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Schiedsrichter Martin Petersen (r.) wurde von einem Feuerzeug getroffen
Schiedsrichter Martin Petersen (r.) wurde von einem Feuerzeug getroffen © Imago

Nach dem Abbruch der Partie Osnabrück und Leipzig findet die Polizei den Fan, der ein Feuerzeug auf Schiedsrichter Martin Petersen warf. Der VfL-Präsident sprich bei SPORT1.

Elf Tage nach dem abgebrochenen DFB-Pokalspiel zwischen dem VfL Osnabrück und RB Leipzig hat die Polizei den für das vorzeitige Ende verantwortlichen Feuerzeugwerfer ermittelt.

Ein aus dem Kreis Steinfurt stammender Heranwachsender hat am Freitag nach Durchsuchung seiner Wohnung bei der anschließenden Vernehmung die Tat eingeräumt.

"Wir denken natürlich über zivilrechtliche Ansprüche nach ", sagte VfL-Präsident Hermann Queckenstedt im Gespräch mit SPORT1.

"Wir stehen  in der Verantwortung, auch in der Verantwortung derjenigen, die den Verein finanziell mit tragen und wir stehen auch in der Verantwortung den VfL in die Zukunft zu führen. Das ganze ist noch sehr frisch, aber wir haben ja unsere Position deutlich gemacht."

Und weiter: "Natürlich sind wir froh, dass man diese Person gefasst hat. Solange man aber nicht weiß, wie die Motivation dieser Person war, sollte man ihn da auch nicht in Form eines  Kesseltreibens angehen."

Man habe "ganz aggressive Kommentare im Internet bekommen" und Queckenstedt hoffe, "dass das der ersten Erregung geschuldet war. Ich denke auch hier sollten alle beteiligten besonnen reagieren und das weitere verfahren der Justiz überlassen."

Wichtig sei Queckenstedt, "dass wir alle aus dem Vorfall lernen." Man müsse "nach vorne schauen." Letztendlich wird man "solche Einzelwürfe nicht grundsätzlich verhindern können, es sei denn man macht es wie im Eishockey und baut Plexiglas um das Spielfeld."

Jeder Fußballfan müsse "Verantwortung und Zivilcourage gegenüber seinem Nebenmann zeigen." Das Stadion-Erlebnis müsse wieder zu einem "friedvollen Miteinander" gemacht werden.    

"Wir haben mit den verschiedenen Fan-Vertretern zusammengesessen und da ist schon der Wunsch geäußert worden, solche Würfe etwas in Zukunft zu vermeiden." 

Entscheidend bei der Aufklärung, so die Polizei, sei die intensive Videoauswertung gewesen.

Schiedsrichter Martin Petersen aus Stuttgart war in der 71. Minute beim Stande von 1:0 für die Gastgeber am Kopf getroffen worden.

Die Partie wurde daraufhin abgebrochen und vier Tage später vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mit 2:0 für den Zweitligisten gewertet.

Der Unparteiische erlitt bei der Attacke eine leichte Gehirnerschütterung.

Nach einem Gespräch mit der Vereinsführung der Niedersachsen hatte sich zuvor die Fan-Abteilung des Drittligisten von dieser Entgleisung distanziert.

"Das ist durch nichts zu entschuldigen. Dieser Wurf hat uns allen einen immer seltener vorkommenden Sieg von Tradition gegen Kommerz genommen", heißt es in einer Erklärung der Gruppierung.

Der mutmaßliche Täter muss mit einer Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung rechnen.

Auf die Norddeutschen kommen weitere Sanktionen seitens des DFB zu.

Gerechnet wird mit einem Teilausschluss von Zuschauern sowie einer hohen Geldstrafe.

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