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Dortmund - Der BVB sucht vor dem DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Hoffenheim nach Lösungen für seine Angriffsflaute. Trainer Jürgen Klopp sieht beim Abschluss reichlich Nachholbedarf.

Große Schlachten, dramatische Momente, historische Siege – im Westfalenstadion hat sich in 41 Jahren eine ganze Menge zugetragen. Doch eine Torflaute wie in der laufenden Saison, hat selbst das zur WM 1974 errichtete Bauwerk noch nicht erlebt.

Vor dem Bayern-Spiel hatten die BVB-Fans den Stadiongeburtstag auf der Südtribüne mit einer großen Choreo gefeiert. Noch lieber würden sie endlich wieder zum nächsten Treffer gratulieren.

Seit drei Heimspielen hat Borussia Dortmund im eigenen Fußballtempel nicht mehr getroffen: Der 1. FC Köln, Juventus Turin und Bayern München verließen den Rasen des Signal-Iduna-Parks ohne Gegentor. So eine Serie im eigenen Stadion gab es für den BVB seit der Bundesliga-Gründung nicht.

(Mehr zum BVB ab 18.30 Uhr in Bundesliga Aktuell im TV auf SPORT1)

274 Minuten ohne Tor

Zuletzt hatte die Dortmunder vor heimische Kulisse im Revierderby gejubelt. Marco Reus erzielte in der 86. Minute den 3:0-Endstand für Schwarzgelb.

Fünf Wochen und 274 torlose (Heim-)Spielminuten stehen aktuell zu Buche. Gegen Bayern hatte es nur zwei echte Torchancen gegeben. "Wir hatten Situationen, wo etwas hätte draus werden können, aber dann fehlte der letzte Wille, die letzte Durchschlagskraft", sagte Ilkay Gündogan nach dem 0:1.

Im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen die TSG Hoffenheim (ab 20 Uhr im LIVETICKER und im Sportradio SPORT1.fm) hat die Borussia die Chance, seine Abschlussschwäche zu besiegen.

Kaum Torabschlüsse

Es fehlt derzeit nicht nur an der Konsequenz in der Chancenverwertung, sondern überhaupt an Möglichkeiten. "Wir haben einfach zu wenig Torabschlüsse, von daher können wir auch kein Tor schießen", fasst Marcel Schmelzer das derzeitige Dortmunder Dilemma in Worte.

Zwar können die bevorstehenden 90 respektive 120 Minuten auch ohne Treffer über die Bühne gehen, doch spätestens im Elfmeterschießen muss ein Treffer für den Halbfinal-Einzug her.

So lange will Dortmunds Trainer Jürgen Klopp freilich nicht warten. "Alles, was man bei uns zum Thema Abschluss sagen kann, muss verbessert werden", forderte Klopp am Montag auf der Pressekonferenz vor dem Pokal-Duell gegen die Kraichgauer.

In den meisten Fällen war für das BVB-Angriffsspiel gegen die Bayern schon vor dem Strafraum Schluss. "Wir müssen Lösungen finden", weiß Ilkay Gündogan, dessen Kreativität gegen die bayerische Defensivtaktik nicht zum Tragen kam. 

Klopp: "Keine Katastrophe"

Mats Hummels zeigt sich trotz Torflaute optimistisch. "Wenn wir mit einer ähnlichen Einstellung und etwas durchschlagskräftigeren Offensive, aber auch gegen eine Mannschaft - bei allem Respekt vor Hoffenheim - die nicht ganz die Qualität der Bayern hat, ein ähnliches Spiel auf den Platz bringen, werden wir gewinnen", sagt der BVB-Kapitän.

Auch Klopp meint, gegen Bayern sei es offensiv "keine Katastrophe" gewesen. "Wir müssen nicht jeden Stein umdrehen", so der 47-Jährige. Er mache sich natürlich Gedanken über die Offensive, aber keine Sorgen.

Zorc visiert Berlin an

Vier der letzten fünf Spiele ohne Treffer, das findet Dortmunds Sportdirektor zumindest bedenkenswert. "Natürlich ist das problematisch, gerade hier zu Hause", sagte Michael Zorc am Samstag. "Unser Offensivspiel war nicht wirklich zwingend", kritisierte er.

"Das Pokalspiel ist jetzt ganz wichtig. Nach Berlin zu kommen, ist noch ein großes Saisonziel. Und obwohl es noch weit weg ist, ist es natürlich eine Möglichkeit, wieder ins internationale Geschäft zu kommen", weiß Dortmunds Sportchef.

Auswärtsschwache Hoffenheimer

Da kommen dem BVB die auswärtsschwachen Hoffenheimer gerade Recht. Nur zwei Bundesligasiege brachte die TSG in dieser Saison in der Fremde zustande.

Die Dortmunder trafen zuletzt vor zwei Wochen beim Sieg in Hannover, und das gleich dreifach. "Es verläuft bei uns im Moment ein bisschen wellenartig", weiß Hummels.

Nur langsam muss die Bewegung der Welle wieder umschwingen. Sonst geht der BVB im DFB-Pokal unter.

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