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Pep Guardiola holte in der vergangenen Saison mit dem FC Bayern den Meistertitel © SPORT1-Grafik Philipp Heinemann/Getty Images/dpa pictures alliance

München - Geht Bayern-Trainer Pep Guardiola? Bleibt er? Die Uhr bis zur Entscheidung läuft. Das Pokalspiel gegen Darmstadt ist eine wichtige Etappe, seine Macht nochmal gewachsen.

Pep Guardiola hat sich beim FC Bayern ein Imperium erschaffen. Seine Philosophie derart den Stars eingeimpft, dass sogar ein Wechsel auf sechs Positionen innerhalb des Spiels wie beim 2:0 über Ingolstadt möglich ist. Per Zettelpost.

Der Coach hat zudem nicht nur die medizinische Abteilung ganz seinem Willen unterstellt.  

Und in Sachen Vertragsverlängerung bestimmt der Katalane ebenso den Fahrplan. Erst nach dem letzten Hinrundenspieltag soll mit Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge das entscheidende Gespräch stattfinden. Der Countdown bis zum Match in Hannover am Samstag läuft, die Uhr tickt an der Säbener Straße.

Das K.o.-Spiel im DFB-Pokal gegen Darmstadt 98 (ab 20 Uhr im LIVETICKER u. Konferenz auf SPORT1.fm) wird nicht entscheidend sein, ob Guardiola bleibt oder nicht. Aber es ist auch nicht unwichtig. "Es ist ein Finale", wie Guardiola beschwörend am Montag mitteilte. Ein Aus gegen den Außenseiter und der Tripletraum wäre perdu.

Auch die Vorfreude auf "zwei Wahnsinnsspiele", so bezeichnete Guardiola ja die Partien im Champions-League-Achtelfinale gegen Juve, wäre erheblich gedämpft.

Ein super, super Trainer

Die Bayern wirkten zuletzt müde - bei der 1:3-Pleite in Mönchengladbach sowieso, aber auch beim mühsam errungenen Sieg über Ingolstadt. Doch Guardiola wird sie antreiben - und wenn seine von Verletzungen gebeutelte Truppe auf dem Zahnfleisch das Ziel erreichen sollte.

Für diesen unbändigen Erfolgswillen, eine bis dahin nie gekannte Kontinuität schätzen ihn die Klubbosse in München. Sie danken es ihm mit einem Strauß von Komplimenten, wie ihn Vorstandschef Rummenigge vor Wochenfrist nach dem letzten Gruppenspiel in der Champions League in Zagreb ausbreitete. Ein super, super, super Trainer, also.

Impulsgeber auf dem Weg zur Weltmarke

Ein Trainer, der internationale Strahlkraft nach München gebracht hat, der den FC Bayern enorm gepusht hat auf dem Weg zur angestrebten Weltmarke.

Zudem gilt: Pep allmächtig. Der Trainer ist beim FCB derart präsent, dass selbst Felix Magath staunt, der ja am liebsten nach der "Der-Klub-bin-ich"-Doktrin regiert.

"Guardiola hat sich einen sehr hohen Stellenwert innerhalb des Klubs geschaffen, der sich jetzt auch im Spiel ausdrückt", sagte Magath der Frankfurter Allgemeinen. "Er hat mehr Macht, als es jemals ein Trainer bei den Bayern vorher hatte."

Doch genügen Guardiola diese idealen Arbeitsbedingungen? Und was ist sein Dauerlob auf München und den Klub wert? "Sehr, sehr wohl" fühle er sich in der Stadt genauso wie seine Familie, versicherte er jüngst den Bayern-Fans beim vorweihnachtlichen Treffen in Vilsbiburg.

Das vierte Jahr in Barcelona bereute er

Guardiolas Entscheidung kann derzeit niemand seriös vorhersagen. Auch aus seinem Umfeld gibt es keine verlässlichen Prognosen. Manchester City möchte den Chefstrategen mit Geld überhäufen, andere Manager europäischer Topklubs wären ebenso zu einigen Verrücktheiten bereit, um den Katalanen zu sich zu holen.

Bekanntlich seufzte Guardiola nach seinem vierten Trainerjahr in Barcelona, damals schon gekrönt mit zwei Chamipons-League-Titeln, er hätte nie so lange bleiben sollen.

Der Projektleiter könnte also von München aus nach drei Jahren weiterziehen - oder seine Zeit im Paradies einfach verlängern.

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