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Dresden und München - 45 Minuten spielt RB Leipzig in Dresden wie ein Bundesligist - und fliegt dann wenig erstligareif doch noch aus dem Pokal. Spieler und Trainer fürchten die Folgen.

Und plötzlich war das Licht aus.

Was sinnbildlich schon nach der 1. Runde für die Pokalsaison von RB Leipzig galt, passierte wenig später auch buchstäblich auf der Pressekonferenz nach dem 6:7 nach Elfmeterschießen bei Dynamo Dresden.

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"Dadurch lassen wir uns auch nicht beirren", meinte Uwe Neuhaus ganz entspannt, als er auf einmal im Dunklen saß. Der Dynamo-Coach brachte damit den großen Unterschied zwischen den beiden Mannschaften auf den Punkt.

Dominik Kaiser: "Das darf nicht passieren"

Beirren lassen hatten sich in einem emotional aufgeladenen Ostduell schon zuvor nur die Gäste aus Leipzig - trotz einer vermeintlich beruhigenden 2:0-Führung zur Pause.

"Wir haben uns durch eine Aktion das ganze Ding aus der Hand und Dresden richtig ins Spiel kommen lassen", haderte RB-Kapitän Dominik Kaiser bei SPORT1 mit dem vollkommen unnötigen durch Benno Schmitz verursachten Elfmeter unmittelbar nach Wiederanpfiff.

"Dann war es schwierig, klar. Dann waren die Fans richtig da", sagte Kaiser, der im Elfmeterschießen als einziger Schütze vergeben hatte, über die Kulisse im Stadion des Zweitligisten. Er betonte aber auch: "Das darf uns so einfach nicht passieren. Wir müssen in den Aktionen viel cleverer sein, das haben wir nicht geschafft."

Ex-Leipziger Stefan Kutschke trifft doppelt

So durfte der Ex-Leipziger Stefan Kutschke nach seinem Elfmetertor noch ein zweites Mal jubeln - und tat das ausgiebig. Vor der Gästekurve.

"Ich habe auch vor dem Spiel noch ein paar Nachrichten bekommen, die mit meiner Zeit in Leipzig zu tun hatten und nicht ganz so schön waren", berichtete Dresdens Doppeltorschütze nach dem Spiel bei SPORT1. Er wolle zwar nicht von einer "Retourkutsche" sprechen, "aber man sollte dann auch Ex-Spieler niemals vergessen".

45 Minuten lang hatte es nicht danach ausgesehen, als würde Leipzig diesen Fehler - oder irgendeinen anderen - begehen. Kutschke und Co. waren abgemeldet, der Bundesliga-Aufsteiger präsentierte sich eben wie ein solcher: dominant, zielstrebig und torgefährlich. Was danach passierte, wirkte jedoch wenig erstligareif.

"Das müssen wir in den nächsten Wochen besser machen oder abstellen", stellte auch Kaiser fest, "sonst wird es natürlich in der Bundesliga auch schwierig".

RB Leipzig unbeeindruckt von Wurfgeschossen

Zumal den Leipzigern auch dort gerade in gegnerischen Stadien eine wenig gastfreundliche Stimmung entgegen schlagen wird. Aber das sind sie bei RB ja schon seit Jahren gewohnt - und gilt schon lange nicht mehr als Ausrede.

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Es sei "nicht das erste Mal, dass bei einem Eckball irgendwelche Wurfgeschosse runterfliegen", sagte Kaiser, "aber das war nicht das Problem heute".

Trainer Ralph Hasenhüttl schob das Erstrundenaus bei SPORT1 vielmehr "auf die Kraft, die gefehlt hat. Wir waren nicht mehr in der Lage, zuzusetzen nach dem 2:2."

Bundesliga-Premiere bei TSG Hoffenheim

Schlechte Voraussetzungen für die Bundesliga-Premiere am kommenden Sonntag bei der TSG Hoffenheim, für die sich Hasenhüttl schon in eine Portion Galgenhumor flüchtete.

"Wir fangen ja jetzt nicht bei Minuspunkten an", sagte der Österreicher und forderte, dann wieder ganz ernst: "Jetzt müssen wir den Pokal abhaken und uns auf eine Bundesliga-Saison konzentrieren, die auch nicht einfacher wird als das Spiel heute."

Gelingt das nicht, könnte sich in Leipzig anders als gedacht auch das Bundesliga-Licht nur als kurzes Flackern entpuppen.

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