vergrößernverkleinern
Arminia Bielefeld feiert Manuel Junglas im Spiel gegen Werder Bremen
Drittligist Arminia Bielefeld feiert die Pokalsensation gegen Werder Bremen © getty

Werder Bremen blamiert sich im DFB-Pokal bei Arminia Bielefeld. Ein Neuzugang trifft doppelt für den Drittligisten, der erst zum dritten Mal ins Viertelfinale einzieht.

In der Liga so stark wie Bayern München, im Pokal blamiert von einem Drittligisten: Werder Bremen hat im DFB-Pokal ein böses Erwachen erlebt.

Der sechsmalige Cup-Sieger, der 2015 genauso viele Liga-Punkte holte wie Spitzenreiter Bayern, verlor beim starken Drittliga-Spitzenreiter Arminia Bielefeld verdient mit 1:3 (0:1).

Während die vom früheren Bremer Profi Norbert Meier (1980 bis 1989) trainierten Ostwestfalen erst zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte nach den beiden Halbfinal-Einzügen 2005 und 2006 das Viertelfinale erreichten, kam Bremen seit dem Finale 2010 (0:4 gegen die Bayern) nicht über die Runde der letzten 16 hinaus.

Fritz sieht Gelb-Rot

Die Tore für den langjährigen Bundesligisten Bielefeld, der zuvor schon den Zweitliga-Klub SV Sandhausen und den Erstligisten Hertha BSC ausgeschaltet hatte, erzielten Winter-Neuzugang Manuel Junglas (32. und 84.) und Sebastian Schuppan (57.).

Werder kam nur zum zwischenzeitlichen Anschlusstor durch Clemens Fritz (76.), der in der 89. Minute wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte sah.

Skripnik unzufrieden

"Wir hatten uns vorgenommen, ohne Ende zu kämpfen, aber das war nicht der Fall", sagte Bremens Trainer Viktor Skripnik bei Sky.

Bielefelds Fabian Klos meinte: "Wir haben gezeigt, dass wir auch ein bisschen Fußball spielen können."

Letzter Drittligist im Viertelfinale war 2013 Kickers Offenbach, noch einen Schritt weiter schaffte es seit Gründung der dritten Liga 2008 noch kein Verein.

Arminia darf sich über Zusatzeinnahmen von etwa 1,3 Millionen Euro freuen.

Casteels im Werder-Tor

Bremens Trainer Viktor Skripnik, der 1999 und 2004 als Spieler mit Werder den Pokal gewann, nahm im Tor den erwarteten Wechsel vor: Der im Winter aus Hoffenheim verpflichtete Koen Casteels ersetzte den zuletzt formschwachen Raphael Wolf.

Die Arminia versteckte sich mit neun Siegen aus den letzten zehn Spielen im Rücken keineswegs, doch die ersten Chance hatte der Favorit: Santiago Garcia scheiterte jedoch an Arminen-Torhüter Alexander Schwolow (7./21.), Bartels verzog (12.).

Doch mit zunehmender Spieldauer bewegte sich der Außenseiter immer mehr auf Augenhöhe und nutzte seine erste Chance eiskalt: Nach einer Hereingabe von Tom Schütz war Junglas vor Jannik Vestergaard am Ball und spitzelte ihn unhaltbar für Casteels ins Netz.

Junuzovic und Selke scheitern

Nach dem Wechsel ließ das erwartete Aufbäumen des Bundesligisten zunächst auf sich warten.

Stattdessen hatte die Arminia nach Standards sofort zwei große Chancen zum 2:0, doch Julian Börner köpfte (47.) und schoss (50.) knapp drüber.

Eine sehenswerte Direktabnahme von Zlatko Junuzovic, die Schwolow mit den Fingerspitzen über das Tor lenkte, war nur ein Bremer Stohfeuer (56. ), denn kurz darauf lenkte Schuppan einen Eckball von Florian Dick fast unbewacht ins Tor.

Die Fans des Drittligisten sangen sich nun schon ins Finale nach Berlin.

Werder drückte nun endlich, doch Davie Selke scheiterte per Kopf am überragenden Schwolow (71.). Beste Bremer waren Felix Kroos und mit Abstrichen Fritz. Bei der Arminia ragten Junglas und Schwolow heraus.

Video
teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel