologie noch verbessern wird, ich hoffe es."

Portugal-Treffer ebenfalls aberkannt

Bereits im ersten Spiel des Tages hatte der Video-Schiedsrichter seinen Auftritt und verhinderte ein irreguläres Tor. 

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In der 21. Minute des Spiels zwischen Portugal und Mexiko brachte Angreifer Nani den Ball für den Europameister im Netz unter. Dieser Aktion war allerdings eine deutliche Abseitsposition vorausgegangen.

Die Portugiesen jubelten. Referee Nestor Pitana wollte den Treffer erst zählen lassen, ehe ihn die Video-Schiedsrichter korrigierten. Nach rund einmütiger Absprache war klar: Das Tor gilt nicht.

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