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Roger Schmidt (l.) ist seit 2014 Trainer bei Bayer Leverkusen

Der 1. FC Magdeburg hofft gegen Bayer Leverkusen auf die nächste Pokal-Überraschung. Die beiden Trainer feiern ein Wiedersehen.

Magdeburg/München - Nach dem Erstrundenerfolg gegen den FC Augsburg träumt der 1. FC Magdeburg von der nächsten Pokalsensation.

"Da muss vieles zusammenkommen. Zunächst muss bei uns an diesem Tag alles passen, der Gegner muss uns ein Stück weit unterschätzen und dann braucht man natürlich auch einfach die nötige Portion Glück", sagte Jens Härtel, Trainer des traditionsreichen Regionalligisten, vor dem "Spiel des Jahres" gegen den Champions-League-Teilnehmer Bayer Leverkusen am Mittwoch (ab 18.30 im LIVE-TICKER): "Chancenlos sind wir in jedem Fall nicht."

Sieg gegen Augsburg

Wie man einen Bundesligisten aus dem Pokal wirft, haben die Magdeburger bereits gezeigt: Mit 1:0 bezwangen sie den FCA und sorgten damit für eine der großen Überraschungen der ersten Runde. Christian Beck brachte der entscheidende Treffer die Nominierung zum Pokalhelden ein (Mehr dazu im DFB-Pokal Volkswagen Walk of Fame)

"Man kann die beiden Mannschaften nicht vergleichen", betonte Härtel jedoch.

Der ehemalige Zweitligaprofi trifft dabei auf einen alten Bekannten. Mit Bayer-Coach Roger Schmidt drückte der 45-Jährige 2011 beim DFB-Trainerlehrgang die Schulbank.

"Das ist nur eine Randnotiz. Magdeburg ist ein absoluter Traditionsverein, der das Ziel hat, auf lange Sicht hin wieder national eine Rolle zu spielen", sagte Schmidt: "Jens Härtel wurde verpflichtet, um diesen Weg konsequent zu gehen."

"Leverkusen muss sich richtig anstrengen"

Spieler und Zuschauer des Außenseiters fiebern dem Aufeinandertreffen mit dem Bundesligisten jedenfalls schon sehnsüchtig entgegen.

"Wenn Leverkusen hier weiterkommen will, müssen sie sich auf jeden Fall richtig anstrengen", sagte Verteidiger Silvio Bankert. Auf einen guten Auftritt der eigenen Mannschaft hoffen selbstverständlich auch die Magdeburger Anhänger.

Spiel seit Wochen ausverkauft

Seit Wochen ist das Spiel ausverkauft. Mit knapp 24.000 Zuschauer erwartet die Teams eine mehr als würdige Kulisse. Die Polizei warnte schon davor, dass es in der Stadt zu drastischen Verkehrsbehinderungen kommen könnte.

Im Gegensatz zum Pokal hinken die Magdeburger in der Liga allerdings den eigenen Ansprüchen hinterher: Lediglich Tabellenplatz zehn steht für den einzigen Europapokalsieger der DDR derzeit zu Buche.

Umso wichtiger wäre eine weitere Sensation. Auch finanziell: Etwa 540.000 Euro erhalten die Achtelfinalisten, hinzu kommen die Zuschauereinnahmen.

Geldsegen trotz Klatsche

Nach dem letzten Aufeinandertreffen mit Leverkusen konnten sich Gastgeber dank des damaligen Bayer-Managers Reiner Calmund allerdings trotz einer 1:5-Niederlage noch über einen unerwarteten Geldsegen freuen.

"Gib mir einen Scheck über 50.000 DM, den Rest könnt ihr behalten", erinnerte sich der ehemalige FCM-Geschäftsstellenleiter Bernd Tiedge in der "Magdeburger Volksstimme" an das Jahr 1993.

Damals traten beide Teams letztmals im DFB-Pokal gegeneinander an, Magdeburg verlor in der 3. Runde klar.

Doch der Gewinn von 300.000 Mark wurde nicht geteilt, Calmund verzichtet auf dem kurzen Dienstweg großzügig auf einen sechsstelligen Betrag.

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