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Bielefeld - Bielefeld wirft mit Bremen den nächsten Bundesligisten aus dem Pokal. Werder-Coach Skripnik vermisst die Einstellung. Die Arminen wollen für einen neuen Rasen weitere Siege einfahren.

Aus Bielefeld berichtet Christian Geisler

Bielefelds Trainer Norbert Meier nahm den vor sich liegenden Ball mit dem rechten Fuß hoch, balancierte ihn auf dem Außenrist und lupfte ihn anschließend in die Arme von Einwerfer Florian Dick.

Ähnlich leichtfüßig wie ihr Coach, traten auch die Arminen gegen den Bundesligisten Werder Bremen im DFB-Pokal-Achtelfinale auf. Die Bielefelder schlugen den Favoriten mit 3:1 und zogen verdient ins Viertelfinale des Wettbewerbs ein. Die Bremer Blamage war perfekt.

Für Werder wiederholt sich damit Geschichte. Wie schon in den vergangenen drei Jahren schieden sie wieder gegen einen Drittligisten aus. Zuletzt war stets in der ersten Runde Schluss. Diesmal strauchelten sie im Achtelfinale. Auf einem Bielefelder Rasen, der diese Bezeichnung nicht verdient hatte.

Frust bei Skripnik

Viktor Skripnik wollte aber nicht über den Untergrund sprechen, stattdessen kritisierte er die Mannschaft. "Natürlich sind wir enttäuscht, sauer und frustriert. Uns hat heute die Körpersprache und Konzentration gefehlt. Wir hatten uns vorgenommen, dass wir kämpfen ohne Ende. Aber das war nicht der Fall", sagte Bremens Trainer.

Sein Sportdirektor vermisste die nötige Cleverness vor dem Tor gefehlt und sah unglückliche Gegentore. "Das zweite Gegentor kriegen wir durch eine Standardsituation. Wir haben im Gegensatz zum Spiel gegen Wolfsburg kein Tor gemacht. Das ist bitter. Aber deswegen ist diese Niederlage auch verdient", sagte Thomas Eichin.

Er lobte aber auch die Arminia. Sie sei für Eichin "ein gefühlter Zweitligist. Das ist eine Fighter-Mannschaft, die alles rein wirft, was sie hat. Ich finde nicht, dass wir uns den Schneid haben abkaufen lassen."

Schwolow hält brillant

Bielefelds Torwart nötigte er besonderen Respekt ab. Schlussmann Alexander Schwolow war bei einem Kopfball von Davie Selke auf dem Posten und lenkte die Kugel mit einem Reflex über die Querlatte. "So eine Chance hält er wirklich überragend" sagte Eichin.

Schwolows Mitspieler feierten diese Parade wie einen eigenen Treffer."Wir hatten heute einen überragenden Torwart. Da muss man sagen: der hat den Sieg festgehalten", sagt Manuel Junglas zu SPORT1.

Der Angreifer hatte mit einem Doppelpack selber Anteil an der Sensation (Wählen Sie Ihren Pokalhelden – Der DFB-Pokal Walk of Fame bei SPORT1).

Schon vor der Partie hatten die Bielefelder in Person von Sebastian Schuppan versichert, dass man sich vor den Bremern "nicht in die Hose" machen würde. Hier sprach das Selbstvertrauen des unangefochtenen Spitzenreiters der Dritten Liga.

Gesagt, getan: Schuppan traf zum zwischenzeitlichen 2:0. Doch nach der Pokal-Sensation waren die Bielefelder dann doch ein wenig überrascht: "Ich habe das noch nicht wirklich realisiert. Da muss man erst einmal eine Nacht drüber schlafen. Morgen früh werden wir dann merken, was wir erreicht haben", erzählt Dennis Mast im Gespräch mit SPORT1.

Geldsegen für die Arminia

Für die Arminia bedeutet der Sieg einen Millionengewinn. Mit dem Einzug ins Viertelfinale sichert sich der Drittligist Einnahmen in Höhe von 1,04 Millionen Euro. Bei einem möglichen Sieg und dem damit verbundenen Weiterkommen ins Halbfinale würden die Bielefelder 2,07 Millionen kassieren.

"Wir müssen noch eine Runde weiterkommen, damit wir einen neuen Rasen bekommen. Der ist wirklich in keinem guten Zustand", sagte Doppeltorschütze Junglas mit einem Lächeln.

Indes traut Eichin der Arminia noch viel im Wettbewerb zu. Jede Mannschaft hätte es gegen den DSC schwer. "Vor allem wenn der Platz so bleibt, wie er ist. Aber die Truppe ist gut besetzt und hat einen guten Trainer", betonte der Bremer.

Der Gelobte wirkte nach dem Spiel etwas unvorbereitet. "Ich wusste bis eben noch gar nicht, dass Sonntag die Pokal-Auslosung fürs Viertelfinale ist. Aber ich denke, jetzt gucke ich sie mir an", sagte Meier.

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