vergrößernverkleinern
Douglas Costa traf gegen den VfL Wolfsburg zur Führung für den FC Bayern © Imago

Wolfsburg - Douglas Costa überzeugt beim Sieg gegen Wolfsburg als Torschütze und Antreiber. Doch die letzten Spiele zeigen, dass sich Pep Guardiola den nächsten Allrounder formt.

Am Ende seines furiosen Arbeitstages war beim sonst zurückhaltenden Douglas Costa ein wahrer Ansturm der Lockerheit zu vernehmen.

Mit einem spitzbübischen Grinsen schlurfte der Brasilianer in Reihen von Rekordmeister Bayern München oberkörperfrei durch die Katakomben der Volkswagen-Arena in Wolfsburg und wirbelte fröhlich das frisch ertauschte Trikot seines Landsmannes Naldo durch die Luft.

Costa ist überall

Gewirbelt hatte der 30-Millionen-Mann zuvor auch auf dem Platz. Beim deutlichen 3:1 gegen den Titelverteidiger aus Niedersachsen. Mal in der Defensive als Aufbauspieler, mal als zweite Spitze neben Robert Lewandowski, ab und zu auch dahinter oder auf der rechten und auf der linken Seite in Abstimmung mit den Kollegen. 

Douglas Costa war einfach überall und ist mittlerweile nicht mehr aus dem Spiel der Rekordbayern wegzudenken. Zu schnell für die Gegner und bestens in das Mannschaftsgefüge von Pep Guardiola integriert: Kein Zufall also, dass er durch einen strammen Schuss aus 18 Metern den ersten Treffer erzielte, erneut seine besonderen Fähigkeiten und Raffinesse unter Beweis stellte und dafür mit der SPORT1-Note 1 belohnt wurde.

Bayern zerlegt Wolfsburg

Der Deutsche Meister kombinierte völlig entfesselt in der ersten Hälfte, sehr zum Missfallen von Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking. "Über die erste Hälfte müssen wir nochmal reden. So darf man nicht auftreten, wir waren viel zu passiv. Wenn Bayern da noch zwei Tore mehr macht, dürfen wir uns nicht beschweren", meckerte Hecking nach dem Spiel.

Der VfL zeigte sich harm-und planlos, allen voran in den ersten 45 Minuten und fand kein Rezept gegen die bayrische Megaoffensive um Wirbelwind Costa.

Müller beeindruckt

Doch die Aufgabe, nach dem Spiel die Fragen der Journalisten über seine Leistung zu beantworten, überließ er dann doch seinen Mitspielern.

Doppeltorschütze Thomas Müller zum Beispiel. "Costa legt sich die Gegner immer zurecht und rennt dann einfach los. Die haben dann nur noch das Nachsehen", sagte der Nationalspieler.

Die Bilanz der Neuverpflichtung ist mehr als beachtlich. Zwölf Torvorlagen in Liga und Champions League, dazu jeweils ein Treffer in Liga und eben im Pokal. Auch vor dem Tor setzt Costa wichtige Duftmarken.

Wie Robbery zu besten Zeiten

Gemeinsam mit der 18 Jahre alten Juventus-Leihgabe Kingsley Coman bildet der Brasilianer eine gefährliche Flügelzange, wie Arjen Robben und Franck Ribery in den besten Zeiten.

"Die beiden sind voll  integriert und werden gefördert von Thomas Müller, von Manuel Neuer und Philipp Lahm als Führungsspieler", lobte Sportvorstand Matthias Sammer.

Doch Costa kann nicht nur Flügel. Wie variabel er ist, zeigen seine letzten Einsätze für den FC Bayern. Beim 4:0-Erfolg am Sonntag gegen den 1.FC Köln agierte er teilweise auf der Sechserposition vor der Abwehr und erledigte seinen Job mehr als solide. Und am Dienstag als Neuner, Sechser oder Zehner.

Lahm schwärmt

Dass Costa und Coman bereits echte Hochkaräter im Starensemble von der Säbener Straße sind, unterstrich auch Kapitän Philipp Lahm. "Wir haben natürlich noch Qualität dazubekommen. Im Eins-gegen-Eins und im Dribbling", erklärte der Kapitän mit Blick auf die brasilianisch-französische Combo. "Das hilft uns enorm. Deswegen haben wir natürlich auch Aufwind", so Lahm.

Mit dem überzeugenden Sieg gegen die bemitleidenswerten Wölfe hat die Mannschaft das nächste Bewerbungsschreiben für eine Verbleib von Trainer Pep Guardiola abgegeben. "Pep weiß, was er an uns hat und das habe ich ihm auch gesagt. Ich kann ihm nur sagen, was mir die Mannschaft mit auf dem Weg gegeben hat", schloss der Kapitän.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel